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Sturmtage

Freitag, 15.06.   Der Sturm hat in der Nacht ein ganz klein wenig nachgelassen, aber nur, um gegen 10 Uhr wieder aufzuleben. Trotzdem gehen wir in die Stadt. Bevor wir den Hafen verlassen wechseln wir noch ein paar Worte mit einer Deutschen Familie. Sie sind gestern hier angekommen, haben so zu sagen einen „Sturmhalt“ gemacht. Die Familie gönnt sich eine Auszeit, hat die drei Kinder für ein Jahr von der Schule genommen und segelt nun Richtung griechische Inseln. Wir wünschen ihnen „guten Wind“ und machen uns auf den Weg zum Brotkauf. Doch  das erweist sich als nicht möglich.  Alle Läden geschlossen, lediglich Salon de Thé und Café mit Süssigkeiten haben geöffnet und der Markt mit allerhand (Plastik) Kinderspielzeug ist im Aufbau. Ein beachtlicher Anteil der Spielsachen sind Gewehre und Pistolen. Spielzeuge für eine friedlichere Welt…. Wir beschliessen, heute Abend gehen wir auswärts essen. Auch hier ist die Idee gut, die Ausführung aber unmöglich, die Restaurants sind heute geschlossen. Also das beisst sich schon einwenig, lamentieren, es habe keine Touristen, gleichzeitig während Ramadan und Zuckerfest die Einrichtungen für Touristen geschlossen halten. Langsam sinkt unser „Friede- Freude- Eierkuchen-Pegel“, denn immer noch sind die Wetteraussichten bis kommenden Mittwoch miserabel. Unsere Gedanken gehen hie und da schon etwas „tauchen“, aber dann versuchen wir uns aufzumuntern und halten durch, nach dem Motto „Wir schaffen das“!!!

 

 

Samstag, 16.06.   Wir haben gut geschlafen. Bis kurz vor 06.00 Uhr hat es nicht mehr so stark „gerumpelt und gepfiffen“, aber dann beginnt es von Neuem. Wir sehen, dass die Riesensegelyacht immer noch da ist. Kurt vermutet, dass sie erst am Abend gehen um über Nacht  zu fahren. Doch auch sie werden sicher bis Montag abwarten. Am späteren Morgen spazieren wir in die Stadt. Ein ganz anderes Bild zeigt sich uns, wesentlich mehr Geschäfte haben geöffnet, der kleine Park ist ein Rummelplatz, viele Kinder, Autoscouter, Trampoline und Reitpferde die ihre Runden drehen.

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Die kleinen Mädchen sind zum Teil wie Prinzessinen neu eingekleidet. Die Stimmung ist friedlich, die Menschen sind in Feierlaune. Wir beschliessen, heute gehen wir defintiv auswärts essen. Um 16 Uhr machen wir uns nochmals auf, um die Umgebung zu erkunden, nachdem wir erfahren haben, dass Carrefour Wein verkauft. Im Geschäft angekommen verkündet man uns, dass alkoholische Getränke erst ab morgen 12 Uhr verkauft werden. Freundlicherweise öffnen die Herren uns das Tor und zeigen uns ihr Sortiment. Kurt möchte den Sidi Salem probieren, denn der wird auch im Internet als DER WEIN VON TUNESIEN angepriesen. Die Mitarbeiter sind etwas ratlos, als wir schon beim Ausgang sind rufen sie uns, sie hätten diesen Wein im Sortiment. Also, Morgen werden wir unseren Weinkeller wieder etwas aufrüsten. Auf dem Rückweg sehen wir einige „nackte Hühner“ und beschliessen, morgen gibt es Poulet vom Grill zum Nachtesen. Um 19.45 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Restaurant und sind vom Ambiente, von der Bedienung und von der Qualität des Essens sehr positiv überrascht. Einzig die Pommes haben Minus Punkte. Aber sonst top.

 

 

Sonntag, 17.06.    Die Nacht war wiedrum ruhig und wir haben gut geschlafen. Nach dem Frühstück gehen wir den Tag gemütlich an.

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Etwas ungewöhnlich die Farbe, aber das Brot mit Kurkuma, Fenchelsamen, schwarzem Kümmel und Sesam schmeckt gut

 

Später marschieren wir zum Carrefour, nicht zum Express, sondern zum Hauptgeschäft. Jeder „normale Bürger“ hätte wohl ein Taxi genommen, aber eben, wir sind Exoten. Das Hauptgeschäft ist kein Carrefour wie in Paris, sondern ein bescheidener Laden, mit hohen Preisen. Wir kaufen praktisch nichts ein, aber das Eingekaufte tragen wir zurück zum Schiff. Wieder ein weiter Weg, bereits etwas ausserhalb der Stadt und an übel riechenden Abfallstellen vorbei. Um so mehr geniessen wir die Mittagspause. Anschliessend laufen wir zum Carrefour Express, der im Gegensatz zum Hauptgeschäft, eben auch Wein verkauft. Also decken wir uns für die nächsten Tage ein. Vor dem Nachtessen ruft Adrian an und wir erzählen uns gegenseitig die Neuigkeiten. Das Nachtessen nehmen wir, wie eh, im Innern des Schiffes ein. Wir verzichten aber auf „Huhn“, nochmals in die Stadt wollten wir definitiv nicht. Noch nie konnten wir auf der Fly essen. Entweder zuviel Wind oder zu kalt und das am 17. Juni in Afrika. Ja das Klima ändert sich definitiv.