Der Abschied von Dieppe naht

Mittwoch, 31.07.  Letzte Nacht war ein Kommen und Gehen bei den Fischern. Allerdings kamen riesige Fischerboote, gegen 40 Meter oder mehr in Abständen von ca. 45 Minuten. Die haben mit ihren Bugstrahlrudern ganz heftig gearbeitet, was im ganzen Hafen zu hören und spüren war und eine unruhige Nacht zu Folge hatte. Der Morgen beginnt mit sanftem Regen und so machen wir uns an die Arbeit auf dem Schiff. Die Wäsche ruft schon seit Tagen nach dem Bügeleisen und dem „Dyson“ ist es auch zu eng im Schrank. Verena weiss dem abzuhelfen. Kurt macht sich schlau über die Weiterfahrt, Ausweichhäfen, Wetter, Tiden, Winde und Wellenrichtung. Dies ist notwendig, da unser Autopilot nicht funktioniert. Auch ist noch festzuhalten: Es ist recht kalt!! Das Unternehmen, das gestern nicht erschienen ist, hat sich auch nicht mehr gemeldet und Kurt schreibt ein nicht ganz schönes Mail an diese Firma, mit Kopie an den Hafenchef. Am Nachmittag besichtigen wir die Ausstellungen in der  Burg von Dieppe, die viel Kunst und ebenso viel über Natur/Tiere beinhaltet. Eine sehr grosse Ausstellung widmet sich der Schnitzerei mit Elfenbein. Natürlich ist uns die Problematik mit dem Elfenbein bekannt, trotzdem ist es sehr beindruckend, wie kunstvoll und filigran dieses Material verarbeitet wurde.

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Auch ein beeindruckendes Bild, obwohl es nicht das wandgrosse Bild ist das wir unten beschreiben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gefangen gehalten hat uns das Bild, das den Untergang eines Schiffes vor Dieppe zeigt, das tatsächlich stattgefunden hat. Die Kraft und die Wucht des Meeres offenbart sich hier in eindrücklicher Art und Weise. Erstaunt sind wir auch über die Grösse des ausgestopften Albatross, der nebst vielen anderen Vogelarten in einer Vitrine steht.

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Erschreckend ist das Bild mit dem Titel „Friedhof im Meer“, das zum Nachdenken und Handeln anregen soll.

 

Auf dem Rückweg zum Schiff kaufen wir noch für das Nachtessen ein und Verena macht noch einen Zwischenhalt beim Coiffeur, waschen, schneiden, föhnen. Den Abend verbringen wir erneut im Schiff, denn es weht auch heute ein kühler Wind und die Temperatur beträgt gerade mal 20 Grad.

 

Donnerstag, 01. August. Der letzte Tag ist angebrochen. Heute ist das Meer um 12.45 Uhr sehr hoch. So haben wir es noch nie erlebt. Geradezu eine Spring. Wir können praktisch geradeaus die Marina verlassen. Zuvor haben wir aber noch eine gute Nachricht bekommen, in Boulogne sur mer haben wir einen Platz auf Sicher. „Happy“ marschieren wir dann los, nach Eglise St. Martin, wo wir die „Pomme Caramel“ besuchen wollen. Etwas erstaunt sind wir, als sich dieses Unternehmen als eine Sozialeinrichtung zeigt, wo 150 behinderte Menschen mit 50 Nichtbehinderten zusammen arbeiten. Integriert in dieses Unternehmen ist eine Entsorgungsstation für Fotokopierer, eine Wäscherei, eine kleine Autogarage, eine Schreinerei und die Produktion von Pomme Caramel. Dies ist eine Art Apfelmus, mit Butter und Caramel verfeinert. Als exquisit gilt  noch die Variante mit sel de fleur oder Zimt. Bei dieser Produktion gibts noch einiges an Handarbeit. So wird das Becken mit einem Schaber noch von Hand vom allerletzten Rest befreit. Jedes Glas kommt auf die Waage und es wird zwei mal geprüft ob der Deckel sicher schliesst. Die ganze Einrichtung ist gut organisiert und  vergleichbar mit MBF bei uns im Fricktal.

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Um die Produktion von Pomme Caramel zu besuchen braucht es natürlich die entsprechende Kleidung.
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Süss, heiss und fein duftend fliesst Pomme Caramel in die Abfüllmaschine.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Und ein blick in die Grosswäscherei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Rückweg entdecken wir noch einen Super U und kaufen anlässlich des Datums einen grossen Cervelat. So geniessen wir zur Feier des Tages einen Cervelat-Käse-Salat mit frischem Nordic-Brot. Danach beginnen die Vorbereitungsarbeiten für die morgige Weiterfahrt. Knapp 7 Stunden werden wir unterwegs sein und im Bassin Napoleon, Ponton A aussen anlegen können. Da wollen wir dann ca.14 Tage bleiben, diese Gegend ist auch geschichtlich interessant. Wir freuen uns auf das Neue und einer ruhigen Fahrt sollte morgen nichts im Wege stehen.