Der Vulkan, ein spezieller Bau

Tage in Le Havre

Dienstag, 02.07. Nach einem kurzen „Müsli-Frühstück“ (Haferflocken und Schoggipulver) allerdings in homöopathischer Menge,  gehts an die Arbeit in der Gästekabine. Das eine Bett noch abziehen, und die Wäsche für den Waschgang bereit stellen, dann abstauben und Staubsaugen. Zuletzt die Tagesdecken darüber und im WC noch saubere Handtücher aufhängen.  Nun ist der vordere Schiffsteil wieder so wie er sein muss. Die Toiletten hat Kurt bereits gestern gereinigt. Für Morgen ist die Küche und das Steuerhaus vorgesehen. Um 13 Uhr verlässt Kurt das Schiff um einen Blick in die andere Marina zu werfen. Da hat es aber noch einige freie Plätze, unverständlich, dass sie keine Gäste, sondern nur  Dauermieter aufnehmen. Hier ist man wohl sehr nahe am Zentrum, doch  der Lärmpegel ist entsprechend hoch, also liegen wir doch gut. Kurt sucht nach einer Hülle für sein neues Nokia-Handy. Doch Frankreich scheint diese Marke nicht zu kennen. Zurück in der Marina schaut er sich nach einer Waschgelegenheit um. Es hat sich so einiges an Wäsche angesammelt. Er wird fündig, allerdings ist  Wäschewaschen nicht so sein Ding. Mit Waschmaschinen und Tumbler steht Kurt ziemlich auf Kriegsfuss. Ach ja, auf dem „Nachhauseweg „schiss“ ihm mit viel Geschick eine Taube aus dem 5. Stock gerade ins Genick“. Zum Glück verstehen die Franzosen kein Schweizerdeutsch. Kurts „Exogener“ war nicht von der feinen Art. Ob das seine Ausschau nach Waschmaschine und Tumbler beschleunigt hat? Dann im Marinebüro erkundigt sich Kurt nach einem Fachmann für den Autopiloten. Sofort ruft der Chef einen Mitarbeiter an und der verspricht innerhalb einer Stunde auf dem Schiff zu sein. Das hält er ein und nach 2 Stunden bestätigt er Kurts Diagnose, dass die Hydraulikpumpe von der Elektronik keine Befehle erhält. Dann ist er aber am Ende seines Lateins. Er fotografiert alles und verspricht, dass er alle notwenigen Schritte unternimmt, um dieses Problem zu lösen. Wie heisst es doch so schönn? Die Hoffnung stirbt zuletzt. Dann hat Kurt noch eine Einkaufstour vor sich.  Beim Nachtessen ist er dann sehr froh dass  nur 2 kleine Stücke Fleisch gekauft hat. Die Kaumuskeln wurden doch sehr beansprucht.  Es ist zwar alles billiger in Frankreich, aber die CH-Qualität wird hier nicht erreicht.

 

Mittwoch, 03.07. Heute ist nicht so früh Tagwache. Der Morgen ist geprägt von Innenreinigung. Geplant sind Küche und Steuerhaus. Der Wind hat zugelegt. Windstärke 6. Die Segelschiffe schlagen mit ihren Stahltauen an den Mast und auch im Hafen ist es unruhig. Nach dem Frühstück und dem zur Tagesordnung gehörenden Telefongespräch mit Verena, will Kurt die Schrauben an den Motoren nachziehen. Hoppla, der Strom ist aus. Das kann nicht sein, dass innerhalb von 1.5 Tagen 20 Kilowatt verbraucht sind. Also marschiert  Kurt zum Büro und klagt. Das hätte sicher damit zu tun, dass die ersten Kilowatt von der Crew gebucht wurden und die nun aufgebraucht seien. Vorsichtshalber werden nochmals 20 Kilowatt auf die Karte geladen. Zurück beim Schiff lädt Kurt diese auf den Stromkasten. Noch immer keinen Strom im Schiff. Die Sicherung ist ausgeschaltet und lässt sich nicht wieder einschalten. Alles kontrollieren und siehe da, der Stecker, der eigentlich aussen am Schiff stecken müsste, hängt im Wasser. Also alles trocknen,  Kabel verlängern und wieder einstecken. Strom ist da. Danach werden alle nicht mehr brennenden  Lampen mit neuen Leuchtkörpern versehen. Nun ist  alles wieder gut. Am späteren Nachmittag geht`s zum Einkauf. Ein Einpersonenhaushalt ist in Sachen Kochen gar nicht so einfach. Man muss sich Gedanken machen, was und wie man am Besten einkauft.

 

Donnerstag, 04.07. In der Nacht hat der Sturm nachgelassen. Um 08.00 Uhr ist es wie jeden bisherigen Morgen 14 Grad und auf über 21 Grad wird das Thermometer, wie  auch in der nächsten Zeit nicht steigen. Heute stehen  Salon und Eignerkabine reinigen auf dem Programm. Gegen Mittag ist alles erledigt, auch der Teppich im WC ist gewaschen (Handrubbeln) und trocknet an der Sonne. Danach macht sich Kurt auf den für heute vorgenommenen Stadtbummel.

Symbol, wie die Zeit zwischen den Fingern zerrint
Symbol, wie die Zeit zwischen den Fingern zerrint
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Justizgebäude

Le Havre (der Hafen) wurde 1517 von König Franz I gegründet und hat eine lebhafte Geschichte hinter sich. Vom Sklavenhandel bis zum heutigen zweitgrössten Containerhafen von Frankreich. Beinahe hablbstündlich fährt ein Tanker, Frachter oder Containerschiff in den Hafen ein. Die Stadt selbst hat wenig alte Gebäude. Die Folge vom zweiten Weltkrieg. Da haben die Amerikaner und Engländer alles vom Meer aus beschossen und die Luftwaffe hat Le Havre bombardiert.

Denkmal an die vielen tausenden von Toten während der Befreiung von Le havre
Denkmal an die vielen tausenden von Toten während der Befreiung von Le havre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschätzte 70% der Bauten sind nach 1945 entstanden. Will man gewissen Meldungen glauben, so wird Le Havre von den Franzosen gar nicht richtig wahr genommen. Wirklich attraktiv ist diese Stadt auf den 1. Blick nicht. Allerdings hat sie in gewissen Quartieren doch einen gewissen Charme.

Titelbid:  Vulcan, ein besonderer Bau in Le Havre