Aqaba mit Südstrand 019

Aqaba 4

Mittwoch, 16.9. Es ist merklich kühler, 1 Grad, aber wir beschliessen trotzdem, heute etwas auf Erkundungstour zu gehen. Wir verlassen den Royal Yacht Club in südlicher Richtung und laufen Richtung Fahnenmast. Zur Rechten das Meer, und die Kräutergärten. Ein Junge mit einem Hund überholt uns und begrüsst uns spontan mit Handschlag. Einfach nett. Beim Fahnenmast angekommen, es ist einer von den weltweit höchsten freistehenden Fahnenmasts suchen wir vergebens nach einer Tafel, die uns die Höhe angibt. Anschliessend gehen wir ins Museum von Aqaba. Dort sind Gegenstände ausgestellt, die in der Nähe ausgegraben wurden. Die Viktoria Universität aus Kanada ist massgeblich an den Ausgrabungen beteiligt. Zur Hauptsache sind Gegenstände (Schmuck, Amphoren, Werkzeuge, Steine etc.) aus der Zeit der Nabatäer 80 vor Christus und anschliessend aus der Römerzeit zu sehen. Zum Museumseintritt gehört auch die Besichtigung des Castells aus der Römerzeit. Dies weist eine Fläche von ca. 60×80 Meter auf und wird wieder restauriert. Sehr beeindruckend, wie viele Räume dieses Castell hat und äusserst imposant die Dicke der Aussenmauern. Sie haben eine Dicke von ca.1,5 Meter. Beim Hinausgehen fragen wir im Tourismus Büro noch nach der Höhe des Fahnenmasts ist. Die Antwort: 126 Meter.

Aqaba 023

 

 

 

 

 

 

 

Aqaba 022

 

 

 

 

 

 

 

Aqaba 025
Wasser-Ableitungen ins Meer bei Überschwemmungen, wie z.Bsp. im vorletzten Frühjahr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir laufen noch etwas weiter Richtung Süden, müssen dann aber einerseits einsehen, dass wir noch 10 Kilometer bis zu den Hotel- und öffentlichen Anlagen zu laufen hätten und andererseits schreit unser Flüssigkeitshaushalt nach Nachschub. Das „in die Jahre gekommene Strandhotel“ ist geschlossen, also kehren wir im dahinterliegenden Fischerhafenbeizli ein, geniessen einen Lemonjus und den Blick auf den Fischerhafen. Der Rückweg führt nochmals an der Fahnenstange vorbei und der Tourismus-Mann winkt uns. Er entschuldigt sich, er habe eine falsche Zahl gesagt. Der Mast sei 136 Meter hoch. Via Einkaufsstrassen geht es zurück zum Schiff und Verena macht sich an die Veröffentlichung der Berichte.

Das Nachtessen geniessen wir wieder auf der Fly,  müssen dabei auch feststellen, dass eine „Schiffsputzete“ wieder dringend nötig ist. Kurt vertieft sich anschliessend in ein längeres Gespräch mit dem Seemann von der Gulet, auch er heisst Hassan. Er will Kurt noch zu einem Kaffee einladen. Den muss er ablehnen, denn Kaffee nach 15 Uhr bedeutet schlaflose Nacht. Besonders bei der Stärke, wie hier der Kaffee zubereitet wird.

Donnerstag, 17.9. Einmal mehr „Wasser marsch“ und weg mit den letzten „Staubsturm-Zeugen“! Uns fällt auf, dass das Schiff in diesem Jahr gelitten hat, obwohl viel weniger gefahren sind. Das Rote Meer ist das 2. salzhaltigste Meer auf der Welt und dies merkt  man. Darum sind hier die meisten Schiffe aus Holz.

Vom Mövenpick haben wir nun eine gute Offerte erhalten. Nach unserem Trip nach Amman werden wir gerne auf dieses Angebot zurück kommen. Wir begreifen aber, dass sie für Tagesgäste einen entsprechenden Preis verlangen müssen. Danke an Mövenpick und insbesondere an Herrn Beat Peter und Frau Marie Lamarche.

Abends kommen die Temperaturen jetzt langsam in angenehme Bereiche. Gegen Mitternacht noch etwa 32 Grad. Wir sitzen noch auf der Fly, da ruft Hassan und fragt, ob wir Lust hätten, morgen mit ihnen einen Tagesausflug auf eine Insel zu machen. Hätten wir ja schon, doch ist dies für uns etwas überraschend und der morgige Tag  verplant. Auf diese Insel fahren sie hin und wieder, also aufschoben ist nicht aufgehoben. War aber sehr nett. In dieser Nacht, während der kühlsten Phase, ca. 05 Uhr (26 Grad, ohne Klimaanlage) braucht Verena bereits wieder eine Decke, entwickelt sie sich schon zum „Gfrörli“?

Freitag, 18.9. Ein Tag der Überraschungen. Die Gulet Aladin ist pünktlich um 08 Uhr ausgelaufen. Nach dem Frühstück gehen wir einkaufen. Bei der Bank machen wir einen Zwischenhalt. Auf dem Rückweg kaufen wir noch eine 8 Literflasche Mineralwasser. Die sind ausgiebiger und ergeben weniger unnötigen Abfall, denn auch hier fehlen die Pet Sammelstellen. Am Nachmittag lesen wir etwas und zwar im Schiffsinnern, da hört Kurt, dass jemand ruft. Als er nach draussen kommt, steht ein Mitarbeiter des Royal Yacht Clubs vor dem Schiff, hält etwas in seinem T-Shirt und möchte aufs Schiff kommen. Er bringt frische Datteln. Kurt hält sein T-Shirt auf und es erfolgt die Übergabe T-Shirt zu T-Shirt. Wir seien immer freundlich meint er und, die frischen Datteln sollen wir noch waschen. Offensichtlich machen die Leute hier oft andere Erfahrungen. Gegen Abend kommt noch ein Mail vom Mövenpick, wo sich Herr Peter erkundigt, ob wir uns mit dem zum Hafen näheren Mövenpick einigen konnten und lädt uns auf jeden Fall ein, ihn zu besuchen, wir sollen doch den Shuttle-Bus nehmen. Das ist nun weit mehr, als wir je erwarten konnten. Wir werden ihn besuchen und freuen uns, ihn  persönlich kennen zu lernen.

Wir essen auf der Fly. Heute gibt es Käse, Tomaten, Karotten mit Dip Sauce, gewürztes Kräuter- Brot und dazu einen sehr guten Pinot noir. Der Wein, der hier in Jordanien produziert wird, schmeckt uns. Nach dem Motto: Rotwein ist für alte Knaben, eine von den besten Gaben, geniessen wir den angenehmen Abend. Um 20 Uhr kommt die Gulet zurück. Das war ein langer Tag. Der Seemann Hassan geht nach einer Stunde vom Schiff und fragt uns, ob wir etwas von der Stadt benötigen. Dies ist nicht der Fall. Nach etwa einer Stunde kommt er wieder zurück und will uns zu einem Nachtessen einladen, denn er wolle jetzt für sich und 2 Kameraden kochen. Doch wir haben schon gegessen und müssen dankend ablehnen. Dann übergibt er uns  Süssigkeiten/Honiggebäck mit Kokosnuss, die er uns um jeden Preis schenken will. Er begründet das auch damit, dass wir immer so freundlich seien.

Samstag, 19.9. Ein ruhiger Tag beginnt. Wir skypen am Morgen mit Adrian. Kurt freut sich, mit ihm zusammen das Schiff nach Limassol zu überführen. Das ist für beide Neuland, vor allem da wir Tag und Nacht fahren und räumlich nahe beisammen sein werden.

Verena hat Rückenschmerzen und so geht Kurt alleine zum Wasserkauf. Verena beobachtet in der Zwischenzeit eine Taube,  die so meint sie, nicht nur beringt sondern auch am andern Fuss etwas hat. Ob es eine Brieftaube ist, könnte ja sein. Sie ist um einiges grösser wie die andern Tauben hier, schwarz/weiss gefiedert und doch recht zutraulich. Nach dem Nachtessen auf der Fly merken wir, dass sich der Himmel langsam zu zieht. Für den kommenden Tag ist etwas Bewölkung angesagt. Es entwickelt sich ein wunderschönes Abendrot.

Aqaba mit Südstrand 002
Die Beringung ist so deutlich sichtbar,

 

 

 

 

 

 

 

 

wie auch das Glühen des „Himmels“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonntag, 20.9. es ist bewölkt, merklich weniger warm und unsere Lebensgeister sind erwacht. Nach dem Frühstück rufen wir unseren Taxifahrer an und bestellen ihn für die Fahrt zum Südstrand, resp. zum Aquarium. Pünktlich erscheint das Taxi und wir fahren 12 km nach Süden zum Aquarium. Geschlossen!  Der Taxifahrer versteht nicht weshalb, denn 5 Tage Sonntag bis Donnerstag ist offen. (später erfahren wir, dass das Aquarium im letzten Jahr durch das Hochwasser zerstört wurde) Also entscheiden wir etwas weiter bis Berenice zu fahren. Dort steigen wir aus und stehen vor dem privaten Resort, zu dem auch die Gulet gehört. Nein, wir gehen nicht hinein und laufen auf der Strasse ca. 500 Meter bis zum Besucherzentrum.

Aqaba mit Südstrand 006
10 km sind uns doch etwas zu weit.
Aqaba mit Südstrand 007
Ein sauber gepflegter öffentlicher Strand.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aqaba mit Südstrand 015
Immer wieder Blumen der besonderen Art.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aqaba mit Südstrand 013
Auf Grund des leichten Gewichts, müssen dies wohl die Samenkapseln sein.

Das ist ein öffentlicher Strand und wir sind einmal mehr erstaunt, fast keine Gäste und Strand soweit das Auge reicht. Wir laufen bis zum Campingplatz. Ein einzelnes Zelt ist bewohnt. Wir beschliessen noch bis zum nächsten Steg zu laufen. Da steht ein uniformierter Polizist,  er kommt auf uns zugelaufen, begrüsst uns mit Handschlag, fragt nach dem woher und wohin und offeriert uns spontan einen Kaffee an der Strandbar. Er bezahlt, trinkt ein paar Schlucke und verabschiedet sich wieder, nicht ohne zu sagen, er sei der Postenchef von diesem Abschnitt,( es ist ja nicht mehr weit bis Saudiarabien) er heisse Achmed und wenn wir ein Problem hätten, dürfen wir jederzeit zu ihm kommen. Das ist uns noch nie passiert. Super.  In einem Resort für Taucher, praktisch ohne Gäste, essen wir eine Kleinigkeit. Danach laufen wir zurück, setzen uns unter ein Dach auf eine Bank, geniessen die Aussicht auf das Meer, beobachten Neulinge beim Tauchlehrgang, sowie die Einheimischen, Männer, Frauen und Kinder, die sich nun langsam am Strand versammeln.

Aqaba mit Südstrand 014
Wir geniessen die Aussicht beim Mittagessen.

Um 15 Uhr rufen wir „unser“ Taxi und fahren zurück auf unser Schiff. Das Nachtessen nehmen wir heute auswärts. Auf dem Weg zum Captains Restaurant treffen wir noch unseren Reiseführer und diskutieren mit ihm noch über die bevorstehende  Ammanreise und beschliessen, dass wir für die Hinfahrt, die Route am Toten Meer vorbei wählen, da auf dem Rückweg der Bus über die Wüstenautobahn fährt. Das Essen hat uns sehr geschmeckt, und die Bedienung war freundlich und nett. Wir können auf einen interessanten und guten Tag zurückblicken.

Montag, 21. 9. Die Sonne scheint wieder vom klaren Himmel und wir verbringen den Tag mit Vorbereitungen für Amman, Yachtclub-Büro und Schiffsmannschaft neben uns über unsere Abwesenheit informieren, das nötige Kleingeld besorgen und packen. In der Stadt spürt man schon deutlich die ersten Vorboten des anstehenden Schlachtfestes, das 70 Tage nach Ramadan stattfindet. An den Bankomaten stehen die Leute Schlange, der Verkehr und leider auch die „Huperei“ haben sehr zugenommen und Einkäufe werden getätigt, unter anderem auch Geschenke und Kleider für die Kinder. Unser Reiseleiter Achmet hat uns erzählt, dass Mittwoch und Donnerstag auch in Amman viel Betrieb sein werde, doch viele „Ammaner“ würden nach Aqaba ans Meer fahren, so dass hier wesentlich mehr „Trubel“ herrsche.