Kategorie-Archiv: Allgemein

Nicht nur Glück

Dienstag, 21.05. Der Wind will und will nicht nachlassen. Trotzdem haben wir gut geschlafen und nach dem Frühstück ist warten angesagt. Verena macht sich am Bügelbrett nützlich und Kurt schreibt mal eine Email an Frank damit wir weiter planen können. Die Antworten die zurück kommen sind sehr vage. Kurt schreibt noch eine Email an die Werft in Maasholm, die den Generator eingebaut hat. Auch die können nicht verstehen, weshalb kein Thermostat vorhanden ist. Sie haben den Motor so eingebaut, wie sie ihn bestellt haben. Da haben wir wohl nach 6 Jahren keine Chance mehr, irgend etwas zu bemängeln, versuchen wollen wir es aber trotzdem. Dann beschliessen wir, dass wir kurz in die Stadt gehen. Kurt will sich nochmals ein Paar der günstigen Sandalen kaufen, auch benötigen wir noch Brot. Wir kaufen beim Bäcker ein Maisbrot, das ist mit € 4.40 doch recht teuer, aber auch schwer. Wie wir aber erfahren, handelt es sich um Biomais, der aus dem Kanton Tessin kommt. Der nette Verkäufer zeigt uns das spontan auf seinem Handy, nachdem er uns nach unserer Nationalität gefragt hat. Verena braucht auch noch ein Paar Schuhe, aber da ist Kurt`s Anwesenheit nicht notwendig, also teilen wir uns die Aufgabe. Kurt trägt die Sandalen und das Brot aufs Schiff und Verena begibt sich zum Schuhkauf. Ihre Füsse sind mit 10 Euro-Schuhen nicht happy. Um 14.30 Uhr, Verena ist schon längst zurück, beschliessen wir nochmals einen Marsch zum Guadalquivir, nun wirklich bis zur Einmündung, zu unternehmen. Der erste Teil des Weges ist bereits bekannt, danach geht die Suche los und wir marschieren und marschieren. Schlussendlich landen wir in einem Restaurant, aber noch immer nicht bei der Einmündung dieses bekannten Flusses. Wir geben auf, lassen uns hier nieder und gönnen uns einen kleinen Imbiss. Wir können „auf Französich“ bestellen, was uns die Sache erleichtert. Eine Portion Rührei mit Spargeln und Crevetten hat gut für uns Beide gereicht. Verena „schiesst“ noch ein paar Fotos.

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Dann machen wir uns auf den langen Rückweg, wo uns bald einmal  die Feuerwehr und die Guardia Civil den Weg versperrt. Ein Feld brennt, der  Grossteil ist jedoch schon gelöscht. Möglicherweise eine Zigarette, die achtlos weggeworfen wurde. Bei diesem Wind und der Dürre reicht das schon um einen Brand auszulösen. Die Einsatzkräfte machen einen guten Job, alles geht ruhig ab.

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Der Weg zurück zieht sich in die Länge und wir spüren unsere Glieder. Auf dem Schiff angekommen verzichten wir auf ein Nachtessen. Die Zvieriplatte hat unseren Hunger gestillt. Heute werden wir sicher, trotz Wind gut schlafen. Immerhin haben wir auf dem Schrittzähler die Summe von 24’000 Schritten.

 

Mittwoch, 22.05. Wir haben gut geschlafen, der Wind ebenso. Von Frank haben wir leider keine Nachricht erhalten ob das Ersatzteil angekommen ist. Also ist Putztag angesagt. (nicht dass noch jemand unsere Putzerei vermisst) Schiff abspritzen, fegen , Fenster reinigen etc. Zum Glück weht nur ein laues Lüftchen.  Die Werft aus Deutschland, die den Generator eingebaut hat will uns behilflich sein und hat bereits mit dem Lieferanten Kontakt aufgenommen. Auch dieser kann sich nicht erklären, dass in unserem Motor kein Thermostat ist. Dem ist aber so und wir verfolgen die Sache weiter. Leider haben wir von Seiten des Mechanikers immer noch keinen Termin. So schreibt Kurt ein neues Mail. Also, die Bestellung ging an Vetus Andalusien, diese hat das an Vetus Spanien weiter geleitet……… ärgerlich. Nach der Mittagspause beginnt Verena mit Malerarbeiten, ein bisschen Makeup für die Madness. Da und dort hat es  „Naetschi“, die farblich korrigiert werden um die Gesamterscheinung etwas aufzumotzen.  Anschliessend hält Verena Krimistunde (lesen) auf dem „Hinterdeck“. Die Sonne und die Temperaturen mit dem feinen Lüftchen lassen es erstmals zu, dass man draussen sitzen kann. Kurt übernimmt den Küchendienst. Beim Nachtessen beschliessen, morgen nach Sevilla zu fahren (per Bus) um diese wunderbare Stadt nochmals bei Tag geniessen zu können.

Titelbild: Ein Maulbeerbaum mit seinen vielen Beeren.

weitere Tage in Chipiona

Sonntag, 19.05. Trotz Wind und abklingendem Vollmond haben wir gut geschlafen. Der Wind ist immer noch aktuell und es pfeifft den ganzen Tag über. Nach dem Frühstück nehmen wir uns 2 Sachen vor. 1. heute nehmen wir einen „neuen“ Weg in die Stadt,  und 2. Kurt weiht seine Sandalen ein. Zuerst wollen wir aber mal rüber zu den Fischern, denn da soll es einen Fischladen und die Fischerkantine geben, wo man sehr gut, und vor allem frischen Fisch essen kann. Sonntag! Beides geschlossen. Mit Bewilligung dürfen wir in den Bereich der den Fischern vorbehalten ist. Die Fischer haben hier auch ihre eigenen Räume.  Hunde, Katzen und nochmals Hunde sind auf dem Gelände, aber alle sehr friedlich.

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Der kleine „Pfüdi“ versteht etwas von Fotoshooting

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Dann laufen wir Richtung Stadt. Wir schlendern durch Gassen und Strassen und uns fällt auf, dass es auch hier viele Hunde hat. Sie werden an der Leine ausgeführt, sehr oft zwei oder gar drei zusammen. Entweder gibt es hier viele Einbrüche oder man ist extrem tierliebend. Aufgrund der Hunderassen (praktisch alles Mischlinge) gehen wir von Tierliebe aus. Nach dem Marsch kreuz und quer durch die Stadt stehen wir wieder vor dem Leuchturm. Der soll ja ab 11 Uhr geöffnet sein, treppensteigend begehbar! Zu Kurt’s Glück ist aber alles geschlossen! Dann gehts dem Strand entlang zurück zum Schiff. Die Farben des Meeres und die unterschiedlichen Bilder bei Ebbe und Flut begeistern uns immer wieder.

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Angekommen auf unserer Madness machen wir erst mal Mittagspause, danach wird der Schrittzähler konsumiert. Vorgestern 16’000, gestern 13’000 und heute nur knapp über 10’000 Schritte. Aber, Kurts günstige Sandalen sind top, wie „Finken“. Nach einem ruhigen Nachmittag gibt es einen feinen z’Nacht auf dem Schiff und nach einem Telefongespräch mit unserer Lieblingstante machen wir uns wieder ans Schreiben..

 

Montag, 20.05. Kurt ist nicht erfreut über die Abstimmung, trotzdem hat er gut geschlafen. Wir erwarten ja den Mechaniker zwischen 09 und 10 Uhr, weshalb wir zeitig aufstehen. Punkt 09 Uhr sind wir mit dem Frühstück fertig. Der Mechaniker kommt einige Minuten vor 10 Uhr. Nicht der Chef Gabriel, sondern sein Partner Frank. Ein stiller Schaffer. Er erklärt, dass er in 2 Schritten vorgehen will, nicht dass uns unnötige Kosten entstehen. Wie fast erwartet, der erste Schritt führt nicht zum Resultat. Der 2. Schritt zeigt, dass wir möglicherweise einen Wasserschlag gehabt haben. Also montiert er noch mehr vom Motor ab. Frank arbeitet still und konzentriert. Der hiesige Vetus Vertreter hat vor 3 Jahren Konkurs gemacht, nicht verwunderlich, diese Marke ist eher im Norden vertreten.  Eigenartig ist, dass in dem Teil wo der der Thermostat hätte sein müssen, keiner eingebaut ist. Frank nimmt die zu prüfenden Teile mit, da er in der Werkstatt mehr Möglichkeiten hat und verspricht morgen wieder zu kommen. Nach der Mittagspause kommt er nochmals und will noch Unterlagen. Ob das gut oder schlecht für uns ist, Hauptsache wir sind überzeugt, dass er das Richtige für uns macht. Technik ist etwas wunderbares, wenn man es denn versteht. Verena packt die Gelegenheit, da wir ja nicht vom Schiff weg können und nimmt die Waschmaschine und den Tumbler der Marina in Betrieb. Nachdem die Betten frisch bezogen und die Wäsche versorgt ist, gehen wir einkaufen. Das Nachtessen ist zwar bereits fixiert, aber es gibt noch Varianten. „Unser“  Lebensmittelgeschäft hat aus unerfindlichen Gründen geschlossen, obwohl er laut Anschlag offen sein sollte. Nein kein Sprachproblem, Lunes heisst Montag!! Also marschieren wir strammen Schrittes zum Einkaufsmarkt SuperSol neben dem Leuchtturm, den wir gestern entdeckt haben. Der hat geöffnet und wir kaufen ein, eher mehr als weniger, so auch noch eine 2. Bratpfanne. Das heutige Nachtessen bereiten wir gemeinsam zu, Verena 7/8 und Kurt den grossen Rest. Nach dem Essen geht`s, was bereits zur Gewohnheit geworden ist, an die  Hompage-Aktualisierung. Erst danach gibt`s für Verena den „Gute-Nachtkaffee“ und etwas Süsses. Das kann manchmal sehr spät werden.

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Nicht unser bester Tag

Freitag, 16.05. Eine stürmische Nacht geht zu Ende. Windspitzen über 8,5 Beaufort haben uns an den Steg gedrückt. Die Fender ächzen. Gegen Mittag dreht der Wind auf Süd und er bläst konstant mit Stärke 8. Für heute Abend hat sich ja der Mechaniker angesagt und deshalb unternehmen wir noch einen längeren Spaziergang. Nachdem wir gestern über 15`000 Schritte zurückgelegt haben, sollten es heute nicht weniger sein. Also machen wir uns auf den Weg Richtung Fluss Guadalquivir. Ein angenehmer Fussweg, vorbei an landwirtschaftlichen Anwesen, bewacht von Hunden und umgeben von weidenden Pferden. Auch etliche Bäumen säumen den Weg mit brombeerähnlichen Früchten. Ohne zu wissen um was für Früchte es sich handelt haben wir ein „Versuecherli“ gewagt, sie sind süss und saftig. Dank Google wissen wir nun, es sind Maulbeeren.

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In Sanlucar setzen wir uns in ein Restaurant und  bestellen erst mal etwas Flüssiges. Dann meldet sich der „Gluscht“ und es kommt noch ein Sandwich dazu. Noch kauen wir genüsslich das Sandwich als das Whatsapp des Mechanikers kommt, er stehe vor unserem Schiff. Ohjehh, da gab`s Verständnisprobleme, obwohl wir uns mit ihm recht gut in Französisch unterhalten konnten.  Diner ist in Frankreich eigentlich das Nachtessen, aber er meinte das  Mittagessen. Wir erlauben dem Mechaniker ins Schiff zu gehen und  schildern ihm den Weg zum Motorraum, sowie das Generator- Problem. Gleichzeitig machen wir uns auf den Weg zurück und das im Eiltempo als hätten wir getohlen. Auf dem Schiff angekommen, (knapp 45 Min. für 3,5 km)  sind der Mechaniker Gabriel und sein Mitarbeiter vor Ort. Unser Vetus Generator-Motor, ist wie wir erfahren, eigentlich ein Mitsubishi Motor der durch Vetus marinisiert wurde und der scheint einige Probleme zu haben. Bei den letzten 2 Servicearbeiten wurde kein Frostschutz eingefüllt, was eigentlich Vorschrift ist, deshalb hat der Motor Schwierigkeiten, resp. verliert Wasser aus dem internen Kreislauf. Die Probleme sind lokalisiert, aber es wird eine gewisse Zeit dauern, bis allenfalls Ersatzteile da sind. Vorsichtshalber verspricht der Mechaniker, dass er die Probleme bei Vetus und Mitsubishi melden wird.

 

Samstag, Vollmond.18.05. Wieder eine Nacht mit Schlafproblemen.  Allerdings können wir nicht nur dem Vollmond die Schuld geben der immer noch andauernde Sturm lässt uns wach bleiben und aufgrund der Kälte auch etwas frieren. Wir haben immer noch Windstärke 8. Grosse Ausnahme, heute kriecht Kurt vor Verena aus den Federn und richtet das Früstück. Es ist 13 Grad und da kuschelt sich Verena doch lieber etwas länger im Bett. Nach einer ausgiebigen heissen Dusche und dem Frühstück sieht die Welt doch etwas besser aus. Wir nehmen unseren „Handkarren“ und machen uns auf den Weg zum Einkauf. Da wir mittlerweile die Wege etwas kennen, gehts „zackig“ voran. Nebst Gemüse, Früchte Joghurt etc. kommt auch noch dies und das für den „Gluscht“ dazu.  Dann gehts über die Strasse zum Bäcker. Da kaufen wir ein Brot, etwas teurer, aber in Sachen Gesundheit vielversprechend. Zurück auf dem Schiff werden die Einkäufe korrekt versorgt und dann geniessen wir eine kurze Siesta. Wir diskutieren, was wir unternehmen wollen, wenn die Reparatur am Generator länger dauern sollte, was wir fast befürchten. Gerne würden wir Sevilla nochmals besuchen. Das ist von hier mit dem Bus möglich. Also machen wir uns auf, um den Weg zum Busbahnhof ausfindig zu machen. Den finden wir, wie angegeben in ca. 18 Min.  Auf dem Rückweg schlendern wir durch die Fussgängerzone. Verena muss natürlich da und dort ein bisschen „lädele“. Dabei findet sie einen Laden, der auch „Kurts Sandalen“ verkauft. Stolz probiert er. Die Grösse  41 ist mit €9.99 angeschrieben. Er benötigt aber auf Grund der nicht internationalen Grössen, die 42. Er gönnt sich diese Sandalen, muss aber 10.04 Euro bezahlen. Trotzdem ist Kurt happy, wieder ein Paar Sandalen gefunden zu haben, die sicher eine Saison halten und in seinen Kostenvorstellungen liegen. Darauf hin leisten wir uns einen Durststiller mit Tapas, in Form einer kleinen Paella.

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Auf dem Schiff angekommen verschanzt sich Kurt hinter seinem Buch und Verena verbringt die Zeit beim Coiffeurjass am Tablet. Gegen 18.30 Uhr verzieht sich Kurt in die Küche. Es gab gebratene Auberginen und einen gemischten Salat mit Ei, das bedeutet, wir haben gut und gesund gegessen. Da bei uns das Motto herrscht, wer kocht räumt auf, verschiebt sich heute das Schreiben der Homepage etwas. Das heisst für Verena gibt es eine Spätschicht. Veröffentlicht wird aber erst nach dem OK von Kurt.

Neuer Tag in Chipiona

Donnerstag, 16.05. Warum auch immer, wir haben beide nicht so super geschlafen. Nach dem Frühstück begibt sich Verena zum Waschmaschinenraum im Hafen und Kurt versucht einen Mechaniker zu finden, der unser Problem mit dem Generator lösen kann. Er findet den Mechaniker, aber der hat heute keine Zeit und Morgen erst nach dem Nachtessen. Der geneigte Leser merkt etwas. Er möchte an der Werft vorbei arbeiten. Das stört uns nicht, für uns muss der Generator ohne Pfeiffton funktionieren. Verena ist mit dem Zustand von Waschmaschine und Tumbler sehr zufrieden und entscheidet sich, gleich einen Waschgang zu erledigen. Der weitere Plan ist, heute erst am Nachmittag auf Schusters Rappen in die Stadt zu gehen. Gegen 15 Uhr verlassen wir das Schiff und spazieren entlang der Strandprommenade zum Leuchtturm. Dieser  Leuchtturm ist mit seinen 69 Metern der Höchste von Spanien, der Dritthöchste Europas und einer der Höchsten weltweit. Seit 1867 erfüllt er den Zweck, den Seefahrern die gefährlichen Klippen anzuzeigen, die wir gestern, dank Hochwasser, guter Seekarten und ruhiger See problemlos durchfahren haben. Bei Niedrigwasser hätten wir diese umfahren müssen. Der Tidenhub beträt hier ca. 4 Meter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Weiter entlang der Uferprommenade kommen wir zum Kloster Santuario de Regla. 1906 wurde diese Kirche, die zu einem Kloster gehört und  gotische Architektur in Reinform beinhaltet, erbaut.

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Den Rückweg nehmen wir durch die Stadt, und gehen nach einem „Stärkungungs-Halt“  noch für das Nachtessen einkaufen. Zurück auf dem Schiff ist es Kurt, der die Küchenarbeiten übernimmt. Während wir beim Nachtessen sind, legt hinter uns ein Segelschiff an, das auch CH Flagge trägt. Es sind Westschweizer (Mann und Frau) Wir unterhalten uns kurz mit ihnen, natürlich wie wir es mit Welschen nicht anders gewohnt sind, in französicher Sprache. Danach übernimmt Verena den Abwasch und Kurt widmet sich schon mal der Homepage. Verena erledigt danach die „Feinarbeit“ und schmückt noch mit Fotos.

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Die erste Fahrt

Mittwoch, 15.05. (kalte Sophie)  Im Gegensatz zu Verena hat Kurt wunderbar geschlafen und fühlt sich fit. In den frühen Morgenstunden hat sich der Sturm gelegt. Gemütlich geniessen wir unser Frühstück, Eile ist nicht nötig. Heute stehen nur ca. 18 Seemeilen an, ABER, es ist die erste Fahrt dieser Saison und etwas „kribbelig“ sind wir schon.  Angesagt sind 18 kmh Wind aus West und 0,8 m Wellen aus West. Wir sind bereit zur Fahrt, alles ist eingerichtet. Über Funk rufen wir die Marina auf. Einerseits brauchen wir Hilfe beim Ablegen, aber auch der spezielle Elektrostecker, den wir hier gegen Kaution ausleihen konnten, muss von unserem Kabel entfernt und unser Stecker wieder montiert werden. Abmontiert ist schnell, doch unser Stecker macht „Zicken“, am Schluss schafft es der Mecano. Dann Motoren starten, aber hoppla, der Generator pfeifft. Der Service wurde wohl gemacht, aber das angegebene Problem nicht gelöst. „Jänuhald“!! Wir fahren langsam los, Wie immer nimmt Verena „zackig“ die Fender rein und ordnet die Taue. Da es sich um eine grosse Marina handelt, kann sie diese Arbeiten innerhalb der geschützten Marina erledigen. Gespannt was uns ausserhalb der Marina erwartet fahren wir weiter. Wunderbar, die See ist viel ruhiger als angegeben. Wir steuern Richtung Westen  an Rotta vorbei. Ungefähr vor einer Stunde hat der amerikanische Stützpunkt von Rotta alle Schiffe aufgefordert, ihre Positionen anzugeben. Keine Reaktion, denn alle Schiffe waren „nur“ kleine Fischerboote und die haben eh keinen Funk an Bord. Typisch amerikanisch! Wir fahren an Rotta vorbei und ein Tarnkappenzerstörer wird durch 2 „Bugsi“ an die Anlegestelle bugsiert. Von Umwelt halten die Amis eh nichts, der schwarze Rauch, der dieser neue Zerstörer raus lässt, würde ihn auf 100 Meilen verraten. Die See bleibt weiterhin ruhig und wir beginnen die Fahrt echt zu geniessen. Die angesagten Wellen kommen, aber sie sind nicht  steil, wir werden sanft gehoben und gesenkt. Kurts Magen reagiert, aber nicht zu heftig. Die Einfahrt in Chipiona ist der Untiefen wegen sehr vorsichtig anzugehen. Wir sind (auch zeitlich) angemeldet, aber niemand meldet sich auf den Anruf über Funk. Wir fahren in den Hafen rein.  Ein freundlicher Motorbootfahrer erbarmt sich unser und gibt uns in etwa den Anlegesteg an. Zwischen ihm und der Dame der Marina, die dann vor dem Bürogebäude erschienen ist,  gibt es Differenzen, aber am Schluss liegen wir gut vertäut und sicher im Hafen. Nach den Anmeldeformalitäten genehmigen wir uns einen Ankertrunk und danach machen wir einen Erkundungs-Ausmarsch in den Ort. Nach der Rückkehr übernimmt Verena die Küche. Wir denken dass wir eine ruhige Nacht vor uns haben, besonders Verena freut sich wieder mal durchschlafen zu können.

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Stürmisch

Montag, 13.05. Einmal mehr war die Nacht stürmisch. Am Morgen schreibt Kurt sofort der Werft, da der Kühlschrank ja nicht wie angekündigt repariert wurde. Die Antwort erfolgt schnell, heute zwischen 16 und 19 Uhr würde der Mechaniker kommen. Verena nimmt den kleinen Rucksack und verabschiedet sich in die Stadt. Kurt marschiert  zum Marine Büro und bezahlt die Liegegebühr bis kommenden Mittwoch. Da öffnet sich ein kleines Zeitfenster, wo wir weiter fahren können, das heisst kein Sturm sein sollte. Ca. 13 Uhr kommt Verena wieder zurück. Sie hat noch einen Abstecher durch den Pinienwald gemacht,  dabei die Licht-und Schattenbilder eingefangen und die Stille genossen.

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Gegen 16.20  Uhr kommt der für unser Schiff Zuständige in Begleitung von  2 Mechanikern, die nicht zur Werft gehören, aber für die Werft arbeiten.  Alles wird geprüft und dann festgestellt, dass kein, resp. nur minimal Kühlgas vorhanden ist. Also begibt sich ein Mecano wieder zum Auto und holt eine Gasflasche. Der Kompressor des  Kühlschrankes wurde in Zypern ausgetauscht, jetzt merken die Mecanos, dass sie das falsche Kühlgas haben. Also wieder zum Auto und eine andere  Gasflasche holen. Ein Ventil ist nicht mehr dicht und wird noch ausgetauscht. Die beiden Männer verlassen das Schiff, die Rechnung wird uns von der Werft per Email geschickt und wir hoffen dass wir unsere Lebensmittel wieder kühl lagern können. Der Sturm hat nicht nachgelassen, während des ganzen Tages blies er mit 7 Beaufort. Nach dem Nachtessen beschäftigen wir uns mit Lesen und diskutieren und ärgern uns etwas über das Wetter. Nach draussen gehen macht keine Lust.

 

Dienstag, 14.05. Auch in dieser Nacht hat der Sturm heftig getobt und der Wind bläst  ständig zwischen 8 und 9 Beaufort, also um die 80 kmh. Die Masten und Leinen pfeiffen und die Schiffe und Stege schaukeln. Eine unruhige Nacht. Draussen auf See sind die Wellen um 2,5 Meter. Wir machen uns Überlegungen, ob wir vielleicht besser nur bis Lagos fahren und bereits von dort aus das Schiff durch eine Provicrew nach Le Havre überführen lassen. Hinzu kommt, dass Kurt seit dem Hörsturz etwas von seiner Seefestigkeit verloren hat. Er vermutet dass der Hörsturz den er im Februar hatte der Grund dafür ist. Die kommenden Fahrten werden zeigen, wie es weiter geht. Klar ist, dass bereits am Donnerstag wieder Sturm aufkommt und dieser bis Montag dauern soll. Früher war es in dieser Gegend so, dass der Wind „Levante“ jeweils alle 2 bis 3 Wochen für 2 – 3 Tage stark blies. Heute bläst er vielleicht 2-3 Wochen und ruht 2-3 Tage??????  Das Klima verändert sich wie es scheint überall. Wir nehmen die Vorbereitungen für die morgige Fahrt, die erste in dieser Saison vor, binden jedenfalls wieder alles fest und verstauen alles sturzsicher. Wir starten mit einer kurzen Fahrt, ca. 3 Stunden bis Chipiona.

 

Die Arbeiten gehen weiter

Freitag, 10.05. Beim Öffnen des Kühlschrankes ist es nun definitiv. Das Tiefkühlabteil kühlt, hingegen der Kühlschrank nicht. Also wieder Werft anrufen und sie versprechen sich des „Malheurs“ anzunehmen. Kurt nimmt schon mal die Aussenreinigung des Schiffes in Angriff. Gegen 11 Uhr kommt „unser“ Mechaniker. Er stellt 2 Sachen fest, 1. Ja, der Kühlschrank kühlt nicht und 2. es ist nicht sein Metier, da der Stromzufluss funktioniert. Also ruft er den zuständigen Mechaniker an, der ist aber auf einem andern Schiff beschäftigt. Per Mail kündet er sich später für Samstag zwischen 10 und 11 an. Bei uns gehen die Arbeiten weiter. Da es morgen 31 Grad warm werden soll, testet  Kurt noch die Klima-Anlage. Läuft tadellos. Dann wird die Elektronik überprüft, Funkgeräte geladen etc. Verena nimmt das „Poschtiwägeli“ und begibt sich zum kleinen Laden. Wir benötigen noch Mineralwasser. 3 Sixpack kauft sie und „stöhnt“, nicht wegen dem Gewicht, nein über die Preise. 1 Sixpack kostet 3.90 Euro. Sie meint, dass wir vielleicht besser grosse, 6,25 Liter-Flaschen kaufen. Sie geht nochmals hin und kauft 3 dieser  Flaschen. Interessanterweise sind die aber noch teurer, 1 Flasche 3.60 Euro. Wir werden günstigeres Mineralwasser finden. Doch hier liegen wir definitiv zu weit von den Supermärkten entfernt. Verena testet die neuen selbstgenähten Sitzüberzüge für die Stühle auf der Fly. Bei einem Apéro werden sie gleich eingeweiht. Nach dem Nachtessen widmet sich Verena der Homepage und Kurt entspannt sich bei Musik.

 

Samstag, 11.05.  Um Mitternacht ist das moderne Boot neben uns sehr sanft und leise ausgelaufen. Verena hat dies verfolgt. Kurt war schon im Reich der Träume. Nach dem Frühstück wirkt Verena in der Gästekabine, während Kurt „sehr aktiv“ auf den Mechaniker wartet, der zwischen 10 und 11 eintreffen sollte. Um 12 schreibt Kurt eine Mail an die Werft, dass wir bis 13 Uhr warten und anschliessend weg vom Schiff sind. Pünktlich um 13 Uhr verlassen wir das Schiff und marschieren 2 km zum SuperSol. Ein Einkaufsmarkt, den wir bisher noch nie besucht haben. Das Sortiment ist ansprechend. Ausser Batterien, Abwaschmittel und einem Pinsel bräuchten wir nichts, etwas mehr wurde es trotzdem. Zurück gehen wir dem Strand entlang, aber auch da ist es sehr heiss.

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Am Schatten 29 Grad und an der Sonne doch etwas mehr. Verena’s Füsse brennen. Kurt überlegt sich, ob wir darauf Spiegeleier braten könnten, doch wir entscheiden uns dagegen. „Zu Hause“ erst mal Schuhe und Socken weg und Beine hochlagern und dabei das Telefongespräch mit Adrian geniessen. Das wird dann aber durch den Anruf von unserer Lieblingstante unterbrochen. Ihr Anruf hat Adrian aus dem Netz geworfen!!  Natürlich ging das Gespräch mit ihm  später weiter. Heute ist im Hafen viel Schiffsverkehr. Einige fahren anständig, andere eher weniger. „Es chlöpft und schaukelt“. Der Steg ist nicht ganz ruhig, doch wir liegen gut festgemacht. Nach einem reichhaltigen z’Nacht, (Petersilienkartoffeln, Broccoli und Bratwürstchen) im Innern des Schiffs, lassen wir den Tag langsam ausklingen. Kurt mit Hompage „z Fadeschloh“ und Verena beim Coiffeurjass.

 

 

Muttertag, 12.05.  Der Tag empfängt uns sonnig aber auch stürmisch. Schon vor dem Frühstück beginnt das Schiff zu schaukeln, obwohl wir gut festgemacht im Hafen liegen. Der neue Windmesser zeigt Windgeschwindigkeiten von 23 Metern in der Sekunde an, das ist dann Windstärke 9. Gestern wurden mit Schlauchbooten Bojen für eine Regatta ausgefahren. Doch weder Segel- noch Motorschiffe verlassen heute  den Hafen. Der Wind pfeifft, die Fahnen flattern, die Schiffe schaukeln und die Stege ächzen und quietschen. Wir machen die Madness noch mit einem zusätzlichen Tau fest, was bei diesem Wind schon etwas Mühe bereitet. Danach verbringen wir den Tag so gut wie möglich im Schiff, beim Lesen, Schreiben, Diskutieren und Spielen. Kurt kocht einen feinen Pilzrisotto, den wir zu Znacht  mit einem guten Glas Wein geniessen.

 

Es geht wieder los

Montag. 06.05. Wir haben Zeit, unser „Poschti“ fährt erst 13.27 Uhr. So können die üblichen Abschlussarbeiten in Ruhe erledigt werden. Bis zum Flughaben Basel läuft  alles nach Plan, doch der Flieger nach Sevilla startet mit 30 Minuten Verspätung. Für uns nicht wichtig, wir bleiben über Nacht in Sevilla. Nach einem ruhigen Flug landen wir gut in Sevilla. Mit dem Taxi können wir nicht direkt bis zum Hostal Sierpes fahren, die Strasse in der Altstadt ist zu eng. Nach einem kurzen Fussmarsch stehen wir vor dem  ehrwürdigen Altbau. Den Lift suchen wir allerdings vergebens. Also schleppen wir die Koffer in den 2. Stock. Es ist bereits 20.30 Uhr und uns plagt langsam der Hunger. Trotzdem  unternehmen wir noch einen Bummel durch die Altstadt und bewundern die monumentalen Bauten  im letzten Sonnenlicht.

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In einem einfachen gemütlichen Lokal, abseits der  Touristenströme geniessen wir unser Nachtessen. Mit dem Paar am Nebentisch, Westschweizer aus Lausanne, entwickelt sich eine „heitere“ Diskussion. Den Kaffee, ein Glas Weisswein und die beiden Limoncello werden uns vom Kellner offeriert. Danach gehts mit nur wenigen Umwegen zurück zum Hostal.  Die Nacht ist ruhig, aber das Hostal hat Holztreppen (Was nützt einem ein sturmfreier Schlag, wenn die Treppe laut knarrt?) und der Gast vom 3. Stock hat um 06.45 Uhr den Koffer über die Treppe gezogen.

 

Dienstag, 07.05. Nach einem „kargen“ Frühstück nehmen wir das  Taxi bis zum Bahnhof. „Gopfriedstutz“, bei allen Zügen ist die Geleise-Nummer angegeben, nur bei unserem Zug nicht. Zum Glück stehen noch andere Leute da , mit Blick zur Anzeige-Tafel. Die Abfahrtszeit ist bereits vorbei, dann 3 Minuten später wird angegeben, auf welchem Gleis der Zug fährt. In langsamem Trab, wie es mit dem Gepäck möglich  ist, gehts in Richtung Perron 9. Die Wagen sind gut sichtbar nummeriert. Wir steigen in Nummer 5 ein und beziehen unsere reservierten Plätze. Verena kann die Fahrt nicht unbedingt geniessen, rückwärts geht nur mit geschlossenen Augen. Nach etwas mehr als einer Stunde kommen wir gut in El Puerto de Santa Maria an. Hier nehmen wir wieder ein Taxi, aber nicht direkt zur Werft, wir machen einen Umweg über Carrefour Express, um noch einzukaufen. Klappt bestens und dann gehts Richtung Werft. Leider kann das Taxi nicht bis zu unserem Schiff fahren, weshalb wieder „schleppen“ angesagt ist. Wir melden uns im  Werftbüro  und  sofort wird alles in die Wege geleitet. Ja, unsere Madness sieht fast wie neu aus.

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Der Kran kommt und bringt unser Schiff zu Wasser. Die Motorspezialisten sind vor Ort, sie konnten wohl den Service machen, aber die Motoren nicht laufen lassen. Das wird nun nachgeholt und Verena stellt mit Freuden fest, wir „rauchen“ nicht mehr. Dann fahren wir an den uns zugewiesenen Platz in der Marina und machen fest. Die „Verschiebungsmannnschaft“ verlässt das Schiff und wir beginnen mit dem Einräumen und den Kontrollen. Bald stellen wir fest, dass die Druckerhöhungspumpe nicht läuft, mit andern Worten, wir haben kein fliessend Wasser. Die Reparatur kann aber erst morgen erledigt werden. Es ist aber  interessant, mal so zu leben, wie unsere Urgrosseltern, die auch noch Wasser am Brunnen holen mussten. Nach einem späten und kurzen Nachtessen auf dem Schiff gehen wir ziemlich müde zu Bett.

 

Mittwoch, 08.05. Wir haben Internet-Probleme und die lassen sich leider, trotz guter Beratung von Sunrise, nicht beheben. Es liegt am Telefon selbst. Also muss unsere Homepage sich noch etwas gedulden, bis auch alle Fotos geladen sind, aber wir werden das nachholen. Die Druckerhöhungspumpe wird noch repariert und der Sensor für die Dusche der Eignerkabine ausgewechselt. Jetzt scheinen eigentlich alle Reparatur- und Servicearbeiten korrekt ausgeführt. Verena putzt vorerst mal in der Küche alle Schränke und Schubladen dann die Eignerkabine und die Duschen.  Kurt montiert das Sonnenverdeck auf der Fly.

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Eine etwas mühsame Arbeit bei dem eher starken Wind.

 

Als es dann am Abend ans Kochen geht, hat Verena einen kurzen „Exogenen“. Der Schrank in der Küche unter dem Spülbecken ist wieder nass, also nicht korrekt repariert. Kurt telefoniert mit dem Verantwortlichen, er will morgen Abhilfe schaffen. Verena hat sich wieder beruhigt und das Nachtessen hat uns trotzdem geschmeckt.

 

Donnerstag, 09.05. Wir haben mittelmässig geschlafen. Heute will Kurt das Schiff aussen waschen und Verena will intern weiter reinigen. Bevor Kurt damit beginnen kann, ist der Mechaniker da. Also widmen wir „uns“ dem Problem des Abflusses. Wir lassen Wasser laufen und siehe da, der Abfluss ist ok, die Zuleitung verliert Wasser, die Reparatur also korrekt ausgeführt. Er erklärt uns, dass er dieses Zwischenteil in Cadiz organisieren muss. Schnell kommt er damit zurück und baut es ein.  Nachdem wir die Druckerhöhungspumpe wieder eingestellt haben, läuft sie ohne Ende. Es muss wohl Luft in der Leitung haben! Nein, das ist es nicht. Nach allen Kontrollen fragt der Mechaniker, ob wir noch genügend Wasser im Tank hätten. Wir denken schon, aber ganz sicher ist nichts. Also füllen wir Wasser ein und er entfernt die Luft aus der Leitung und, alles läuft wieder wie einst. Der Mechaniker war ungefähr 1,5 Stunden bei uns, hat das Zwischenstück organisiert und  wir bezahlen  € 42.87. In der Zwischenzeit hat Verena das Schiff innen auf Hochglanz gebracht und aussen werden wir morgen reinigen. Wir beschliessen, für den Einkauf, die erste Strecke (1 Stunde) zu Fuss zu gehen. Wir geniessen den  Marsch dem Strand entlang.

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Den Rest bis zum Einkaufscenter gehen wir per Taxi. Das wären nochmals gute 90 Minuten Fussmarsch gewesen. Zuerst wird Verenas Telefon wieder auf den neuesten Stand gebracht, damit wir die Hompage schreiben können. Dann gehts zum Grosseinkauf. Unglaublich, wie gross dieser Carrefour ist. Wir verbringen ca. 3 Stunden darin, um unsere Einkäufe zu tätigen. Für Teigwaren ist das Gestell rund 50 Meter lang, aber es hat keine „Hörnli“. Nun, wir sind im Ausland und geniessen das Angebot, wie es ist. Am Schluss haben wir 2 Einkaufswagen voll und bezahlen 250€. Zurück gehts natürlich wieder per Taxi. In der Zwischenzeit hat neben  uns ein sehr modernes Boot angelegt, ca. 26 Meter lang. Es ist eine Superyacht und ein Mitglied der Crew stellt die selbe Frage, wie schon viele: Was, nur ihr Zwei seid auf dem Schiff???  Sie sind 4 Crew Mitglieder. Einmal mehr ein grosses DANKESCHÖN an Verena!!!!! Nachdem alle Einkäufe korrekt versorgt sind, begibt sich Kurt in die Küche und wir geniessen unsere Tortilla con Cebolla.

noch 3 Tage

Dienstag, 11.09.   Verena hat schlecht geschlafen. Kurt steht etwas früher auf und richtet das Frühstück. Dann beginnt der Countdown. Kurt marschiert zu den Werkstätten, da gestern sich niemand gemeldet hat. Zufällig trifft er bei der grösseren Firma, wo gestern niemand war, gleich 3 Personen. Derjenige, der einige Worte englisch spricht, begleitet Kurt zur Madness und er erklärt ihm, was wir genau möchten. Er zückt sein Handy und stellt auf „Übersetzen“. Kurt spricht und er kann es lesen. Top. So gehen wir alle unsere Problemstationen durch, er notiert, stellt Fragen und macht Fotos. Wir glauben es könnte klappen. Zum Schluss bietet er an, am Donnerstag um 16 Uhr aufs Schiff zu kommen, um uns beim Auswassern zu helfen, Hört sich gut an. Jose Luis, so heisst der Mann, scheint bemüht zu sein und ist  erfreut, dass kein Termindruck vorhanden ist. Verena ist in der Waschküche am hantieren. Die Waschmaschine funktioniert perfekt, doch der Tumbler ist etwas kompliziert in der Bedienung. Jedenfalls ist die Wäsche nach einer Stunde noch immer nass. Kurt hat  das Sonnenverdeck abgenommen und geschrubbt. Verena kommt mit der nassen Wäsche und wir hängen sie auf der Fly an die Leine. Selbst zu Zweit kämpfen wir gegen den Wind, der heftig  zugelegt hat, doch auch die Wäsche sehr schnell trocknet. Der 2. und 3. Waschgang kommt schon gar nicht mehr in den Trockner. Auf der Fly trocknet alles sehr schnell. Um 18.45 Uhr spazieren wir gemütlich  zum Restaurant, wo wir das Fondue auf der Speisekarte gesehen haben. Leider kann man, wie in den meisten Restaurants hier, erst ab 21 Uhr essen. Auch zum Jubeltag gehört etwas Ärger. Wir gehen zurück. Das Hotel in der Marina bietet bereits ab 20. Uhr warme Küche an. Wir haben  nicht schlecht gegessen, doch die Preisleistung lässt eher zu wünschen übrig. Trotzdem, es war ein schöner  Abend. Morgen stehen weitere Abschlussarbeiten an, langsam werden wir etwas „chribbelig“.

 

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Die Höhe des Steges bei Flut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das Bild bei Ebbe

 

 

Mittwoch, 12.09. Wir haben eher schlecht geschlafen. Grund dafür war ein Segelschiff aus der Kategorie Rennsegler, sehr gross, mit einer „speziellen“ Männer-Crew. Um 04.15 kommen sie mit 2 Damen lärmend vom Ausgang zurück. Natürlich hält man sich bei diesen Temperaturen an Deck auf. Trotz Verenas Intervention, Fenster schliessen und etwas ruhiger zu sein rufen, wurde es nur kurzfristig ruhiger. Kurz vor 07 Uhr verabschiedeten sich die Damen ziemlich laut kreischend, so dass Kurt sich bemühte. Nach dem Frühstück erledigen wir die noch anstehenden Schlussarbeiten. Verena widmet sich wiederum dem Waschen, Kurt reinigt die Sonnenschutz Einrichtungen. Dabei verhält er sich absichtlich nicht leise, vom schlechten Schlaf noch müde, lässt er oft den Schrubber fallen. Ob die schlafenden Herren gestört wurden, vermutlich nicht!! Auch verabschieden wir uns absichtlich laut, wenn Verena zur Waschküche geht. Kurt ist guter Laune und pfeifft ein Lied. Nach diesen Aktivitäten gehts ans Koffer packen. Das dauert schon etwas, vor allem das Sortieren, was muss mit und was soll hier bleiben. Kurt ist für das Nachtessen verantwortlich, vorher geht er noch eine Kleinigkeit einkaufen. Morgen wartet uns der Schlussspurt, wir werden es packen.

 

 

Donnerstag, 13.09. Eine ruhige Nacht und Windstille am Morgen. Wir gehen unseren Tag ruhig an. Wir wollen den Wassertank leeren und danach wieder auffüllen. Also öffnet Kurt die Wasserhähnen und stellt die Pumpe vom Grauwassertank ein. Während Verena mit dem Abtauen des Kühlschranks und dem „Küchenputz“ beschäftigt ist, übernimmt Kurt das Staubsaugen in unserer Kabine und im Salon. Danach macht Kurt den Wasserschlauch bereit, um Frischwasser zu bunkern. In dem Moment kommt einer der Herren  von der Rennyacht und entschuldigt sich für die vorletzte Nacht. So Kurt kommt mit ihm in`s Gespräch. Sie sind unterwegs aus der Karibik und wollen heute Nacht in Richtung England weiter segeln. Lange Etappen und dies ganz ohne Motor. Wir müssen feststellen, die  Crew ist gar nicht so „leid“, wie wir sie zu Anfang einschätzten. Wir „durften“ ihnen sogar unser „Schüfeli und Wüscherli“ ausleihen. Beim Auslassen des Wassers hat sich der Defekt bei Abflussrohr in der Küche akzentueriert und Verena stellt mit grossem Ärger fest, dass der Schrank unter dem Spültrog nass ist. Da der Defekt über den Winter repariert werden muss, war der Schrank zum Glück schon leergeräumt. Festgestellt hat Verena den Schaden, weil bereits Wasser unter der Schranktüre ausgelaufen ist. Dann endlich ist der Tank leer, wir können wieder Frischwasser auffüllen und mit Aqua Clean haltbar machen. Der Wasserdruck ist stark, so dass wir innert 1,5 Stunden die 3,2 Tonnen Wasser gebunkert haben. Bald sind alle Arbeiten erledigt, die Koffer gepackt und der Boden mit Tüchern abgedeckt. Um 16 Uhr startet Kurt die Motoren und wir wechseln vom Fingerdock zur Auswasserungsstelle. Verena hat alle Hände voll zu tun, um die Fender auf die entsprechende Höhe zu bringen. Der Kran steht bereit, die Gurten liegen im Wasser, so dass wir über die Gurten fahren können. Nach genauer Kontrolle, ob die Gurten auch an der richtigen Stelle liegen, hebt der Kran die Madness langsam aus dem Wasser. Vorher müssen wir jedoch noch aussteigen. Das Unterwasserschiff ist wieder stark mit Muscheln behangen. Der Marineiro meint, ein schlechter Anstrich für nur 1 Jahr. Das Schiff wird an seinen Platz gefahren und abgestützt. Die Hilfe war sehr gut. Anschliessend wird eine Leiter angestellt und wir können wieder ins Schiff, um die letzten Arbeiten zu erledigen. Jose Luis, der Verantwortliche für sämtliche Reparatur- und Unterhaltsarbeiten kommt noch vorbei. Nun sollte alles geklärt sein. Dann heisst es alles schliessen und Abschied nehmen von der Madness. Da es bereits zu spät ist für den Bus, entscheiden wir, das Taxi bis zum Hotel zu nehmen. Nun ist die Saison 2018 abgeschlossen und wir haben noch 3 Tage Ferien, die wir in Jerez de la Frontera verbringen werden.

Der Saison-endspurt beginnt

Sonntag, 09.09.   Obwohl Samstag, war es ruhig in der Marina. Nach dem Frühstück laufen wir zum Büro, da der Betrag, den wir für den Winterplatz zu bezahlen haben, nicht identisch ist mit demjenigen, den wir im Kostenvoranschlag erhalten haben. Immerhin hatten wir einen regen Mailwechsel und da kann ja schon mal was unters Eis geraten. Eigentor! Kurt hat die 10 Mails nicht bis ans Ende gescrollt, da ist die Rechnung für den Winter und den jetzigen Aufenthalt im Wasser zusammengerechnet. Wir nehmen die Gelegenheit wahr, das genaue Datum und den Zeitpunkt der Auswasserung fest zu legen. Dies wird auf Donnerstag, 13.09. auf 16 Uhr datiert.  Anschliessend bummeln wir noch etwas dem Strand entlang zum  Restaurant, in dem wir am 11.09. einen „Grossanlass“ feiern werden,  25`000 Tage Kurt Fenner. Ob wir ein Fondue Schweizer Art mit verschiedenen Brotsorten essen werden?? Wer weiss, im Angebot ist es jedenfalls. Die Fischer sind zurück und zeigen an einem „Galgen“ ihren Fang. Man beglückwünscht sich gegenseitig, es hat Fische mit einer respektablen Grösse dabei.

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Zurück auf dem Schiff beginnen wir mit dem Planen der Arbeiten bis zur Auswasserung. Ebenso beginnt die Festlegung des Speiseplanes bis zur Abreise. Alles, mit Verfalldatum bis Juni 2019  (=Sicherheitsverlängerung) kommt nun auf den Speiseplan. Seit fünf Jahren gehört dies zum normalen Prozedere, aber es ist immer wieder spannend, was wir am Schluss essen werden/müssen. Kurt reserviert noch das Hotel in Jerez de la Frontera, wo wir uns noch drei Tage aufhalten wollen.

 

 

Montag, 10.09.   Nach dem Frühstück trennen wir uns. Verena geht per pedes in die Stadt, um eine Tasche für die Heinmreise zu kaufen. Kurt begibt sich in`s Marine Büro um die Reparatur- und Instandstellungsliste für die Madness zu besprechen. Man verweist ihn aber zu den Unternehmen die auf Platz sind. Allerdings war dies nicht so einfach. Zwei haben geschlossen und beim 3. Unternehmen ist wohl jemand da, doch ist der Chef ist bis Donnerstag ferienhalber abwesend. Beim 4. Unternehmen nimmt man sich unserer Probleme an, jedoch ist der Verantwortliche zur Zeit nicht anwesend. Die Dame nimmt alle unsere Daten auf und verspricht, der Verantwortliche werde noch am Morgen oder am Nachmittag, nach vorheriger telefonischer Ankündigung auf die Madness kommen. Hätte, könnte, müsste, würde, möglicherwiese etc. kennen wir und so war es auch. Morgen wird Kurt in dieses Unternehmen gehen und den Verantwortlichen „an den Ohren“ aufs Schiff ziehen. Das wird ein langer Weg, für wen wohl??  Verena kommt zurück mit einem Koffer, den wir in den Flieger nehmen können. Sie hatte einen einfacheren Tag. Ein schöner Spaziergang dem Meer und dem Fluss entlang, dann gemütlich einen Capuccino trinken (€ 1.25) und mit dem Taxi bis zum Carrefour. Der ist so gross, dass man sich fast verirren könnte. Zurück zum Puerto Sherry geht`s dann wieder per Taxi.

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Auch der Rio Guadalete wird bei Ebbe deutlich schmäler.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verena beginnt schon mit dem Packen und sortiert in der Küche was haltbar bleibt und was noch weg muss (Glace ist jedenfalls keine mehr da). Ab nun beginnt das fröhliche Reste-Essen, aber wir geniessen es trotzdem. Ja, jetzt geht es schnell und es gibt noch viel zu tun. Bis alles in Sachen Arbeiten geklärt ist, werden die Nerven  wohl noch etwas strapaziert.