Al-aqabah 5

Samstag, 26.9. Vor 2 Tagen sind wir aus Amman zurückgekommen und in diesen beiden Tagen, ist nebst Einkaufen und Ausruhen, nicht viel geschehen. Ah doch, Verena versucht die Homepage mit unserem Amman Ausflug zu ergänzen, was eine mühsame, Stunden  dauernde Angelegenheit wurde. Irgend wann gibt sie auf. Laut Aussage von Einheimischen, sind aufgrund des Schlachtfestes, etwa dreimal mehr Menschen in Aqaba. Damit, so scheint uns, sind die Handyantennen am Anschlag, denn auch hier herrscht „Telefonitis“ und wir sind immer wieder „ohne Netz“. Am Samstag ist wieder mal die bei uns sehr beliebete „Schiffsputzete“ angesagt. Die Morgen sind etwas kühler geworden, um 07 Uhr haben wir nur noch 27 Grad. Es wird langsam Zeit die Winterkleider bereit zu machen!!! Am Abend versucht Verena mit Andrea zu skypen, aber auch da, keine Chance. Ständig gibt es Unterbrüche. Ab Montag, so hoffen wir, ist dann alles wieder normal.

Sonntag, 27. September. Die Waage bewegt sich in die richtige Richtung.  Für Verena ist heuteWaschtag. Am Nachmittag wieder Einkaufen, diesmal mit Fotoshooting. In der Bäckerei , die nicht „nur“ Fladenbrot, nein auch ungesüsste Brötchen und leckere Süssigkeiten herstellt, kommt ein Mitarbeiter, der ungefragt uns die ECHTE arabische Bäckerei zeigen will. Wir „müssen“ mit ihm 2 Stockwerke runter gehen und wie er den Fotoapparat sieht geht’s los. Er übernimmt den Apparat und wir müssen dahin und dorthin stehen, er zeigt uns die Knetmaschine und die automatische Fladenbrotherstellung mit Portionierung, Formung und Backen. Diese Maschine kann 600 Brote pro Stunde herstellen, wobei die Brote 1 Minute bei 300 Grad gebacken werden. Wäre alles schön und gut gewesen, hätte er nicht noch eine Foto von ihm und Kurt gewollt. Beim Hinstehen, zog er Kurt ganz schnell zu sich und küsste ihn auf die Backe. Wer Kurt kennt weiss, dass dies für ihn beinahe einen Herzinfarkt bedeutet hat.

Aqaba, Bäckereibesichtigung und Eilat 002
Die richtige Menge wird aufs Förderband ausgedrückt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aqaba, Bäckereibesichtigung und Eilat 009
Von zwei weiteren Maschinen werden die Teigklumpen zu Fladen gepresst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aqaba, Bäckereibesichtigung und Eilat 013
Hier plustern sich die Brote bei 300 Grad so richtig auf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Schiff angekommen, muss er sich zuerst die Backe waschen. Nach dem Nachtessen besucht uns unser Reiseleiter. Er hat ein CH-Ehepaar am Flughafen abgeholt und zum Mövenpick Resort am Südstrand gebracht. Auf der Fly ging sein Telefon und er las, dass der gewünschte und versprochene Zimmerwechsel nicht zustande kam. Er versuchte mit dem Mövenpick zu telefonieren, aber die Nummer ging nicht. Wir haben ja Mailverkehr mit dem Mövenpick gehabt und so schaute Kurt nach, ob es noch eine andere Nummer gibt. Ungeschickterweise war dies die Privatnummer von Herrn Peter, dem Generalmanager. Herr Peter hat sich sehr gewundert. Ahmed konnte den Wunsch des Ehepaares aber bei ihm anbringen, er will sich auch darum kümmern und Kurt entschuldigt sich für die private Störung. So war dies  nicht gewollt.

Montag, 28.9. Um 05 Uhr sind wir aufgestanden um die Mondfinsternis zu betrachten. Ein spezielles Schauspiel. Was ist der Blutmod für ein Omen? Nach nochmaligem, kurzem Schlaf und nach dem Frühstück geht Verena auf Blumen-Fotopirsch.

Aqaba, Bäckereibesichtigung und Eilat 032

 

 

 

 

 

 

 

Aqaba, Bäckereibesichtigung und Eilat 031

 

 

 

 

 

 

 

 

Anschliessend, nachdem wir ein Mail vom Mövenpick erhaltenhaben, beschliessen wir, am Nachmittag den Strand des Mövenpicks zu geniessen. Nach dem Eintrittsprozedere, das für uns ernüchternd war, denn der Preis bezieht sich nicht wie von uns angenommen, auf die Woche, sondern für einen Tag. Aber, wir merken auch, kurz nachdem wir durch die Pool-Landschaft zum Strand gekommen sind, dass wir definitiv keine Strandleute sind. Wir empfinden übrigens das Meer, das 26 Grad warm ist, als eher kalt. Trotzdem schwimmen wir ausgiebig und erfreuen uns an einer andern Sicht der Umgebung. Heute haben wir keine Lust zu kochen und nehmen uns vor, beim Chinesen essen zu gehen. Vorher wird noch eingekauft und unsere Handys haben kein Internet mehr, also aufladen. Das dauert etwas, der Hunger wird gross und grösser und um 20 Uhr sind wir im Restaurant. Eine gute Stunde später, Verena hat den Pass mitgenommen, gehen wir noch zum Taxfree Shop und Verena leistet sich ein Parfum. Via Totalausverkaufsladen gehen wir zurück zum Schiff. Umziehen, kurze Hosen, T-Shirt und auf die Fly. Die Temperaturen sind angenehm. Bei einem Glas Wein sprechen wir über vieles und eine Gruppe, bestehend aus 3 Männern und 2 Frauen laufen vor unserem Schiff vorbei, wobei wir jemanden sagen hören Swiss Flag. Sicher ein Reiseführer, der die Schweiz kennt. Auf dem Rückmarsch kommen sie dem Schiff nahe und fragen uns nach Länge, Gewicht, wo wir fahren etc. Also fragen wir sie, ob sie sich das Schiff kurz ansehen wollen, was sie gerne machen. Der „Reiseleiter“ sagt vor der Gangway, zuerst der Sicherheitsmann, die Frauen lachen. Es ist einer im Anzug mit Krawatte, nicht so gross, aber kräftig und dann kommen die andern. Der 3. Mann kommt nicht aufs Schiff. Im Steuerhaus stellt sich der „Reiseführer“ mit Bruno, wie auch seine Begleiter/innen, mit ihren Vornamen vor. Wir zeigen ihnen das Schiff, geben Auskunft so gut wir können und der „Reiseführer“ scherzt, dass Verena ihren Mann etwas mehr ärgern soll, ihm sei es zu wohl. Er überreicht uns seine Visitenkarte, sagt, wenn wir in Amman sind, sollen wir ihn besuchen (aber wir waren ja schon dort) und alle verabschieden sich. Wiederum wird der Sicherheitsmann unter Lachen der Damen vorausgeschickt und Kurt meint, als sich dieser ausserhalb des Schiffs dreht, eine Waffe gesehen zu haben. Das macht stutzig. Er geht zurück ins Steuerhaus und nimmt sich die Visitenkarte vor und siehe da, bei Bruno handelt es sich um seine Exzellenz, Botschafter von Kanada für Jordanien und Irak. Wir waren „erschlagen“. Soviel Unkompliziertheit, so was von nett. Ein spezieller Besuch, der uns ganz sicher in bester und angenehmer Erinnerung bleiben wird.

Dienstag, 29. September Wir haben vor einigen Tagen drei (jordanische) Kristallgläser gekauft (es hatte in diesem Laden nicht mehr davon) und möchten diese auf sechs ergänzen. Also machen wir uns um 11 Uhr auf die Suche nach Souvenir-Geschäften. Wir finden alle Gläser, aber genau diese, die wir suchen,  gibt es nirgends. Es ist nicht übertrieben, aber wir haben beinahe 10 km unter die Füsse genommen, um alle Geschäfte abzuklappern. Resigniert müssen wir am Nachmittag aufgeben und gehen zurück zum Schiff. Heute hat Kurt Küchendienst und nach dem Nachtessen sitzen wir noch auf der Fly. Es ist mittlerweile am Abend sehr angenehm. Knapp 30 Grad gegen Mitternacht und der sanfte Wind, wunderbar. Hassan von der Gulet ruft uns und schenkt uns Nüsse, die er auf der Insel gekauft hat.

Mittwoch, 30.9. Es ist wieder warm, doch ab der kommenden Woche sollen die Temperaturen nicht mehr über 35 Grad steigen und in der Nacht maximal 22 Grad. Beim Frühstück diskutieren wir über unseren Aufenthalt in der Schweiz. Wenn wir während dieser Zeit so viel frieren müssen, wie wir hier geschwitzt haben, dann, „Gute Nacht“. Der Nachmittag wird immer heisser und so beschliessen wir, dem Swimmingpool, einem 25 Meter Becken, einen Besuch abzustatten. Es sind bereits 3 Leute da. Die beiden Männer sprechen arabisch. Einer springt ins Wasser und es klatscht heftig. Dann fragt er Kurt auf englisch, wie sein Sprung gewesen sei. Kurt hat diesen Sprung nicht gesehen und er sagt ihm, er solle es doch wiederholen. Das will er nicht. Plötzlich hören wir, wie der eine Mann mit seiner Frau deutsch spricht. Es ist ein Ehepaar aus Köln. Er ist gebürtiger Iraker, spricht aber perfekt deutsch. Spontan wollen sie uns zum Nachtessen einladen, was wir aber höflich ablehnen. Die Crew der Gulet Aladin macht sich bereit zum Auslaufen. Gegen 80 Personen wollen die Sonnenuntergangstimmung auf See geniessen. Wir besprechen nach dem Nachtessen den morgigen Ausflug nach Elat / Eilat.

Donnerstag, 1.10. Um 09.30 Uhr gehen wir als erstes zum Bankomaten, denn wir haben verschiedene Versionen gehört, was man bei der Ausreise aus Jordanien und bei der Einreise in Israel für das Visum bezahlen muss. Sicher ist sicher! Mit dem Taxi lassen wir uns zur Grenze fahren, dann aussteigen, 1. Passkontrolle, danach  weiter zur Grenzpolizei. Die haben Mühe, weil wir schon 1 Monat und 3 Tage in Jordanien sind und das Visum normalerweise nach einem Monat abläuft, unseres wurde aber schon bei der Einreise auf 2 Monate verlängert. Kurze Diskussion, dann 2 Stempel in den Pass und weiter zum Zoll und zum Schluss nochmals Pass zeigen und dann sind wir im Niemandsland. Ach ja, vor uns ist eine Reisegesellschaft aus Frankreich angekommen, so dauert alles etwas länger, doch können wir dabei auch unser Französich auffrischen. Beim Niemandsland überholen wir sie und die Einreise in Israel gestaltet sich einfach, sie sehen, dass wir schon einmal in Israel waren und entschuldigen sich, dass sie hier keine Einlagepapiere für den Pass ausstellen können, sondern den Pass stempeln müssen. Das ist kein Problem, denn nach Ägypten wollen wir ja nicht mehr. Und noch immer will niemand Geld von uns. Wir besteigen ein israelisches Taxi und lassen uns zum Unterwasser Observatorium bringen. Auf kleiner Fläche wird hier das Leben im Meer gezeigt. Eine Filmvorführung, die man zwar extra bezahlen muss, dafür auf beweglichen Stühlen sitzend, das Filmerlebnis noch vertieft wird. Eine Plattform auf der je 10 Stühle festgemacht sind, bewegt sich nach vorn, hinten, rechts oder links, je nachdem, ob Schifffahrt, Heliflug oder Taucherszenen gezeigt werden. Der Film selbst ist nicht so überwältigend, hingegen die verschiedenen Aquarien und Riffs sind nicht nur interessant, sondern eine Augenweide.

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Auch wenn die Farben durch Lichteffekte etwas aufgemotzt sind, eine Augenweide sind sie allemal.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Hübsch die zwei „Verliebten“!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Delphine besuchen wir nicht, wir haben es Marion versprochen. Anschliessend fahren wir in die Stadt und steigen beim Einkaufszentrum aus, laufen mal kurz durch und gehen dann dem Strand entlang bis zur Marina. Elat ist eine auf Tourismus getrimmte Stadt, in der wir uns nicht wohl fühlen könnten. Das liegt aber nicht am  ca. 300 Meter entfernten Flughafen und mitten in der Stadt liegenden Startpiste, es ist die Hektik und das Umfeld das für uns nicht stimmt. Um 17.15 Uhr fahren wir wieder mit dem Taxi bis zur Grenze. Bei der Ausreise aus Israel erfolgt dann die Bezahlung. Rund Fr. 25 pro Person sind zu entrichten.

Aqaba, Bäckereibesichtigung und Eilat 057
Kunstvoll zeigt uns die „Dame“ den Weg nach Jordanien!

In Jordanien ist der Grenzübertritt kosten- und absolut problemlos. Wieder geht`s mit dem Taxi zur Marina und wir sind echt glücklich, in Aqaba fest gemacht zu haben. Der Seemann Hassan, dem Verena Gebäck aus Israel mitgebracht hat, will uns zum Nachtessen einladen, er wolle Fisch zubereiten. Wir lehnen ab, da wir beschlossen haben auswärts zu essen. Aber für morgen vereinbaren wir mit ihm, dass wir uns bekochen lassen. Nach dem auswärtigen Essen gehts müde zurück.

Freitag, 2.10. Beim Frühstück besprechen wir die Einladung von Hassan. Es wird etwas schwierig. Wenn sie wieder mit Gästen ausfahren, kommen sie ev. erst gegen Mitternacht zurück und er kocht dann sicher noch, aber wir sind dann schlafend. Also gehen wir noch einkaufen, für alle Fälle. Als wir weg gehen, fragt Hassan, wann kommt ihr wieder? Wir sagen nach ca. 1 Stunde. Wir sind nach einer Stunde auch zurück und Kurt geht anschliessend noch mit dem „Wägeli“ zum Getränke Einkauf. Hassan sieht das mit dem Nachtessen auch eher problematisch und lädt uns zum Lunch auf 15 Uhr ein. Pünktlich sind wir auf dem Nachbarschiff und er stellt uns seinen Chef vor. Wir diskutieren mit ihm über die Lage. Das Problem für Jordanien sind die Länder Ägypten, Syrien, Libanon und Irak. Früher wurden Rundreisen gemacht und heute ist die Situation völlig anders. Obwohl Jordanien ein sicheres Land ist, bleiben die Touristen aus. Schade. Jordanien ist alle mal eine Reise wert. Nun wird aufgetischt! Uns fallen die Augen beinahe aus dem Kopf. Es gibt speziellen Langkornreis, top gewürzt, gebratenen Fisch, top gewürzt, Pommes und gemischten Salat.

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Dies ist „nur“ das Essen für eine Person.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Den Fisch hat der Freund von Hassan auf „seinem“ Schiff, er ist Kapitän, zubereitet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Hassan unser Gastgeber, am Telefon, sein Chef.

Von dem was uns aufgetischt wird, könnten 6 Personen satt werden, aber nur wir als Gäste dürfen essen, sie hätten schon gegessen. Wir fühlen uns nicht wohl, denn wir kommen uns als Schmarotzer vor. Auf jeden Fall laden wir Hassan und seinen Freund zu einem Mansaf ein, sobald sie einen Frei-Tag haben. Wir dürfen auch das Schiff besichtigen und die Gulet ist und bleibt ein spezielles Holz-Schiff. Nach einem Tee verabschieden wir uns, denn sie müssen / dürfen noch zu einem Sunset ausfahren. Wir brauchen kein Nachtessen mehr und so lesen wir. Ein Whatts App klingelt und unser Reiseleiter fragt nach unserem Befinden, er sei mit Schwester und Schwager mit Kindern am Strand. Wir laden sie spontan zu einer Schiffsbesichtigung ein, so der Wunsch vorhanden ist. Einge gute Stunde später kommen die 3, ohne (erwachsene) Kinder, die sind am Strand geblieben. Der Schwager von Ahmed ist auch Reiseführer und spricht eben so perfekt deutsch. Auch seine Frau versteht das eine oder andere Wort deutsch. Sehr nette Jordanier, mit denen wir uns gut  unterhalten. Sie laden uns zu sich nach Amman ein, auch Ahmed meint, wir sollen doch nochmals nach Amman kommen. Wir wollen es uns überlegen. Mit ihm vereinbaren wir, am kommenden Montag nach Wadi Rum zu gehen. Einen Tagesausflug mit Sonnenuntergang. Kurt möchte noch eine Stunde mit einem Araberpferd reiten. Ahmed wird dies organisieren.

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PS: Auch mit Glasscheibe dazwischen, der Hai auf dem Titelbild war  schon beeindruckend.