Aqaba, Petra und Wüstenstaub 069

Aqaba 2

Sonntag, 6. September. Am Morgen gehen wir in die Stadt, denn wir brauchen Geld und müssen das Nachtessen einkaufen. An einem Bankautomaten von Jordan Bank versuchen wir einen höheren Betrag als vorgeschlagen einzugeben. Alle Transaktionen laufen ab, die Kreditkarte kommt wieder raus, von Geld jedoch keine Spur und der Bankomat schaltet auf Störung. Nun sind wir aber gespannt, ob uns der Betrag belastet wird. Verena braucht noch einen Coiffeur, doch finden wir nur jene für Männer.  Der Einkauf von Gemüse und Früchte beim Marktstand ist getätigt.  nun brauchen wir noch Kaffeebohnen. Wir finden einen Laden, der die verschiedensten Nüsse und 2 Sorten Kaffee hat, stark und schwach geröstet. Wir entscheiden uns für ein Kilo Bohnen gemischt und sind auf das Aroma gespannt. Der Verkäufer erklärt uns, wenn wir gemahlenen Kaffee kauften, könnte er uns noch Kardamon dazumischen, was hier nicht unüblich sei. So ein Kaffee werde gerne nach dem Essen getrunken und trage zur guten Verdauung bei.  Der Nachmittag ist mit der Aktualisierung der Homepage ausgefüllt und nach dem Nachtessen haben wir keine Lust, das Schiff zu verlassen.

Montag, es ist heiss und feucht. Verena geht auf die Suche nach einem Coiffeur. Mit Hilfe findet sie das Fitness & Beauty – Center Janna und bekommt einen Termin auf 12.00 Uhr. Also legt Verena einen kurzen Stadtbummel ein. Wieder im Salon wird sie von der Coiffeuse freundlich empfangen. Dann findet eine längere Beratung über den Haarschnitt statt, zu der noch eine weitere Person hinzukommt. Die Diskussion, bei der sich die Damen sehr bemühten, endet so, hier tragen die Frauen nur lange Haare, also kennt man sich mit Kurzhaarschnitt zu wenig aus, die Person die dies beherrscht ist aber heute nicht da. Sie schlagen vor, einen neuen Termin zu vereinbaren, der auf Mittwoch, 11 Uhr festgelegt wurde.  Gegen Abend werden  die Berge rot und unscharf. Ein eigenartiges Licht entsteht. Nach dem Nachtessen gehen wir noch auf einen Schlummertrunk ins Hafenrestaurant.  Hier gibt es nur dies Eine, und so haben sie etwas mehr Gäste als die Restaurants in Hurghada, doch den grossen Ansturm haben sie auch nicht. Zeitig gehen wir zu Bett, denn morgen müssen wir „früh“ aus den Federn.

Dienstag, 8. September. Um 07 Uhr gibts Frühstück, denn um 08 Uhr sollen wir für Petra abgeholt werden. Eigenartigerweise ist die Sicht sehr schlecht. Es ist aber nicht Nebel, sondern Wüstenstaub, nicht Wüstensand. Der ist so fein, der dringt überall ein. Punkt 08.00 Uhr stehen wir bereit und freuen uns, dass unser Reiseführer ebenso pünktlich ist. Wir fahren Richtung Petra und ca. 10 km ausserhalb Aqaba kommen wir an eine Zollstation. Der Bezirk Aqaba ist eine zollfreie Zone und der Staat passt gut auf, dass die Einheimischen nur für sich selbst einkaufen. Sie wollen nicht, dass die Shops im Norden ihre Preise nicht mehr halten können, weil die Leute von Aqaba ohne Zollgebühren einkaufen und die Ware danach im Norden zwar etwas günstiger, aber trotzdem mit Gewinn wieder verkaufen. Es ist wie die Grenze zwischen D und CH. Der Staat schaut für alle. Nach weiteren 10 Minuten Fahrt hält der Fahrer an und geht in einem Minimarkt Geschirrwaschmittel kaufen und reibt sein Auto damit ein. Er sagt, dass sich der Sand auf dem eingetrockneten Abwaschmittel festsetzt und er nachher das Auto nur abspritzen muss. Nach knapp zwei Stunden sind wir in Petra und verlassen das Auto bei äusserst angenehmen Temperaturen, denn wir befinden uns auf 1000 MüM.

Petra ist die einstige Hauptstadt der Nabatäer, eine grosse Handels-Stadt in der strategisch wichtigen Gegend, die China und Indien mit den Hafenstädten des Mittelmeeres verbanden. So beteiligten sich die Nabatäer am Karawanenhandel, der vor allem Weihrauch und Myrrhe aus Arabien, Gewürze und Seide aus Indien und Elfenbein und Felle aus Afrika brachte. Durch die Zollgebühren, die sie den Karawanen abnahmen, konnten sich die Nabatäer ein mächtiges Königreich aufbauen. Aus den umliegenden Quellen wurden Leitungen verlegt und auch Zisternen gebaut.

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Das Obeliskengrab, ein Beispiel verschiedener Kunstepochen, ägyptisch die Obelisken, das Triklinium, Raum in der Mitte, nutzten die Nabatäer für rituelle Feste zu Ehren der Toten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Eindrücklich, wie sich da Pflanzen und Bäume  entwickeln können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Einfach atemberaubend eindrücklich!
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Links sieht man sehr deutlich den Wasserkanal.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In die Stadt kommt man durch den Siq, eine 1200 m lange, tiefe und enge Schlucht von besonderer Schönheit, die von bis 80 m hohen Felswänden eingefasst ist, bizarre Felsformationen aus vielfarbigem Gestein.  An der schmalsten Stelle war der Durchgang 2 Meter. Links und rechts sind Wasserkanäle vorhanden, um das ablaufende Wasser der Berge aufzunehmen und in Zisternen zu leiten.  Die mehrfarbigen Felsen enthalten die verschiedensten Mineralien, die oft streifenweise eingelagert sind. Am Ende dieser (einfach zu verteidigenden) Siq eröffnet sich der Blick auf die Schatzkammer.

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Zwei Säulen wurden restauriert, der Rest des Gebäudes hat sich so gehalten, gut geschützt vor Wind und Sonne.

 

Dieses „Haus“, das in den Fels eingebaut wurde öffnet ein breiteres Tal. Das heisst, mit den damals zur Verfügung stehenden Mitteln haben die Nabatäer zuerst eine Fassade in den Fels gehauen und den Fels nachher innen ausgehöhlt und Kammern ausgeschlagen. Von diesem Punkt geht es sanft abwärts, vorbei an den zum Teil aufwendig verzierten Grabkammern,  an den Felsenwohnungen und dem Amphitheater, das ursprünglich 3’000 Sitzplätze hatte, dann nachdem Petra von den Römern unter Kaiser Hadrian doch eingenommen werden konnte, wurde das Theater auf 5’000 Sitzplätze ausgebaut.

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Felsenwohnungen und Tier-Unterstand.

 

 

 

 

 

 

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Eine wunderbare Farbenvielfalt.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Vorbei am grössten Monument, es ist 45 Meter breit und 40 Meter hoch überqueren wir eine tiefe Schlucht, die das Wasser zu den „normalen“ Häusern brachte. Diese Häuser aus Steinen gebaut, sieht man nicht mehr, denn ein grosses Erdbeben (hier reiben sich, Irrtum vorbehalten, die afrikanische und asitatische Platte aneinander) hat die Stadt zerstört und die Überlebenden sind ausgewandert. Die Stadt geriet in Vergessenheit, bis sie 1812 von einem Schweizer namens Burckhart wieder entdeckt wurde. Auch Christen haben sich (vor der Zerstörung) niedergelassen und eine Kirche erbaut. Diese 3 schiffige Kirche hatte einen schönen Mosaikboden, den man wieder freigelegt hat.

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Nach wie vor finden hier in Petra Ausgrabungen statt und es werden laufend neue Erkenntnisse gewonnen. Es ist also noch lange nicht fertig. Nach einem guten Mittagessen gehts über die römische Strasse, mit den original Steinplatten belegt und Säulen zu beiden Seiten, die nur noch fragmentarisch  vorhanden sind zurück Richtung Ausgang. Wir haben einen Rundgang von 8 km gemacht und den Hauptteil gesehen.

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Black and white friedlich beisammen………

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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….und der Junge, der auf seinem Esel, schon vor den Toren  Ansichtskarten verkauft.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unser Reiseleiter Achmet, er spricht sehr gut deutsch, hat ein fundiertes Wissen über Jordanien und Petra insbesondere und er hat uns reichlich informiert, ohne uns zu überlasten. Da er auch Führungen in Amman macht, beschliessen wir, ihn auch dort zu buchen und vereinbaren einen Termin mit ihm, der allerdings vom Reisebüro bestätigt werden muss. Die Rückfahrt geht schnell, wir sehen wohl etwas mehr vom Land, aber nicht wirklich viel mehr. Der Wüstenstaub ist nach wie vor in der Luft. Nach einer Pizza geht es nach „Hause“ und wir „verkriechen“ uns ins Innere, denn mittlerweile hat sich eine dicke Staubschicht auf, wie leider auch im Schiff „breitgemacht“.

Mittwoch, 9. September. Der Himmel ist immer noch trüb und Staub liegt in der Luft. Wir haben etwas „Zoff“. Verena ist über diesen Staub verzweifelt und beginnt zu reinigen und Kurt kann dies nicht verstehen. Was bringt die Reinigung, so lange dieses Wetter andauert, denn kaum ist man fertig, kann man von Neuem beginnen. Diese Wettersituation wird ja nicht ewig andauern, aber es ist wirklich ärgerlich.

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Von Meer und Eilat keine Spur…….

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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…..und auch von Aqaba nichts mehr zu sehen.

Die Sicht ist mittlerweile doch sehr stark eingeschränkt und Verena begegnet bei ihrem Gang zum Coiffeur sehr vielen „Chirurgen“, ach nein, Leute mit Mundschutz.  Dieser Staubsturm hat gigantische Ausmasse angenommen und in vielen Ländern wird davor gewarnt, sich unnötigerweise im Freien aufzuhalten. Dem leben wir auch nach. Erst am Abend gehen wir noch ins Reisebüro und buchen unseren Trip nach Amman. Wir werden wieder den gleichen Reiseführer haben. Die Hinfahrt buchen wir mit Auto und zurück wollen wir mit dem Bus. Nach dem Reisebüro geht es noch zum Einkauf. Da hier alle Läden gegen die Strasse offen sind, sind auch Gemüse und die Früchte voller Staub, was beim Wägen den Ladenbesitzern zu Gute kommt. Verena findet in der Bäckerei einen Brotring, der gut aussieht. Tatsächlich haben wir ein gutes Brot gefunden das auf der Kruste auch noch Schwarzkümmel hat. Zeitig gehen wir zu Bett und träumen davon, dass morgen der Wüstenstaubsturm vorbei ist, auch wenn dies bedeutet, dass wir mindestens 2 Tage mit Reinigen beschäftigt sein werden . Dieses Wetter hat wohl mit der Klimaveränderung zu tun, denn, so hat man uns glaubhaft versichert, gibt es diese Phänomene nie im Herbst. Im Frühjahr bei Tag und Nachtgleiche kann es alle X Jahre mal vorkommen. Im Herbst war es seit Menschengedenken noch nie so. Dazu kommt, dass ein heisser Wüstenwind weht, der auch in der Nacht die Temperatur über 30 Grad hält.

Noch kurz eine Bemerkung zum Coiffeurbesuch. Die Spezialistin für Kurzhaarschnitte ist eine Russin, nett und höflich, doch spricht sie leider kein Englisch. Aber mit Hilfe einer englisch-sprechenden andern Coiffeuse konnten die Wünsche geklärt und die Arbeit zu Verena`s Zufriedenheit erledigt werden. Der Preis für waschen, schneiden, föhnen und Gel gerade mal sieben Jordanische Dinar, überraschend günstig.