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Letzte Woche

Donnerstag, 19.10.   Für heute ist die letzte Reparatur angesagt. Der Mechaniker, der das dauernde Wassertröpfeln in der Toilette flicken soll ist auf 09 Uhr angekündigt. 09.10 Uhr ist er hier. Er spricht wenig englisch und Kurt etwa eben so viel italienisch. Doch irgendwann ist das Problem erklärt und verstanden. Er beginnt da und dort zu schrauben, zu lösen und wieder anzuziehen, dann verlangt er ein Gefäss. Die Frage von Kurt, ob es nicht besser sei den Wasserdruck abzustellen, wird mit ja beantwortet. Dann den Druck wieder erstellen und wieder ablassen. Schlussendlich demontiert er das WC und nimmt es mit in die Werkstatt. Er verspricht um 12 Uhr wieder hier zu sein. Pünktlich 15.30 Uhr kommt er wieder in Begleitung eines Mitarbeiters der Werft, der englisch spricht. Die Erklärung, das Ventil in der Pumpe ist defekt und es gibt keine Ersatzteile mehr. Es braucht ein neues Ventil, aber der Verkaufsladen öffnet erst um 17 Uhr und der Mechaniker hört um 16.45 Uhr auf. Er erklärt, dass er die WC-Schüssel wieder einbaue, alles wieder anschliesse  und morgen um 08.30 Uhr das neue Elektroventil einbauen werde. Um 16 Uhr ist alles erledigt und er verlässt das Schiff. Um 16.40 Uhr begibt sich Verena ahnungslos in`s  Badezimmer und ob man es glaubt oder nicht, Kurt hört Worte, die Verena nur sehr selten in den Mund nimmt. Grund: Das Badezimmer ist unter Wasser, auch ins Schlafzimmer hat`s schon gedrückt. Der Mechaniker hat die WC-Schüssel nicht mehr korrekt angeschlossen und das Wasser (sauberes Wasser) ist, nicht nur tröpfelnd in, nein auch über die Schüssel ausgelaufen. Bravo. Sofort Druckerhöhungspumpe abstellen, das Wasser aufnehmen und zum Austrocknen das Heizöfeli in Betrieb nehmen. Zwischendurch mal wieder schimpfen. Dann an der „Zapfsäule“ auf dem Steg 2 Kessel mit Wasser füllen, einer fürs Bad und einer in die Küche. Der Mechaniker wird morgen eine Dusche, aber kalt, erhalten.

 

 

Freitag, 20.10.   Heute sind wir vermutlich nicht die Saubersten, denn waschen mit Wasser aus Kübeln liegt uns nicht besonders. Verena holt frisches Brot und um 08.50 Uhr kommt der Mechaniker. Nur noch leicht säuerlich (in der Nacht hat sich der Ärger etwas verschlafen) erläutert Kurt ihm seine mediokkere Arbeit von gestern , er entschuldigt sich mit Ausreden, die wir nicht ganz verstehen. Zumindest macht er aber einen geknickten Eindruck. Dann ist alles fertig, aber Verena ist noch misstrauisch, sie möchte, dass diese Toilette bis zum Abend nicht benutzt wird, damit wir ganz sicher sind, dass die Arbeit 100%ig richtig gemacht ist. Gegen Abend stellt sich dann heraus, die Arbeit ist korrekt ausgeführt.

 

 

Samstag, 21.10.   Nach dem Frühstück bereiten wir uns auf den Abschiedsbesuch bei Renate und Josef vor. Verena packt noch dies und jenes ein und dann gehts los. Pünktlich um 12 Uhr kommen wir an. Renate erwartet uns am Tor und sammelt dabei noch Eicheln für die Pferde. Josef ist immer noch an der Arbeit auf dem Dach, denn vor dem angekündigte Sturm muss das Leck noch abgedichtet sein. Verena und Renate nehmen einen grossen Korb, sie wollen auf Pilzsuche gehen. Vorher nehmen wir aber noch Josefs Arbeiten, die er in Abwesenheit von Renate erledigt hat, in Augenschein. Top, er ist definitiv ein guter Handwerker. Beim Pferdestall fehlen noch einige Holzlatten, diese werden mit Kurt`s Hilfe auch noch befestigt. Dann geniessen Josef und Kurt den Sonnenschein und beobachten  die 8 Kolkraben, die sich mit lautem Krah in den warmen Lüften vergnügen. Die Pilzsuche war erfolgreich, aber leider keine Eierschwämmli. Es ist ein eher schlechtes Pilzjahr hier. Renate wird die gesammelten Pilze vor dem Verzehr noch vom Pilzkenner Antonio begutachten lassen. Nach dem feinen Nachtessen, Pilzrisotto (mit gekauften Pilzen) und viel Gemüse aus dem Ofen,  verlassen wir die Masseria und fahren zurück zum Schiff.  Wir sind überein gekommen, dass wir uns durchaus vorstellen können, wenn unsere Schiffsaison in den nördlichen Gefilden kürzer werden, wieder mal für 1-2 Wochen ihren Bauernhof zu hüten.

 

 

Sonntag, 22.10.   Den heutigen Tag können wir mit „Ruhe vor dem Sturm“ beschreiben. Alles geht noch seinen gewohnten Gang, mit Ausnahme, dass wir heute Sonntag noch ins Commercio Commerciale fahren um den letzten Teil für unsere Heimreise einzukaufen. Entgegen Renates Aussage, wunderbar, keine Leute etc. es hat so viele Autos, wie wir noch nie gesehen haben. Die Regatta musste heute ohne uns starten, wir haben, weil so kurz vor unserer Heimreise, abgesagt. Kurt hat gehofft, dass mit der Rückkehr des 1. Schiffes, auch der Wasserdruck erhöht wird. Beim Auffüllen des Wassertanks müssen wir dann feststellen, ganz wenig Druck, also brauchen wir für die noch fehlenden 1’500 Liter 3 Stunden.  Das Wasser wird mit Aqua Clean präpariert, dass es mindestens 6 Monate hält. Angst vor Zufrieren der Leitungen müssen wir nicht haben, da das Meer angeblich noch nie unter 6 Grad Celsius gefallen ist und allfälliger Schneefall nur mal kurz als Schnee auf der Strasse hält. Zum z’Nacht gibt es das, was uns Renate eingepackt hat. Auch heute hat es uns nochmals gemundet. Sie ist definitiv eine gute Köchin, und scheint Josef, der ursprünglich von Beruf Koch ist, noch zu toppen. Äxgüsi Josef!!!