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Die Tage in Olhao sind gezählt

Donnerstag,  13.06.  (erster Tag) Die Nacht war ruhig und die Batterien haben gut gehalten. Bevor die Kaffeemaschine in Betrieb genommen wird, starten wir den Generator. Nach dem Frühstück verlangt unsere Ena, so heisst die kleine Jura-Kaffeemaschine, nach einer Entkalkung. Laut Buchführung hat sie dies vor genau einem Jahr ebenso verlangt, ob dies die Schweizer Genauigkeit ist??? Wir  warten noch auf die Marineiros, die uns gestern so toll geholfen haben, um zu erfahren wann wir unser Schiff „umparken“ können. Da die Beiden aber erst am Nachmittag kommen werden, melden wir uns beim Marina-Büro ab, um in die Stadt zu gehen. Dem Quai entlang erreichen wir die zwei grossen Markthallen. In der  ersten werden nur Fische und Meeresfrüchte verkauft, diese Vielfalt ist unglaublich! In der zweiten Halle gibt es Früchte, Gemüse, Käse, Fleisch, und einheimische Spezialitäten, auch hier alles sehr gepflegt und schön präsentiert. Eine Spezialität ist Feigenkäse. Dies ist aber kein Käse, sondern getrocknete Feigen mit Mandeln und Schokolade. Wir kennen so was ähnliches aus Ungarn. Dort heisst es Quittenkäse, weil dies dort aus Quitten hergestellt wird.

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So „blutt“, diese armen Kerle.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die verschiedenen feigen-Kreationen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nach langem Suchen und umherirren durch die vielen Strassen, findet Verena eine Bäckerei. Wir kaufen ein Brot und marschieren  zurück zum  Schiff. Die Marineiros von gestern sind da und wir diskutieren betreffs Verholen. Über das Wochende wird der für uns vorgesehene Steg von Seglern belegt, die an einer Meisterschaft teilnehmen. Wenn wir am jetzigen Steg Strom hätten, könnten wir uns auch entschliessen hier zu bleiben. Die Beiden sind bereit dies für uns zu organisieren, wie auch das Tanken im Fischerhafen. So fahren wir um 14.45 Uhr los, finden aber die Tankstelle nicht auf Anhieb. Man ist freundlich hier und hilft uns mit „Schreien“ und Handzeichen. Es ist noch ein Schiff an der Tankstelle, die als solche nicht erkennbar ist und mit dem Schiff davor für uns nicht zu sehen. Wir legen an und füllen den Tank, aber das will und will nicht aufhören. Schlussendlich gehen 1’400 Liter in den Tank. Nun gut, jetzt ist er randvoll. Zurück in der Marina stehen die Marineiros bereit und helfen die Madness korrekt und sicher zu vertäuen. Wir wollen das Schiff noch „abspritzen“ und so organisieren sie einen Schlauch  und legen eine sehr lange Leitung zu uns. Mehr kann und darf man nicht erwarten. Uns wird auch mitgeteilt, dass noch nie ein so grosses Schiff in der Marina angelegt habe. Und die Marineiros würden sehr gerne dieses Schiff von innen sehen. Nach so viel Hilfe und Goodwill ist dies für uns eine Selbstversändlichkeit. Danach  übernimmt Verena die Aussenreinigung und Kurt verschwindet in die Küche .

 

Freitag, 14.06.  Nach einer sehr ruhigen Nacht erwachen wir früh. Gleich nach dem Frühstück verlassen wir das Schiff und staunen über die Wasserleitung. Insgesamt sind es sicher 100 Meter, die die Marineiros gelegt haben, damit wir Wasser haben. Super, die bemühen sich echt für ihre Kunden.

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Hier ist der Anschluss unserer Wasserleitung, von hier geht sie über einen grossen Platz und danach auf unseren Steg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ein Mail der Überführungscrew „erschreckt“ uns etwas. Sie fragen, ob sie schon am Sonntag aufs Schiff kommen könnten, und so ein Zeitfenster (gute Bedingungen) Montag und Dienstag ausnutzen könnten. Über Internet finden wir eine Reiseagentur und wollen dort unseren Flug buchen. Nur 10 Minuten entfernt soll sie sein, trotzdem finden wir sie nicht, na, werden wir langsam alt? Nach mehrmaligem Fragen teilt man uns mit, dass diese Agentur nicht mehr existiert, aber in der Nähe der Kirche, das heisst noch etwas weiter soll es eine Agentur geben. Dank Verenas Ausdauer haben wir Erfolg und die Dame erledigt alles sehr professionel. Wir bringen unseren „Schatz“, Flugtickets, via Markthalle, wo wir unser Nachtessen einkaufen, zum Schiff. Dabei stellen fest, da wird ein Zelt und eine Lautsprecheranlage aufgebaut. Nach der Siesta gehts nochmals in den Ort, denn auf der „Posti-Liste“ steht noch ein Thermoskrug. Wie so oft, beim Chinesen findet man alles, und erst noch gute Deutsche Qualität. Auf dem Rückweg gönnen wir uns noch einen Drink an einem angenehmen windgeschützten Platz an der Sonne. Der dröhnende Sound-Check findet bereits statt. Wir sind froh, dass wir etwas abseits liegen. Zum z’Nacht gibts Spiessli, Tomatensalat und Brot. Die Spiessli sind so gross, dass Kurt nur eines essen mag. (das will etwas heissen)