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Von Trani nach Manfredonia

Samstag, 10.06.    Nicht früh, sondern sehr früh hat uns der Wecker aus dem Schlaf geholt und dies nach der Vollmondnacht. Kurt hat jedenfalls schlecht geschlafen. Um 05.45 Uhr lässt er die Gangway zum Steg runter, denn Domenico will ja noch kommen. Er erscheint sogar überpünktlich. Derweil er die Arbeiten erledigt singt er eine Arie von Verdi. Sicher ein gutes Omen. Auf sein Geheiss hin, startet  Kurt nochmals beide Motoren, sie springen sofort an. Ein schönes Gefühl. Das Problem mit dem Alternator ist nicht gelöst, aber er verspricht uns, dass er sich in Manfredonia der Sache annehmen werde, er hätte da ebenfalls noch Arbeiten zu erledigen. Dann, 06.45 Uhr starten wir die Motoren und legen ab. Wir haben uns auf  „zwischen 13 und 14 Uhr“ in Manfredonia angekündigt, deshalb fahren wir nur mit  1200 Touren. Zu Beginn ist es noch etwas wellig, doch mit der Zeit, entsprechend den Vorhersagen, wird es immer ruhiger. Wir geniessen eine entspannte Fahrt mit 2 Motoren bis 1 Seemeile vor Manfredonia. Da stellt der Steuerbordmotor in seiner bekannten,  unverständlichen Weise ab. Wir verschweigen hier die Worte, die über unsere Lippen kamen. Kurt ruft sofort die Nummer an, die er von Domenico erhalten hat und der Vater verspricht, dass sein Sohn morgen kommen werde. Mittlerweile hat der Wind stark aufgefrischt. Langsam fahren wir in die Richtung, die wir von unseren Verwandten erhalten haben. Vor lauter Ärger und Aufregung bemerken wir sie sehr spät.

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Die Einfahrt in Manfredonia zur Lega Navale

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Etwas kritisch und aufgeregt wird über unser Festmachen diskutiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Man gibt uns Zeichen, die Boje aufzunehmen, woran die Muringleine befestigt ist. Von vorne geht das nicht, wir sind viel zu hoch, von der Seite hinten kann Verena die Boje aufnehmen, doch die Muringleine ist zu schwer und die Madness nicht in der richtigen Position. Dann laufen wir den Steg wie üblich rückwärts an. Dort gibt man uns die Muringleinen, die wir nach vorn zum Bug nehmen und fest machen. Danke für die tatkräftige Hilfe von Renate und Josef. Etwas später kommen noch zwei Betreuer vom Hafen und legen noch einen weiteren Festmacher. Schön hat man uns so freundlich aufgenommen und uns Hilfestellung gegeben. Nach einem gemütlichen, diskussionsreichen Nachmittag mit Renate und Josef geht Kurt zur Anmeldung. Wir sind jetzt Mitglied der Lega Navale Italia. Das kostet zwar etwas, bringt uns aber auch „Freitage“ und günstigere Konditionen in den Marinas, die der Lega Navale gehören. Dank grossem Einsatz von Renate und Josef bekommen wir auch einen sehr guten Preis für den Aufenthalt. Nach der „Schiffsputzete“ gehen wir noch einkaufen. Der Weg bis zum Ausgang des Hafens führt „über sieben Brücken“, die kleine Hängebrücke fordert Konzentration. In der Stadt staunen wir über die vielen Leute, die „sonntäglich“ angezogen durch die Strassen flanieren. Wir beenden den langen Tag im Steuerhaus, nicht ohne über unser Steuerbordmotor, Alternator und, ja auch über unser ganzes weiteres „Schiffsleben“ nachzudenken. Trotz „grübeln“ freuen wir uns hier zu sein, sind gespannt auf den Bauernhof von Renate und Josef, freuen uns auf den Besuch von Nina und Hansruedi, wie auch am wunderschönen  Sonnenuntergang.

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Der Himmel brennt über Manfredonia.