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Wieder in Manfredonia

Freitag, 13.10.   Auch gut ausgeschlafen bereitet das Aufstehen bei einer Innentemperatur von 15/16 Grad etwas Mühe, selbst bei fliessend heissem Wasser. Das kleine Warmluftöfeli vermag etwas Wärme verbreiten und mit der Sonneneinstrahlung wirds bis zum Frühstück im Steuerhaus auch fast angenehm warm. Von unserer Kaister Pflanzenkundlerin Fränzi ist eine Email betreffs der uns unbekannten Frucht eingetroffen. Da wir nun wissen dass es sich um einen Milchorangenbaum auch Osagedorn genannt, handelt, konnten wir ihn googeln.  Es ist ein Maulbeergewächs. Der Baum beginnt erst mit 12 – 15 Jahren zu fruchten. Die Früchte können einen Durchmesser von 7 – 15 cm Durchmesser erlangen. Ursprünglich stammt der Baum aus Amerika, ist aber auch in Mitteleuropa (Toskana/Kroatien) verbreitet. Das Holz ist sehr leistungsstark und wurde von den Indianern zur Herstellung von Bogen benutzt. Das Holz wird heute noch für Pfosten und Zaunpfähle verwendet, da das Kernholz schädlingsresistent und witterungsbeständig ist. Danke Fränzi für deine wertvolle Hilfe. Josef kommt für einen Kaffee vorbei und holt auch sein Segel, das geflickt werden muss. Dafür fährt er nach Bari zum Segelmacher, für ihn jedoch viel erfreulicher, um die heimkehrende Renate am Flugplatz abzuholen. Kurt meldet sich bei Luigi zurück und teilt ihm mit, dass wir uns in Sachen Anker anders entschieden haben. Seine Offerte liegt bei € 2’000.00. Kurt hat in Holland denselben  Anker für nicht mal die Hälfte gefunden. Um 14 Uhr kommt Antonio mit der neuen Muringleine. Diese hat nun einen Bleikern und sollte somit besser auf dem Meeresgrund liegen bleiben. Danach erledigt Kurt die  Schiffsaussenreinigung.

 

 

Samstag, 14.10.  Das Wetter ist ruhig, der Morgen wieder frisch. Wir möchten einen speziellen Einkauf tätigen und gehen deshalb miteinander zum entsprechenden Laden. Wir kaufen etwas für die Weitergabe und etwas für uns. Dann trennen sich unsere Wege. Verena sieht sich noch etwas um und Kurt geht mit den gekauften Sachen aufs Schiff und dann zum Chinesen. Auf Grund des „Herdentriebes“ finden wir zur Mittagszeit wieder zueinander. Verena hat bei Ihrer Rückkehr gesehen, dass in der Fussgängerzone „Antiquitätenmarkt“ ist. Also, den besuchen wir nach unserem  Früchtemittagessen. Viel Kitsch finden wir, bestaunen aber auch dies und das und erinnern uns an Grossmutters Zeiten. „Mutterseelenallein“ schlendern wir Beide durch den Markt. Um diese Zeit sind keine Italiener unterwegs, sie halten Siesta. Die Marktfahrer sitzen auch eher teilnahmslos bei ihren Auslagen oder geniessen ihr Mittagessen. Bei einem Stand mit Büchern, kann Kurt sich nicht zurück halten. Er kauft für einen Euro ein italienisches Rezeptbuch über Pasta. Das nehmen wir mit in die Schweiz. Beim Durchblättern dieses Kochbuches kommt Hunger auf. Trotzdem, wir müssen warten. Verena erinnert sich, dass sie bei unseren „Wanderungen“ durch Manfredonia einen Laden gesehen hat, der frische Teigwaren herstellt. Wir versuchen ihn nochmals ausfindig zu machen, leider erfolglos, haben aber sicher wieder über 10’000 Schritte hinter uns.

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Bei der Kathedrale sind nun auch sämtliche Figuren gereinigt.

 

Das heutige Nachtessen besteht aus Thonsalat, Brüsselersalat mit getrockneten roten Heidelbeeren und getrocknetem Brot. Dazu probieren wir einen Rotwein, Susumaniello di Puglia, der uns aber leider gar nicht zusagt. So langsam machen wir uns Gedanken, was wir in die Schweiz mitnehmen MÜSSEN und was wir mitnehmen wollen. Die Vorräte müssen kontrolliert und aufgebraucht werden.

 

 

Sonntag, 15.10.   Wir schlafen etwas länger, die Nacht war eher  unruhig. Um Mitternacht wieder ein Feuerwerk und anschliessend wird, nicht unbedingt schön, aber laut gesungen. Nun aber scheint die Sonne und wir beschliessen, heute nach Mattinata zu fahren um dort den Strand etwas zu erkunden. Ein Whatsapp jedoch ändert unsere Pläne, Renate und Josef kommen nach Manfredonia. Wir freuen uns und sind gespannt auf die letzten Neuigkeiten aus der Schweiz. Also beschliessen wir, nochmals zum Trödlermarkt zu gehen, auch um festzustellen woher die Knallerei kommt. Irgend etwas wird wieder gefeiert. Herausgefunden haben wir zwar nichts. Was für ein Unterschied zu gestern!!! Jetzt hat es extrem viele Menschen auf der Strasse, alle „gsunntiget“. Auch zum Teil sehr exklusiv gekleidete Damen mit viel Glimmer, Perlen und Rüschen an Kleidern und Schuhen, was uns hie und da auch zu einem Lächeln veranlasst. Unsere Haltung lässt sich mit „staunen, belächeln aber auch bewundern“ beschreiben, jedoch nie negativ. Der südländische Stil hat für uns einen besonderen Charme! Die „Chlöpfete“ kommt von „Jungs“ die irgendwelche Knaller zünden. Zurück auf dem Schiff geniessen wir die warme Mittagssonne und um 16 Uhr kommen Renate und Josef. Wir sind natürlich begierig darauf, was uns Renate für Neuigkeiten aus der Schweiz bringt. Bei Kaffee und Kuchen geniessen wir die gemeinsame Zeit und verabreden uns für Ende Woche bei Ihnen.