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Begegnungen

Sonntag, 15.09. Der Vollmond ist vorbei und wir stehen guten Mutes auf. Den Morgen verbringen wir mit „nuschen“ und ordnen, was kommt nächste Woche mit nach Hause und was bleibt auf dem Schiff. Heute kommen unsere Freunde aus Brügge mit ihrem Schiff nach Breskens. Wir freuen uns sie wieder zu sehen. Die Gedanken um unseren Sonnenschutz vertiefen sich. Wir kommen zum Entschluss, dass wir das Gestänge demontieren möchten, Voraussetzung, wir können dies in der Werft einlagern. Wir werden das am Montag mit der Werft klären. Am frühen Nachmittag  treffen unsere Freunde mit 5 weiteren Kindern ein. Natürlich sind wir beim Anlegen behilflich.

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Danach geht die Familie zum Essen, der Anlass ist der gestrige 12. Geburtstag der Zwillinge. Nach der Rückkehr vom Essen wird das Beiboot aus dem Schiff geholt und die Jungs und Mädchen drehen runden um Runden. Das Schiff der Familie heisst Lunoo. Das ist die Abkürzung der beiden Mädchen Luna und Noor.  Bei einem Umtrunk auf ihrem Schiff geniessen wir nochmals das Zusammensein. Viek und Katrijn  sind sehr angenehme, umgängliche Menschen. Viek bietet uns sogar an, unser Gestänge bei sich zu lagern, aber irgendwo hat die Gutmütigkeit Grenzen, die wir keinesfalls ausnutzen wollen. Wir freuen uns echt, dass wir sie kennen gelernt haben und hoffen, dass sie auf ihren Geschäftsreisen durch Europa uns mal besuchen werden. Da sie ihr Schiff von Cadzand nach Breskens zum Überwintern bringen wollen, ist die Chance gross, sie im Frühjahr wieder zu treffen, darauf freuen wir uns.

 

Montag, 16.09. 2 Tage nach Vollmond sind die Hoch- und Niedrigwasser extrem hoch/tief. Damit sind die Aufgänge der Schwimmstege zum Land besonders flach oder steil. Kurt geht zur Werft um sich über die Lagermöglichkeiten zu erkundigen. Alles kein Problem. Also beginnt er mit dem Demontieren des Gestänges. Aber hoppla, das geht nicht so einfach, die Hilfe von Verena ist erforderlich. Alle Stangen können wir nicht lösen. Schrauben, die sich nicht drehen lassen, oder mit Farbe fixierte Stangen. Wir stecken die Köpfe zusammen und beschliessen, zukünftig auf das Sonnenverdeck ganz zu verzichten. Also soll die Werft den Rest demontieren und entsorgen, was sie nicht brauchen können. Wir denken, dass wir im Norden die Sonne geniessen möchten und so  den kalten Wind weniger unangenehm empfinden. Zudem sind wir ohne Sonnenverdeck weniger hoch, was bei Brücken wieder ein Vorteil sein wird. Auch können wir ohne Sonnenverdeck den Mast nach hinten ablegen. Verena ist mit der Innenreinigung beschäftigt und danach werden erste Bereitstellungen für die Koffer getroffen. Während Kurt noch mit dem Gestänge beschäftigt ist, kommen zwei Männer über den Steg und der eine spricht Kurt in schweizerdeutsch an. Ein Segler, der eine Alujacht erworben hat und am umbauen/einrichten ist. Wie meist, man ist „gwundrig“ bei einem alten Schiff……. also  laden wir die beiden Männer für eine Besichtigung ein. Anschliessend gehen wir zum Einkauf. Natürlich nur noch was in den letzten zwei Tagen auch gegessen wird.

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Ein gutes Stück Weg bis wir aus dem Hafen können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Diesen lustigen Kerl werden wir zu Hause auf dem Weg ins Dorf vermissen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Wir können es nicht verhehlen, eine gewisse Unruhe hat uns gepackt. Ist alles organisiert, erledigt, haben wir doch noch etwas vergessen, die Fragerei will nicht enden.

 

Dienstag, 17.09. Es ist 12 Grad im Schiff und es braucht Überwindung zum Aufstehen. Verena hat noch einen Waschgang und Kurt begibt sich nochmals zum Jachtservice. Sie werden uns  morgen ihre Liste der zu erledigenden Arbeiten übergeben, damit wir sie auf Komplettheit prüfen können. Für uns beginnen nun die Abschlussarbeiten. Die Feuerlöscherwerden abgehängt, denn sie  müssen gewartet werden, wie auch die Rettungsinsel und bei der Notfunkboje muss die Batterie ersetzt werden. Dies alles sind Voraussetzungen, damit wir den Flaggenschein vom CH-Seeschiffsfahrtsamt wieder erhalten. Diesen müssen wir alle 3 Jahre erneuern lassen und für das Betreiben einer Seefunkstelle bezahlen wir jährlich. Im Laufe des Nachmittags meint Verena, „was chlöpfd au eso“. Der Wind ist aufgekommen und die losen Stangen des Sonnenverdecks wackeln. Kurt befestigt sie, aber wir werden sie in der Nacht bei Windstärke 6 bis 7 trotzdem hören. Die Stühle von der Fly lagern wir im Salon ein, da sind sie vor dem Sturm sicher. Das grosse Packen beginnt. Zum letzten Mal in dieser Saison essen wir auf dem Schiff. Danach wird noch der Kühlschrank abgetaut und natürlich, wie könnte es anders sein,Tagebuch geschrieben.

Titelbild: Eine echt fotogene Möve, sie liess sich von Verena`s Nähe nicht stören, sie hatte sich ja auch einen tollen Platz ausgewählt.