Zu unserem letzten Bericht möchten wir eine Klarstellung machen, betreffs manövrieren im Hafen zwischen Ankerketten. Wenn man in einem Hafen mit Anker anlegen muss, heisst das rückwärts zwischen 2 Schiffe, oder neben ein Schiff, einfahren. Dabei wird die Tiefe gemessen und bei einem Anker mit Kette rund 3 bis maximal 5 mal die Tiefe für den Ankervorlauf genommen, ist der Anker nur an einem Tau, mindestens 5x die Tiefe. Man fährt also rückwärts und lässt die Ankerkette laufen. Ist das Schiff hinten auf beiden Seiten festgemacht, wird die Ankerkette eingeholt, das heisst angespannt, so dass man einen sicheren Halt hat. In einem engen Hafen, wie Bozburun, wird es dann schwierig zwischen diesen Ketten zu fahren, ohne eine in die Schraube zu bekommen. Je enger der Hafen, desto schwieriger wird es, denn oft liegen Ankerketten übereinander und das führt zu Problemen. (wir haben es beim letzten Bericht beschrieben) Bei unserer heutigen Ausfahrt waren links und rechts grosse Schiffe, die also relativ früh, oder gar etwas zu früh den Anker geworfen haben.
Wir sind um 07.45 Uhr aber problemlos gestartet, und da wir nur 40 Seemeilen zu fahren hatten, auch langsamer gefahren. Eine relativ ruhige See hat uns den ganzen Tag begleitet und wir haben die Fahrt genossen. Wie immer gab es um 12 Uhr Melone, doch die Zeit der Wassermelonen ist vorbei, jetzt sind die Honigmelonen dran.
Es war auch eine kurzweilige Fahrt, mit genügend Abstand, so dass kein Flaggenwechsel nötig war, vorbei an der Insel Rhodos. Viele verschiedenste Felsformationen haben sich gezeigt und noch nie begegneten wir so vielen Seglern, die fast alle auch unter Segel fuhren. Meist sind es aber Mietsegler und da halten wir doch genug Abstand.

Gegen 15 Uhr haben wir die Marina, die etwa 8 km von Marmaris entfernt ist, angelaufen, über Funk uns angemeldet und obwohl sie uns beim Telefonat gestern sagten, wir müssten ausserhalb vom Wellenbrecher anlegen, haben wir einen Platz innerhalb der Marina erhalten. Wie wohltuend war doch das Anmeldeprozedere in Bozburun. Name und Länge des Schiffes angeben, bezahlen und fertig. Heute wieder von A bis Z. Pass, Transitlog, Flaggenschein, Versicherung, Tel., e-mail, etc..
Wir essen auf der Fly und merken, dass die Abende kühler werden sobald die Sonne am Horizont verschwindet. Der Wind ist und bleibt immer ein Thema. Das Land kühlt schneller ab als das Meer, darum haben wir so ab 16.30 Uhr „auflandigen Wind“, der bis Stärke 4 erreicht.
Summa sumarum, der heutige Tag war rundum positiv.