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Naxos

Freitag, 5. August. Am Morgen findet Kurt seine Verena im Gästezimmer. Der Husten ist nicht klein zu kriegen. Beim Frühstück besprechen wir, was wir zusätzlich unternehmen könnten. Wir fragen per Mail Kurts Hausarzt. Es ist schon praktisch, wenn man den Arzt quasi an Bord hat und wir erhalten von ihm genau das, was sich Verena eigentlich vorgestellt hat, nämlich zusätzlich zum Antiallergikum ein Asthmaspray.  Besten Dank an „unseren persönlichen“ Arzt! Verena ist für einige Zeit mit dem Staubsauger beschäftigt und Kurt sticht doch der Haber, ob er nicht herausfindet, weshalb  die Ankerwintsch ausgestiegen ist. Nach längerer Suche findet er einen Draht, der keinen Kontakt mehr hat. Ob das nun im Zusammenhang mit dem Autopiloten, oder mit der doch eher schlimmen Seefahrt vom 1.8. zu tun hat, lässt sich nur schwer feststellen. Auf jeden Fall, sie geht jetzt wieder. Den Nachmittag verbringen wir eher ruhig auf dem Schiff. Eine grössere Motoryacht hat keinen Platz im Hafen selbst und legt deshalb an der Aussenseite des Quais an. Pro Tag kommen gegen 15 Fähren nach Naxos. Das sind Autofähren, Seajets, Katamarane etc. Die schlimmsten Wellen macht der Seajet. Das ist ein ca 100 Meter langes, sehr schnelles Schiff. Diese haben einen Fahrplan und nehmen deshalb nur darauf, nicht aber auf die andern Schiffe im Hafen Rücksicht. Es rumpelt und die Badeplattform der grossen Motoryacht schlägt 3x heftig an die Mauer. Das ist bitter

Nach dem Nachtessen gehen wir noch in die Stadt um die von unserem Hausarzt vorgeschlagenen Medikamente zu kaufen. Anschliessend laufen wir den Hügel hoch in die Chora. Traumhaft, die engen verwinkelten, schmucken Gässchen. Leider ist Verena ohne Fotoapparat. Auf dem Rückweg gönnen wir uns noch einen Schlummertrunk und beobachten dabei das emsige, fröhliche  Leben auf der Strasse und in den Restaurants.

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und immer wieder werden Tintenfische und andere Fische zum Trocknen gelegt

Samstag, 06. August. Nach dem Frühstück kommt ein Segelschiff, das am Molenkopf angelegt hat in den Hafen und sucht einen Platz. Wir bieten ihnen an, längsseits bei uns anzulegen. Der Skipper, ein älterer Mann hat vermutlich eine Hüftinfektion und muss ins Spital. Er lebt zur Zeit von Antibiotika und Morphin.  Nachdem sie festgemacht haben geht doch noch ein Segler raus und so können sie an einen „eigenen“ Platz fahren. Wir gehen anschliessend einkaufen. Unser Einkaufswagen ist gut gefüllt. Zurück auf dem Schiff, telefoniert Kurt mit seiner Tante, da heute ihr Namenstag ist. Während des Telefonats kommt der Hafenkapitän und offeriert uns einen noch besseren Platz. Das bedeutet Strom abhängen, Motoren an und langsam raus fahren. Es ist kniffelig, denn hinter uns liegt der grosse Katamaran und der hat an seiner Seite noch ein kleines Motorboot. Verena hängt schnell die Fender um, denn wir müssen nun steuerbord, zwischen einem Segelschiff und der Quaimauer anlegen. Die Einfahrt ist nicht ganz einfach, aber wir liegen nun für die kommenden 10 Tag sicher und einigermassen ruhig. Die Fender sind auch wieder „nacket“, denn die „ripschen“ doch heftig an der Mauer, wenn die ein- und ausfahrenden Fähren die Schiffe im Hafen in Bewegung versetzen.

Den Nachmittag verbringen wir auf der Fly, geniessen die Ruhe, lesen, diskutieren und staunen über den Fährverkehr. Unglaublich, wie viele Autos in einem Bauch einer grossen Fähre Platz haben und die Menschenströme wollen nicht enden. Es ist zwar nicht bei jeder Fähre gleich, da gibt es bezüglich Menge schon Unterschiede, aber es ist enorm, welche Mobilität dank den Fähren vorhanden ist. Verena skypt mit Andrea und Kurt verzieht sich in die Küche. Nach dem Essen auf der Fly merken wir, dass wir der Stadt, resp. den Winden aus der Stadt etwas mehr „ausgesetzt“ sind. Wir stellen diverse, (nicht unangenehme) Gerüche der verschiedenen Küchen fest. Einzig der Lärmpegel ist nicht das was man sich wünscht.

Sonntag,, 07. August. Verenas Husten ist besser geworden. Wir beschliessen, heute mal an den Strand zu spazieren. Nach dem Erkunden des Strands gehen wir zurück in die Stadt und besuchen nochmals die Chora, eine venezianische Festung/Burg, die als Einzige, ausserhalb Italiens, nie eingenommen wurde.

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beinahe musste Kurt hier den Kopf einziehen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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und immer wieder Pflanzen und Blumen in den engsten Gassen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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und der coop mit dem schönen Früchte-Angebot

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die engen Gassen und die Flachdächer ergeben eine gute Kombination zur Verteidigung. Verena ist am Verdursten, also setzen wir uns auf der Höhe der Chora in ein Café, das einen wunderbaren Blick auf die Landseite der Insel gibt.

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Auf dem Rückweg sehen wir alte Hauseingänge, die noch mit den Wappen der ehemaligen venezianischen Besitzer geschmückt sind, auch einen coop entdecken wir in diesen engen Verhältnissen, der aber wie die Migros in der Türkei, keine Verbindung zur Schweiz hat. Wir stellen fest, dass wir auf dieser Insel verschiedene Sprachen hören, aber auch wie in Leros, viel französich.

Zurück auf dem Schiff lesen wir die letzten sportlichen, olympischen  und politischen Geschehnisse der Schweiz. Danach begibt sich Kurt  in die Küche. Nach dem Nachtessen erbarmt sich Verena der Küche und erledigt diese Arbeiten, dieweil Kurt sich der HP widmet. Das Schlussbouquet setzt dann Verena.