La Linea

Mittwoch, 29.08.   Der Wind hat gekehrt, die Flugzeuge starten nun in die Gegenrichtung und uns drückt es vom Steg weg. Wir verlassen das Schiff um 11 Uhr und laufen zum Busbahnhof. Das Ticket nach Tarifa kostet 4€ 50. wir sind über eine Stunde unterwegs. Darum verpflegen wir uns erst einmal, bevor wir um 14 Uhr bei www.firmm.org für unser Whalwatching eintreffen. Nach der Bezahlung, 45€ pro Person gibt es zuerst eine allgemeine Information über Wale. (der Delfin zählt auch zu den Walen) Die Orcas haben, wie wir vernehmen, ihr Verhalten geändert und sind praktisch nicht mehr vor Ort. In der Strasse von Gibraltar gebe es aber sehr viele Wale, da hier, aufgrund der unterschiedlichen Meere viele Lebewesen seien, die innerhalb der Nahrungskette sich bestens ergänzen. Nach diesen und vielen andern Informationen werden die ca. 70 Gäste mit dem Schiff in Richtung Marokko gefahren. Aber ausser Delfinen haben wir leider nichts gesehen. Auch ihr Verhalten war nicht so wie wir es erlebt haben. Sie sind nie so nahe zum Schiff gekommen, und nie in der Bugwelle gesurft. Doch für die meisten Gäste, vor allem für die Kinder, bedeutete dies schon ein tolles Erlebnis. Wenn dann ein Delfin noch gesprungen ist, war ein freudiges  OOHHH, UUHHH, IIHHH unüberhörbar. Für uns war es eher eine Nullrunde, was wir bedauern. Wir hatten intensivere und eindrücklichere Erlebnisse mit den Delfinen, wie auf dieser geführten Tour. Zurück auf dem Festland laufen wir  zurück zur Busstation, wo schon ein Bus bereit steht, der uns direkt nach Algeciras bringt. Dort wechseln wir in den Bus nach La Linea, wo wir um 20.30 Uhr ankommen. Wir haben festgestellt, vor allem beim Ticket lösen, dass niemand den vollen Namen dieser Ortschaft nennt, sondern nur „La Linea“ Also tun wir es ihnen nach!!  Auch wenn wir leider keine Wale sehen konnten, war es trotzdem ein schöner Tag.

Titelbild: Der Leuchtturm von Tarifa, der an der südlichsten Stelle Europas steht.

 

Donnerstag, 30.08.   Heute kommt um 09.30 Uhr der Mechaniker, so war es jedenfalls abgemacht. Eine Stunde später ruft Kurt an „er söll emol cho“, und er war sogar schon auf dem Weg. Kurt schildert ihm unser Generator- Problem, er nickt und  beginnt mit der Suche. Bald wird uns mitgeteilt, dass an diesem Motor sicher 3 Jahre kein richtiger Service gemacht worden sei. Diese Mitteilung wird untermauert mit Tatsachen, die erschreckend sind. Der Wasserimpeller ist nicht mehr zu gebrauchen, die Dieselpumpe ist völlig verschmutzt und möglicherweise defekt. Beim Wasser wurde kein Frostschutzmittel eingefüllt und daher ist es schwarz. Der Servicetechniker, ein Engländer, versucht alles, um zu retten was zu retten ist, aber die Pumpe muss ausgewechselt werden, wie auch ein Sensor. Damit wir doch noch vom Schiff kommen, gehen wir kurz einkaufen. Beim Zurückkommen hören wir den Motor kurz laufen, doch auch der letzte Versuch scheitert. (Anmerkung: es handelt sich nur um den Motor für den Generator) Um 17.30 Uhr verabschiedet sich der Servicetechniker, er kommt morgen wieder. Einziger Lichtblick  heute, so wie es im Moment aussieht, können wir nächsten Dienstag weiter fahren. Hoffen wir die „Wettergötter“ sind mit uns!!

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……und diese in voller Blütenpracht stehende Strelitzie soll den Tag noch etwas aufhellen.

Entscheidungen

Montag, 27.08.   Nach dem Frühstück  geht Kurt zum Geschäft, das angeblich unser Generator-Problem lösen kann. Man verspricht, sich darum zu kümmern, aber der Sspezialist ist noch unterwegs. Er wird heute noch anrufen. (wir warten den ganzen Tag vergeblich auf den Anruf) Die Wettersituation wird immer schlechter, heftiger Wind kommt auf. Kurt geht zum Marinebüro, wir möchten eine 2. Muringleine. Das wird bewilligt, dazu legen wir noch eine Spring  zum Steg. Safty first!  Bis Mittwoch, kommender Woche ist an ein Weiterkommen nicht zu denken. Das heisst, wir könnten sofort weiter, doch möchten wir hier  auch noch einiges besichtigen. Wir beschliessen zu bleiben und heute die Touristen Information aufzusuchen. Natürlich haben die über Gibraltar keine Informationen, man lebt immer noch „getrennt“.

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Dann suchen wir ein Reisebüro, um eine Whalwatching-Tour zu buchen. Ein Reisebüro ist schwer zu finden, da viele nicht mehr existent sind. Endlich haben wir eines gefunden, doch hier ist man  an uns nicht interessiert. Sie arbeiten mit ihrem  Anbieter zusammen und wollen von andern, (einem CH-Forschungsunternehmen) nichts wissen. Also werden wir uns selber organisieren. Morgen wollen wir nach Gebraltar, auf den Felsen und am Mittwoch nach Tarifa auf die Waltour. Den ganzen Tag bleibt es bewölkt, unangenehm windig, bei  einer Luftfeuchtigkeit von 93%. Aber morgen sollten sich die Wolken bis zum Mittag verziehen. Ab Donnerstag ist dann Sturm angesagt, der bis zum nächsten Dienstag andauern soll.

 

 

Dienstag, 28.08.   Um es kurz zu sagen, heute wollen wir Affen gaffen. Allerdings steht dem Kurts Telefon noch im Wege. Er hat kein Internet mehr, das heisst, alles aufgebraucht. Also gehts zuerst zu Orange. Kurt klagt, nützt nichts, aber wir wurden eindeutig in Motril über die Ohren gehauen. Wir zahlen nach und haben nun Internet bis zu unserer Rückkehr in die Schweiz. Jetzt  nochmals  zurück zum Schiff, denn wir „Helden“ haben die Pässe vergessen. Dann wieder los bis zur Grenze, dort nehmen wir den Bus bis zur Luftseilbahn. Bezahlen können wir in Euro. Bei der Bahnstation  suchen wir zuerst einen Bankomaten, hier „Cash machine“ genannt. Danach stehen wir in der Kolonne hinten an, wie sich das in England so gehört. Eine Bemerkung sei noch erlaubt, Kurt gefällt Gibraltar, very British, aber Rechtsverkehr. Nach ca. 40 Minuten sind wir beinahe an der Kasse. Dann kommt der Reiseführer der Kreuzfahrtschiffs-Gruppe und „organisiert“ Tickets für seine Clienten, die dann alle vorrücken können. Das bedeutet, nochmals ca. eine Stunde warten. Es fährt jeweils nur eine Gondel hoch und eine runter. Unsere Nerven halten dies nicht aus und wir scheren aus der Reihe aus.

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Wir werden es später nochmals versuchen, mit diesem „Schweizer-Bähnli“ zu den Affen zu gelangen!!!

 

Wir besuchen stattdessen den botanischen Garten und freuen uns an der Vielfalt der Pflanzen, Bäume und Blumen.

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Anschliessend laufen wir gemütlich zurück, stärken uns in einem etwas abseits gelegenen Restaurant und versuchen anschliessend in der Marina die Tankstelle zu finden. Wie so oft, laufen wir in der Hoffnung eine Abkürzung zu nehmen, völlig falsch.  Aber, wir finden das Gesuchte und erhalten die positive Auskunft, dass wir ohne einzuklarieren in Gibraltar die Tankestelle anlaufen, zollfrei tanken und weiter fahren können. Absolut perfekt, das schont unsere Finanzen. Dann geht es wieder über die Rollpiste zurück und nach einem Zwischenhalt an unserer „Eurozapfstelle“ zurück zum Schiff. Ein Berner hat seinen Camper auf einem Parkplatz abgestellt, was Kurt sofort inspiriert, eine Bernerrösti mit Spiegelei  zuzubereiten. Verena hat für morgen die Tour mit Walsichtung organisiert. Wir sind gespannt, hoffen einiges über diese imposanten Meerestiere zu erfahren und sie auch tatsächlich beobachten zu können.

La Linea de la Concepcion

Samstag, 25.08.   Eine ruhige Nacht, kein Flugverkehr, oder wir haben ihn nicht gehört. Nach dem Frühstück gehts zum Einkauf. Google sagt, 1 km Distanz. Kurts Schrittzähler gibt, hin und zurück  eine Distanz von 5 km an.

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Ja der Weg ist weit, aber schön in der Sonne.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Riesenladen, voll mit spanischen Artikeln, keine Hero-Röschti, dafür Fondue-Käse. Wir kaufen Früchte, Gemüse ( heute die langen flachen Bohnen, hoffentlich ohne Fäden) dazu Speck und Würstchen und zu den für heute vorgesehenen „Gschwellten“ noch etwas Käse. Nachdem alles ordentlich versorgt ist, ist es höchste Zeit für die Mittagspause. Danach starten wir unseren Erkundungsgang. Leider ist die Information für Touris Samstag und Sonntag geschlossen. Vorsorglicherweise hat Kurt die Pässe eingepackt, also marschieren wir zur Grenze von Gibraltar. Die Lande- und Startbahn eines Flughafens haben wir noch nie zu Fuss überquert, doch hier ist das geradezu erforderlich.

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Da steht Kurt doch mitten auf der Flugpiste, nicht nur zu Fuss, auch per Auto muss diese Route genommen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Gibraltar laufen wir zur Ocean-Marina. Da hat sich, gegenüber unseren Unterlagen etwas geändert, das Büro befindet sich an einem völlig andern Ort und soweit möchten wir nicht mehr laufen. Verena ist am Verdursten, das heisst, wir müssen einkehren, aber Frage, nehmen die auch Euro??? Hier ist das englische Pfund die Währung. Der Kellner meint ja sicher, aber zu einem ganz schlechten Wechselkurs. Er empfiehlt uns, mit der Kreditkarte zu bezahlen, was wir auch machen. Etwas ganz Neues für uns, 2 einfache Getränke mit der Kreditkarte zu bezahlen. Gestärkt geht`s danach zurück zu unserer Madness. 16’900 Schritte haben wir auf dem Zähler, also sind wir berechtigt müde zu sein. Kurt bereitet das Nachtessen vor, „Gschwellti“, Käse und Salat. Wir geniessen den Abend und den Vollmond auf  der Fly, bei einer sanften Brise.

 

 

Sonntag, 26.08.   Um 09Uhr gibt`s Frühstück auf der Fly. Irgendwie ist das Wetter eigenartig. Eher feucht, aber trotzdem sonnig. Plötzlich schlägt es um. Es wird richtig feucht und der Nebel drängt sich so vor den Felsen, dass  wir ihn nicht mehr sehen können. Wir beschliessen, heute bummeln zu gehen, und die Quartiere in La Linea de la Concepcion (der besondere Name gefällt uns) zu erkunden. Wir gehen in die  Aussenquartiere und laufen danach langsam Richtung „Historische Stadt“. Es gibt wunderschöne  Quartiere zu bewundern, Häuser in freundlichen Farbkombinationen und schönem Baustil. Wir stellen immer wieder fest, es geht nichts über die Entdeckung per pedes. Dieser Ort hat viel mehr zu bieten, als auf den Internetseiten zu sehen ist.

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Sehr originelle Fassade an dieser Apotheke.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Frieden und Harmonie sind der grösste Reichtum der Familie.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir geniessen diese Entdeckung und bewegen uns langsam Richtung Hafen. Wir verfolgen noch die Starts von 2 Flugzeugen und gehen zurück zum Schiff, wo wir nach dem langem Marsch, den späteren Nachmittag verbringen. Unser feines Nachtessen, Kartoffeln, Bohnen (ohne Fäden) aber mit Speck, geniessen wir im Steuerhaus, draussen ist es aufgrund des Windes zu unangenehm. Kurt sucht noch nach einer Lösung für unser Generator-Problem. Hier in La Linea de la Concepcion soll es eine Vetus-Vertretung geben. Die Aufgabe für den morgigen Montag.

Von Benalmadena nach La linea de la concepcion

Freitag, 24.08.    Es ist früh, 06 Uhr,  noch dunkel, aber der Wecker ruft. Frühstück, Abwasch etc., immer noch dunkel. Um 07.40 Uhr geht die Sonne auf und wir starten die Motoren. 07.45 Uhr, wir legen ab und fahren in eine ruhige See. Ab Mitte der Strecke sollten wir laut Vorhersage, Wellen von 60 cm haben.  Diesmal hat man sich zu unseren Gunsten verrechnet. Es bleibt sehr ruhig, nur der Wind hat zugelegt. Plötzlich fahren wir nur noch mit knapp  6 Knoten, obwohl wir bis anhin mit 7,4 unterwegs waren. Zudem kommen wir in eine dichte Nebelbank, Sichtweite unter 50 Meter, es weht ein kalter Wind, wir müssen Jacken anziehen. Eine enorme Feuchtigkeit breitet sich aus. Da ist konzentriert Ausschau halten dringend nötig. Verena verzieht sich, mit bereits feuchtem Haar ins Innere des Schiffes.

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Hier noch etwas zu erkennen ist doch recht schwierig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach gut einer Stunde ist der Spuk vorbei, die Sonne scheint wieder und die Geschwindigkeit nimmt stetig zu. Die Spitze liegt bei 9,6 Knoten. Für 55 Seemeilen haben wir, inkl. Aus- und Einfahrt, da ja langsam gefahren wird, genau 7 Stunden gebraucht. Die Anmeldung in der Marina Alcaidesa ist rasch erledigt. Wir können an einem Schwimmsteg mit Muring anlegen. Der Blick aus dem Steuerhaus zeigt direkt auf die Lande- und Startbahn vom Flughafen, die nur ca.200 Meter entfernt ist. Gleich dahinter liegt Gibraltar mit dem imposanten Felsen.

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Verena übernimmt die Schiffswäsche und Kurt erledigt die Aufräumarbeiten und ergänzt das Logbuch. Das Nachtessen nehmen wir auf der Fly ein und freuen uns auf das morgige Erkunden dieser Stadt mit dem langen Namen.

Noch 2 Tage Benalmadena

Mittwoch, 22.08.   Nach dem Frühstück will Verena einen Waschgang vornehmen. Wie immer, der Generator läuft prima an,  doch nach 4 Minuten stellt er ab und dann haben wir grösste Mühe, ihn wieder zu starten. Dazu kommt, dass auf der linken Seite der Anzeige ein rotes Licht leuchtet, begleitet mit einem sehr unangenehmen Pfeifton. In den Unterlagen können wir nichts über diese Störung finden. Das heisst, wir wissen nicht was es zu bedeuten hat. Irgendwie muss es einen Zusammenhang mit dem Hydrauliköl für das Bugstrahlruder haben, aber das brauchen wir ja momentan nicht. Es wird ziemlich nervig, und wir sind froh, als der Waschgang fertig ist. Dann füllt Kurt Hydrauliköl auf, in der Hoffnung, dass dies tatsächlich der Auslöser war. Wir werden sehen. Gleichzeitig erledigt Kurt die Kontrollen und Vorbereitungen im Motorraum für die Weiterfahrt am Freitag. Von Gibraltar kommen von allen Marinas schlechte Nachrichten. Die sind bis Mitte 2019 ausgebucht. In Algeciras gibt es 3 Marinas, doch die nehmen keine Gäste auf. In La Ligna de la Conception finden wir einen Platz. Der ist ca. 200 Meter von der Startbahn des Flughafens Gibraltar entfernt. Die Leute der Marina haben sehr höflich reagiert, wir denken, dass es ein guter Platz ist und wir gut aufgehoben sein werden. Obwohl wir beschliessen, heute nicht einkaufen zu gehen, ist Verena kurz unterwegs um den Glacebestand im Tiefkühler zu ergänzen. In dieser Zeit checkt Kurt die Wetter und Wellensituation. Für Freitag scheint, die Betonung liegt allerdings auf „scheint“ gut zu sein. Auf dem Verdauungsspaziergang nach dem Nachtessen, erleben wir eine belustigende Situation. Die „wilden“ Händler, alles Farbige, räumen plötzlich in einem unheimlichen Tempo ihre Auslagen zusammen und verschwinden mit ihren Bündeln. Kurz danach  marschiert eine Polizeipatrouille vorbei. Am Ende der Promenade sind die Händler bereits wieder daran, ihre Auslagen zu eröffnen.

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Einfach zum Staunen, was die Natur zu bieten hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Aber auch die zwei Verliebten bilden einen kunstvollen Kreiselschmuck.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Donnerstag, 23.08.   Die Nacht war ruhig und nach dem Frühstück gehts zum letzten Einkauf, für die heutige und morgige Verpflegung. Yoghurtdrinks sind für unterwegs eine ideale Verpflegung. Dann packt Verena Onkel Dyson und führt ihn durch`s Schiff. Verena hätte auch ohne seine „warme Luft“ genügend heiss. Wir stellen aber fest, dass sich  noch nirgends so wenig Schmutz in und auf dem Schiff angesammelt hatte. Sehr erfreulich. Nochmals beschäftigt sich Kurt mit seinem Lieblingsthema, Wind und Wellen. Der Startschuss für die Reisevorbereitungen ist gegeben. Verena nimmt sich noch Zeit, einen letzten Bummel durch Benalmadena zu machen und ohne den „ungeduldigen“ Kurt sich in Geschäften aufzuhalten. Da morgen um 6 Uhr der Wecker klingeln wird, geht`s heute wohl etwas früher in`s Körbchen.

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Montag, 20.08.   Nach einer unruhigen Nacht erwachen wir tatsächlich erst um 08.45 Uhr. Verena möchte einen Waschgang machen. Der Generator macht immer mehr Mühe. Das heisst, er startet top, stellt aber nach 2 bis 3 Minuten ab und dann dauert es lange, „viel örgele“ bis er wieder anläuft. Danach hält er jedoch perfekt durch. Leider sind die Spezialisten in Malaga wie in Marbella ausgebucht. Kurt versucht in Gibraltar und in  Algeciras für unseren nächsten Halt einen Liegeplatz zu buchen. Gibraltar ist besetzt und bei Algeciras schreibt er 3 verschiedene Mails, und keine kommt an. Die Stimmung ist nicht gerade entspannt. Das Problem mit Gibraltar ist, dass nicht in der EU verzollte Schiffe, nach 18 Monaten die EU verlassen müssen, sonst müssen sie das Schiff verzollen. Gibraltar ist nicht in der EU. Für uns spielt das keine Rolle. Wir sind „verzollt.“ Dann gehen wir einkaufen und zwar in den Laden, der Kurt nicht so sympathisch war. Nun ist er auch Verena nicht mehr so sympathisch. Irgendwie haben wir heute nicht so eine gute Stimmung. Möglicherweise hilft da sportliche Betätigung. Bei einem Minigolf richten wir unsere Seelen auf. Das heisst Verena ein ganz klein bisschen mehr. Sie gewinnt, wenn auch nur mit einem Punkt, aber wen interessiert das schon, SIE hat gewonnen. Das Nachtessen geniessen wir auf der Fly und morgen ist wieder ein neuer Tag.

 

 

Dienstag, 21.08.   Die Bewegungen in der Nacht haben abgegeben und es war „relativ“ ruhig. Wir stehen früh auf, es ist 07.50 Uhr. Nach dem Frühstück laufen wir zur Bus-Station, diesmal in  Richtung Malaga. Die Fahrt, mit etlichen Halstestellen auch in Torremolinos dauert ca. 1 Stunde (Preis pro Person € 1.70).  Am Bus-Bahnhof angekommen, steigen wir um in die City-Tour. 14 Stationen werden angelaufen. Malaga ist nicht nur seines bekömmlichen Süssweines bekannt, auch architektonisch und geschichtlich hat diese Stadt einiges zu bieten. Bereits die alten Phönizier wussten den Ort zu schätzen. Wir besuchen das Geburtshaus von Picasso, das von der Fondation gepflegt und erhalten wird, wie auch das Museum, das wir ebenfalls besuchen.

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Geburtshaus von Pablo Picasso

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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…..und noch einige seiner Malutensilien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für Kurt ist klar, sein Kunstverständnis hält sich sehr im Rahmen. Grösser als sein Kunstverständnis ist jetzt aber unser Durst und den stillen wir in einem Restaurant. Weiter fahren wir bis zum Hafen und dann gehts auf eine kleine Schifffahrt im Hafen. Die gehört zur gebuchten City-Tour. So gross ist der Hafen nicht, da wir haben wir viel grössere gesehen, er wird etwas hochstilisiert.

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Durch den Paseo Park laufen wir zurück zum Busbahnhof und haben Glück, der Bus steht bereits zur Abfahrt bereit. Zurück auf dem Schiff wird zuerst die Klimaanlage in Betrieb genommen. Im Steuerhaus zeigt das Thermometer 36 und in den Schlafkabinen 28 Grad an. Verena übernimmt den Küchendienst und Kurt versucht immer noch einen Platz in  Gibraltar zu bekommen. Die Sache entwickelt sich als aussichtslos. Erwähnen möchten wir noch, dass wir heute eine Mail aus Israel erhalten haben. Martin, den wir damals in Larnaca / Zypern getroffen haben und der in Israel mit seiner Familie lebt  hat uns geschrieben und wir haben uns sehr gefreut. Martin, wenn wir mal während deines Schweizer-Sommer-Arbeitseinsatzes zu Hause sind, kommst du uns besuchen und wir begiessen unser Wiedersehen.

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Samstag, 18.08.    Nach dem Frühstück gehen wir zum Einkauf. Aber hoppla, plötzlich sind wir im Stadtteil von Torremolinos, da wo wir unsere Flitterwochen verbracht haben. Der Einkaufsladen, und erst noch ein Lidl, befindet sich bereits auf diesem Gemeindegebiet. Wir finden alles, was unser Herz begehrt. Einzig mit der Glace für Verena ist es etwas schwierig, auch mit Kühltasche ist der Weg bei dieser Hitze zu weit. Zügig gehts zurück zum Schiff, und nachdem alles an seinem Platz verstaut ist, ist Mittagspause angesagt. Am späteren Nachmittag gehen wir auf den „Waggel“. Wieder landen wir in Torremolinos, diesmal aber dem Strand entlang. Auf dem Rückweg sehen wir uns noch den Golfplatz des Hafens an, verzichten aber auf ein Spiel. Wir haben einen besseren Platz gesehen, wo wir „einlochen“ können. Wir sprechen natürlich nur vom Minigolf. Dann geht Kurt in die angenehm klimatisierte Küche. Die Bohnen werden „abgefädelt“, Zwiebeln und Knoblauch angedünstet, dann die Bohnen in den Topf und den Speck obendrauf. Der Duft ist wunderbar. Dann das Essen auf der Fly. Die Bohnen haben schlimme Fäden, die beim Rüsten nicht entfernt werden konnten, auch nicht bemerkt wurden. Der Speck ist Verena zuwenig gewürzt,  habe auch keine Geschmacksessenzen an die Bohnen abgegeben. Also quasi ein Reinfall. Aber Kurt hat der Speck mit Senf geschmeckt.. Verena geht zum Abwasch und Kurt „schustert“ an der Homepage. Ein heisser Tag, ohne Wind und um die 40 Grad geht zu Ende und vor Gibraltar herrscht schlechtes Wetter mit Wellen im Bereich  von 2 Metern. Diese machen sich auch hier im Hafen bemerkbar.

 

 

Sonntag, 19.08.   Eine bewegte Nacht liegt hinter uns, es schaukelt weiter und wird die nächsten Tage wohl so bleiben. Nach dem üblichen Morgenablauf gehen wir zur Bus-Haltestelle. Es ist 10.30 Uhr und das Thermometer zeigt schon 37 Grad. Nach 20 Minuten warten steigen wir in den gut gekühlten Bus ein und fahren nach Benalmadena Pueblo. Wir besuchen das Schlossmonument Colomares, das Kristoph Kolumbus, dem italienischen Seefahrer im Dienst Kastiliens gewidmet ist. Von 1987 bis 1994 wurde es vom Architekten Dr. Esteban Martin Martin und 2 Helfern im Stil, Romanisch, Byzantinisch, Gotisch und Maurisch erstellt und erzählt die damalige Geschichte, inkl. Königshaus. Es erinnert eher an ein Märchenschloss.

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Dann gehts bergauf zur Hauptstrasse und weiter bis zum Schmetterlingshaus. Hier tummeln sich Schmetterlinge aus aller Welt, eine unglaubliche Vielfalt. Einziges Problem, stillhalten für eine Foto kennen die nicht. Wir geniessen diese Vielfalt von  bunten Schmetterlingen, immer wieder entdeckt wir einen anders aussehenden. Dazu kommt die Blumen- und Pflanzenvielfalt, die den Schmetterlingen Nahrung bieten . Ein angenehmer Ort zum verweilen und staunen.

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Auch süsse Futterstellen werden gerne angeflogen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Er lässt sich nicht stören und hält auch total still.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach diesem Besuch laufen wir noch um die Stupa. (Stupa = buddhistischer Bau für Frieden und Wohlstand) Mit einer Höhe von 33 Metern ist dies die höchste Pagode in Europa.

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Anschliessend geht`s zur Busstation und zurück aufs Schiff, wo wir zufrieden aber müde ankommen. Die grosse Hitze und Luftfeuchtigkeit macht uns ziemlich schlapp. Vermutlich müssen wir wiederum eine unruhige Nacht in Kauf nehmen.

Entscheidung

Donnerstag, 16.08.   Die Wetterprognosen sagen für Samstag, sowie  die kommenden Tage Sturm voraus, Wellen über 2,5 Meter und Wind bis Stärke 8+. Also gibt es 2 Möglichkeiten, entweder wir reisen morgen gleich weiter in den bereits vorgesehenen Hafen, oder wir bleiben. Dabei sind für die Entscheidung folgende Umstände massgebend: Bekommen wir einen Platz, was bietet der Ort, denn auch da müssten wir länger bleiben, und was kostet es hier?  Den Preis konnten sie uns gestern, aufgrund Minimalbesetzung (Maria Himmelfahrt), nicht angeben. Wie wir bereits auskundschaftet haben, gibt es hier aber einiges zu unternehmen. Die Diskussion beim Frühstück ergibt, wir warten noch das Preisangebot ab. Die Marina zählt zu den Grössten und bietet über 1’100 Yachten Platz. Viele Bauten und viele  Angebote lassen die Vermutung zu, dass es nicht ganz billig ist. Kurts Gang zum Büro ist voller Spannung. Wir sind sehr erstaunt, die Preise sind moderat und das erleichtert die Entscheidung. Wir bleiben und warten das schlechte Wetter hier ab. Dann gehts auf Entdeckungstour. Echt eine besondere Marina, wir erkunden sie noch nicht vollumfänglich.

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Fast ein Venedig mit den kleinen Brücken und Wasserwegen zwischen den Gebäuden. Die vielen Türmchen muten aber eher orientalisch an.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Marina, wie ausserhalb, riesige Hotelanlagen, Überbauungen mit Ferienwohnungen, sowie Restaurant an Restaurant und Laden an Laden. Wir verlassen die Hauptstrasse und gehen etwas in den oberen Stadtteil von Benalmadena. Im Parque de la Paloma spazieren wir unter den Schatten spendenden Bäumen, freuen uns am Gegacker und dem Krähen des freilaufenden Federvieh`s, oder der Ruhe am Teich mit Schwänen und Enten. Daneben gibt es auch viele Kakteen zu bestaunen.

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Viele Luftwurzeln an diesem riesigen Gummibaum.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Auch Mama Huhn geht mit ihren Jungen im Park spazieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bald plagen uns Durst und Hunger. Nach einem Restaurant für ein Sandwich und ein Getränk müssen wir nicht suchen. das Angebot ist enorm. Auf dem Rückweg kaufen wir noch unser Nachtessen ein. Dies geniessen wir in Ruhe auf der Fly, und freuen uns, einen guten Platz für die kommenden Tage gefunden zu haben.

 

 

Freitag, 17.08.   Der Hafen hat in der Nacht unruhige Phasen, die uns aufwecken, also ist wieder nichts mit früher aufstehen, wieder halten wir durch bis 08.30 Uhr. Aber dann geht es schnell. Frühstück, Zeitung lesen, Mail checken und dann gute Schuhe anziehen und los. Aus der Marina, dem Strand entlang, bis zum 3. Kreisel und dann bergan. Der Weg ist lang bis zur Talstation des Teleferic, die Gondelbahn, die uns bis auf den Berg Calamorro bringt. Die Fahrt über Wohngebiet, Hotelanlagen, Geröll und steilen Felsen ist sehr beeindruckend. 769 Meter über Meer ist es angenehm kühler. Der Wind weht sanft und wir steigen noch bis zum Gipfel.

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Der Blick in Richtung Fuengirola.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Er hat seine Show gezeigt und verabschiedet sich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ihr genügt ein Augenzwinkern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Luftfeuchtigkeit ist hoch, es ist etwas diesig. Der  Rundblick ist trotzdem gewaltig, doch bis Afrika reicht es nicht. Um 13 Uhr startet die „Vogelschau“. Geier, Falken, und Adler werden im freien Flug gezeigt und ihr Verhalten erklärt. Einzig der Condor kann nicht fliegen, da es zu wenig Wind hat. Natürlich ist auch etwas Show dabei, aber der Angriffsflug des Adlers auf eine Beute ist schon imponierend. Der Flug des Falken, der aus der Luft Fleischstücke fängt zeigt, wie wendig und schnell diese Vögel sind. Die Show war beeindruckend. Wieder geniessen wir die Rückfahrt mit der Schwebebahn, spüren aber innert wenigen Minuten auch die „Klimaveränderung“. Oben kühl und trocken, unten warm und feucht. Trotzdem geht es wieder zu Fuss zurück zu unserer Madness. Danach ist erst mal Ruhe angesagt. doch die wird gestört durch den arg quitschenden Ring an dem unser Tau festgemacht ist. Also legen wir den Festmacher auf der Steuerbordseite an den Poller. Es ist Ruhe. Den Abend geniessen wir auf der Fly und planen die kommenden Tage.

Von Motril nach Benalmadena

Mittwoch, 15.08.   Also, auch heute ist um 06 Uhr Tagwache. Nach dem Frühstück all die üblichen Arbeiten, Abfall entsorgen, Taue auf Slip kontrollieren, links und rechts nachsehen, ob die Nachbarschiffe gut  abgefendert sind, umstellen im Motorraum auf Motorbetrieb, Stromkabel einziehen, dann die Motoren starten, die hinteren Taue frei machen, dann die Murigleinen lösen und abwarten, bis sie auf Grund gesunken sind, ein kräftiger Motorschub, und noch ein Kontrollblick auf die Muringleinen der Nachbarschiffe. Mit 900 Umdrehungen, das heisst mit 3,9 Knoten fahren wir um 08 Uhr gemütlich aus dem Hafen.  Ausserhalb empfängt uns ziemlich viel Schwell und Verena hat, trotz Tablette etwas Mühe. Die ersten 3 Stunden dauert dieser Schwell an, wir werden aber immer schneller. Wir kommen auf eine Geschwindigkeit von 8,2 Knoten, dank Gezeiteneinfluss. Der Durchschnittswert der heutigen Fahrt liegt bei 7,5 Knoten. Super, wir sind zufrieden. Um 15.00 Uhr fahren wir in die Marina Benalmadena ein. Der Anmeldequai ist schon besetzt, so werden wir direkt an einen Platz eingwiesen. Mit der üblichen Routine legen wir römisch katholisch an und erledigen alle Arbeiten. Die Fahrt dauerte ziemlich genau 7 Stunden. Verena macht sich mit Schlauch und Schrubber ans Werk, während Kurt die Schreibarbeiten und das Anmelden übernimmt. Danach gibts eine Verschnaufpause und den verdienten Ankertrunk. Das Nachtessen, von Kurt zubereitet geniessen wir auf der Fly und verfolgen den regen Schiffsverkehr in diesem Hafen. Kleinere Ausflugsschiffe scheinen sehr gefragt, jedenfalls fahren sie mehrmals aus und ein.

Beitragsbild: Während wir ausfahren, kommt ein Fischer mit seinem  Fang und den schreienden Möven zurück.

Manchmal kommt es anders

Dienstag, 14.08.   Da unsere heutige Weiterreise auf 08 Uhr geplant ist, kriechen wir um  06 Uhr aus den Federn. Es ist noch dunkel und unser Schiff ist nass, als hätte es geregnet. Frühstück also im Schiff. Danach heisst es trocknen, soweit möglich und die Vorbereitungen für die Fahrt erledigen. Alles nimmt seinen gewohnten Gang, bis………ja bis der Steuerbordmotor auch nach allem „flatieren“ nicht anspringt. Das heisst, die Batterien sind nun definitiv am A……, oder schöner gesagt haben den Geist aufgegeben. Frust macht sich breit!! Kurt geht zu Roberto, der übrigens bereits um 07.55 Uhr hier war um beim Ablegen zu helfen, und meldet unser Problem. Er kümmert sich darum, ruft im entsprechenden Geschäft an, Kurt macht ein Foto von den alten Batterien und so kommt alles ins Rollen. Verena entlädt ihren Frust indem sie sich an die Schiffsinnenreinigung macht. So zieht sich der Morgen dahin. Am frühen Nachmittag „schleppen“, ein Angestellter vom Hafen und der Mechaniker die 2 Batterien auf die Madness und in den Motorraum. Ja, die Beiden brauchten ihre „Muki`s“! (Gewicht einer Batterie 54 kg) Dann geht alles ganz schnell, die neuen Batterien anschliessen, den Schlüssel drehen und der Motor brummt in seinem gewohnten Ton. Von uns Beiden kommt ein glückliches und erlösendes Ausschnaufen. Den Nachmittag verbringen wir noch mit der Aussenreinigung, in der Hoffnung, dass auf der morgigen Fahrt,  die Wellen keine Gischt aufs Deck schlagen. In Benalmodena haben wir selbstverständlich angerufen, das Problem geschildert und uns auf Mittwoch angemeldet. Also toitoitoi für morgen!!!