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Al-aqabah (steiler Hang)

Sonntag, 30. August wir haben beide nicht so gut geschlafen, vielleicht die Nachwirkung vom Vollmond. Trotzdem, nach dem Frühstück putzt Verena das Vorschiff weiter und dann wird das Vorzelt aufgespannt. Eine schweisstreibende Aktion. Es herrscht  hier die gleiche Temperatur, vielleicht tagsüber sogar etwas höher wie in Hurghada, eher trockener und nachts kühlt`s doch etwas mehr ab. Den Nachmittag verbringen wir mit lesen, diskutieren und faulenzen. Der Wind ist eigeschlafen und wir beinahe auch. Unsere Gangway können wir leider nicht nutzen, wir dürfen nicht weiter nach vorne, sonst kommt die Gulet nicht mehr raus. Wir bräuchten einen Holzsteg, um den man sich hier kümmern will, aber noch nicht geliefert hat. Mit vorhandenem Material helfen wir uns selbst, doch mehr Flop als Top!! Nach dem Nachtessen schauen wir uns den Hafen näher an und gehen dann Richtung beleuchteter Moschee. Ein Prachtsbau. Verena fotografiert und kaum 3 Minuten später folgt uns ein Mann. Er spricht uns auf englisch an und betont, der Islam respektiere alle Menschen. Er übergibt uns beiden je eine Visitenkarte und weil wir ihm zugehört haben, noch je ein „Zaeltli“.

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Weiter gehen wir zum öffentlichen Strand und es ist schon dunkel. Trotzdem, hier ist Leben pur,  Menschen die essen, trinken, baden, spielen oder Shisha rauchen. Wir würden, vor allem die badenden Kinder als gefährlich einstufen, denn wir denken,  dass man da in der Dunkelheit einen erdrinkenden Menschen nicht bemerken würde.

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Der eher ruhige Strandteil / im Hintergrund, auf der gegenüberliegenden seite vom Golf, die israelische Stadt Eilat.

Am Strandende steigen wir die Treppe hoch und gehen in die Stadt. Wir suchen einen Brotladen. Schnell gelangen wir in ein Einkaufsquartier. Es gibt keine grossen Einkaufszentren, doch viele ineinander verschachtelte Kleinshops, wo man aber alles Nötige bekommt. Wir haben „unseren“ Brotladen, den Gemüse- und Obsthändler gefunden. Auf den Metzger verzichten wir, obwohl wir ihn auch gefunden haben.

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Im Hafenrestaurant gibt es noch einen Schlummertrunk und dann geht es über unseren speziellen Steg (Hühnerleiter) aufs Schiff.

Montag, 31. August wir haben gut geschlafen und verbringen ein langes Morgenessen, nicht dass wir viel essen, aber es gibt vieles zu diskutieren. Verena hat sich beim Schiffskauf ausbedungen, dass sie jederzeit nach Hause kann und sie möchte in diesem Jahr, wenn möglich überhaupt nie mehr, eine solche Fahrt wie die letzte erleben. Da gibt es für Kurt nichts hinzuzufügen, doch gibt dies für ihn  Planungsaufgaben. Am Morgen spricht er noch mit einem Seemann der Gulet, dieser knüpft zur Zeit ein Netz, das rund um die Gulet gehen soll, da sie hin und wieder Kinder auf dem Schiff hätten. Er wäre auch bereit, Kurt zu begleiten. Aber, es gibt noch eine wesentlich bessere Lösung. Adrian hat sich anerboten, Kurt zu begleiten von Aqaba bis Limassol. Diese Situation ergibt auch andere Möglichkeiten, das heisst, wir können schnell oder langsam fahren. In ca. 48 Stunden könnten wir in Suez sein. Dort gibt es einen administrativen Zwischentag. In Suez warten wir auf gutes Wetter für die Querung bis Zypern.  Es bleibt zu hoffen, dass es keine längeren Wartezeiten gibt. Von Port Said bis Limassol benötigen wir 30 Stunden und da sind wir auf gutes Wetter angewiesen, denn die Wellen verlaufen quer zur Fahrtrichtung. Aber das ist Zukunft, bis Ende Oktober bleibt Verena auf dem Schiff und wir wollen noch einiges unternehmen.

Gegen Mittag kommt der Elektriker aufs Schiff und sieht sich die Bescherung an, die Katanga in Ägypten angerichtet hat. Er verspricht nichts, sagt nur, dass er sich bemühen werde, alles in Ordnung zu bringen, er brauche aber noch einen Fachmann für den Kühlschrank und einen für den Funk, bei dem es auch etwas „verbraten“ hat. Wir sind gespannt. Am Abend geht Kurt noch zum Einkauf, denn heute essen wir auf dem Schiff. Morgen ist dann „Vreneli-Tag“ und da gehen wir auswärts essen und versuchen mal die jordanische Küche.

Dienstag, 1. September, Namenstag aller Verenas. Die auf der Madness fühlt sich heute Morgen etwas schlapp. Bei Kurt war es gestern. Wir stellen fest, dass wir noch jederzeit auch grössere Strapazen ertragen können, aber die Erholungszeit dauert etwas länger. Diese erste Woche werden wir mit geschäftigem Nichts- oder Wenigtun verbringen und uns an das neue Klima gewöhnen. Wir sind rückwärts an eine Quaimauer angelegt und die unterschiedlichen Tiden bringen uns mit unserer Gangway etwas in Verlegenheit. Viel haben wir ja schon probiert, es wurden uns auch andere, schwere Gangways zugeschoben. Nachdem wir das Schiff neu verholt haben und etwas weiter vom Quai sind, können wir über unsere Gangway bei Hochwasser aussteigen, allerdings bei Niedrigwasser geht das auch nicht mehr. Etwas weiter neben uns liegt ein Segelboot das morgen nach der Türkei fährt. Die haben einen Holzsteg, so wie wir ihn bräuchten. Wir hoffen, dass wir uns dessen dann bedienen können. Wir nutzen den Tag um Kleinigkeiten auf dem Schiff zu erledigen. Am Abend gehen wir zu Ehren der Namensträgerin auswärts essen. Es ist sehr gut gekocht und gut gewürzt. Allerdings, die Preise sind nicht wie in Ägypten, eher wie in der Schweiz. Wir denken aber, dass dies in der Stadt vielleicht etwas günstiger ist.

Mittwoch, 2.9. Der Morgen ist mit den üblichen Haushaltarbeiten ausgefüllt. Am Nachmittag wird die Hitze unerträglich. Verena verzieht sich in die Eignerkabine und zum Glück funktioniert die Klima-Anlage wieder top. Die von Kurt hat sich noch nicht an Aqaba gewöhnt. Um 17 Uhr geht Kurt zum Wassereinkauf, denn wir trinken täglich ca. 4 Liter Mineralwasser und so schwinden die Vorräte. Wieder, unsere Gangway ist suboptimal für diesen Anlegeplatz und Kurt muss fast auf allen 4en aussteigen. Das sieht der Schiffsnachbar, ein neuer Seemann, und kommt mit Hilfe in Form von langen Latten, die unten mit 2 Querbrettern zusammengenagelt sind. Nun haben wir eine Gangway für Ebbe und Flut. Nach dem Nachtessen, Thonsalat spezial, gehen wir in die Stadt. Bei einem Allerweltsladen sitzt ein Mann draussen der uns bekannt vorkommt und beginnt mit uns zu sprechen. Er ist an  vielen Orten in der Welt gewesen, auch in der Schweiz, und zum Schluss erzählt er uns, dass er in der Filmbranche war und er habe Omar Sharif gedoubelt. Daher kommt er uns bekannt vor. Er gleicht dem verstorbenen Schauspieler sehr. Er erkennt unsere kritischen Blicke und bittet uns in seinen Laden, wo er uns Originalfotos und Widmungen von Omar Sharif zeigt. Wir kaufen bei ihm Ansichtskarten für 3 Dinar und dafür schenkt er uns eine Karte mit seinem Autogramm und Verena bekommt noch einen Armreif geschenkt. Anschliessend gehen wir zum Gemüse- und Früchtemarkt, wo wir uns für die kommenden 2 Tage eindecken. 6 Gurken, 8Tomaten, 2 Peperoni, 3 Bananen, 1 Papaya. Das kostet keine 5 Franken. Die Lebensmittel sind hier günstig. Beim nächsten Laden kaufen wir noch Brot, Verena hat nicht genug Kleingeld und auf 10 Dinar kann oder will man nicht raus geben, also bekommen wir das Brot kurzerhand geschenkt. Übermorgen gehen wir dann mit 20 Dinar…….. Zurück auf dem Schiff verstaut Verena die Einkäufe und es plagt sie noch etwas die Lust auf ein Eis. Im KYC Restaurant stillen wir unsere Wünsche.

Donnerstag, 3.9. Verena geht am Morgen allein auf Tour. Sie will das in der Nähe gelegene Resort Mövenpick besuchen, um zu fragen, ob wir so tageweise den Strand benutzen können. Kurt beschäftigt sich  im Motorraum mit Reinigungsarbeiten.

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Wie üblich bei unserem Mittagessen, Verena Naturjoghurt mit etwas Honig, getrockneten Aprikosen und einem Getreideriegel und Kurt mit Banane und einem Apfel, berichtet Verena was sie erreicht hat. Wir sind über die Preise etwas sehr überrascht, verlangt doch die Rezeption 40.– JD pro Tag und Person. Kurt ist überzeugt, das dies alle Leistungen beinhaltet, die auch Hotelgäste beziehen können und das wollen wir ja nicht. Also schreibt Kurt in die Schweiz. Die Antwort kommt postwendend, sie möchten wissen, welches Resort dies betrifft, da es 2 verschiedene gibt. Wir werden dies morgen prüfen. Aber, TOP die Reaktion vom Mövenpick, ein echter Aufsteller!

Nach 15 Uhr verzieht sich Verena in die Kabine und Kurt bleibt auf der Fly. Die Gespräche mit dem Nachbarschiff sind immer wieder interessant. Man fragt, ob wir Kontakt zu Gesellschaften hätten, die einen Kapitän brauchen (natürlich besser bezahlt) aber wir kennen niemanden. Um 18 Uhr geht Kurt in die Küche um das Nachtessen vor zu bereiten. Beim Auftischen stellt er fest, dass grosse Aktivitäten auf dem Nachbarschiff begonnen haben. Da werden Stühle weiss eingekleidet, 3 Köche kommen mit Speisewagen und Speisen darauf, Warmhalteboxen kommen aufs Schiff und die blauen Polster werden weiss überzogen. Verena meint, das sei ev. sogar eine Hochzeit. Kurt fragt den Kapitän des Schiffs, ob die Köche sich nicht im Schiff geirrt hätten. Antwort bekommen wir vom Chef der Schiffsflotte, zu der auch die Gulet gehört. Mittlerweile ist alles sehr schön aufgetischt und es kommen Gäste, jedoch nichts was nach Hochzeit aussieht, eher ein Firmen-Anlass. Wir widmen uns dem Nachtessen und die Gulet fährt aus. 3 Stunden später ist sie wieder zurück und es beginnt das grosse Abräumen. Kurt möchte irgndwann auch mal mit der Gulet mitfahren. Wir werden sehen.

Freitag, 4.9. Wir bekommen ein Mail vom Hotel Mövenpick in Aqaba mit der Empfehlung, uns bei ihnen zu melden, um eine Lösung zur Strandbenützung zu finden. Doch diese Hotelanlage liegt weit im Süden, für uns also zu weit entfernt, aber erneut, TOP-Leistung der Mövenpick Organisation. Das Freitagsgebet wird auch hier öffentlich aus der Moschee übertragen. Wir stellen fest, dass hier der Ruf des Muezin viel melodiöser ist als in Hurghada. „Mehr in Dur, weniger in Moll“. Nach dem Nachtessen gehen wir in die Stadt, diesmal in die andere Richtung und nachdem wir am Mittwoch ein Reisebüro besucht haben, gehen wir, um eine Konkurrenzofferte zu erhalten, noch in ein weiteres. Diesmal bietet man uns Platz an und wir werden höflich behandelt. Die Preise für Petra sind moderater und so beschliessen wir, für den 8.9. den Besuch in Petra zu vereinbaren. Wir leisten uns einen deutschsprachigen Führer. Mit dem Reisebüro vereinbaren wir, dass wenn wir zufrieden sind, er für uns noch einen Aufenthalt in Amman organisieren kann und auch das Birdwatching. Eilat können wir selbst organisieren.

Samstag, 5.9. Nach dem Frühstück gehts zum Einkauf. Wir brauchen Brot und Wasser, das kennt man doch von irgend wo her? Auf dem Marsch zur Bäckerei schaut Kurt kurz in ein Schaufenster, wo es Schuhe und Kleider hat. Es kommt wies kommt. Wir verlassen den Laden mit 2 Paar Hosen (Herrenhosen), aber ohne neue Schuhe. Erfreulich ist, dass die Textilien aus der Türkei und nicht aus China stammen. Zurück auf dem Schiff sind wir schlapp und ergeben uns dem Nichtstun. Wir haben beschlossen, uns heute chinesisch zu verpflegen. Um19.30 Uhr (vorher war es aufgrund des Wasserstandes und unserem immer noch nicht gelösten Ausstiegsproblem nicht möglich) verlassen wir das Schiff und den Hafen und marschieren ins Chinesen Restaurant. Das Essen ist üppig und gut und mit vollem Bauch gehts es wieder Richtung Schiff, allerdings mit einem Abstecher in einen Laden, der liquidiert wird. Dort kauft Verena spezielle Weingläser und Kurt bemerkt einen Teppich/Fussabtreter, der auf unser Schiff passen würde, der Preis stimmt und der Teppich gekauft. Der Wasserstand hat nun wieder die Höhe erreicht, dass wir unsere eigene Gangway nutzen können.

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Täglich werden hier von den reifen Datteln genascht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Wer kennt diese Blüten? Styroporteile, ob zur Zierde oder gegen Verletzungen, jedenfalls originell!