Montag, 27. Juli, es stürmt und das Innere des Schiffs ist entsprechend „sandig“. Die Vorfreude aber, dass heute strommässig alles wieder in Ordnung kommen SOLL, lässt über diese unangenehme Nebenerscheinung hinweg sehen. Kurt stellt fest, dass sein Handy keine SMS und Gesprächsguthaben mehr hat und geht zu Vodafon um aufzuladen. Er erreicht Katanga, der ihm mitteilt, ein Fachmann aus Kairo sei nun gekommen und bis heute Abend wäre alles ok. Wir hören von ihm nichts mehr.
Kurt ruft Ashraf an und der telefoniert mit Katanga und dieser meint, er werde am Dienstagmorgen kommen. Das akzeptiert Ashraf nicht, und verlangt, dass er noch heute alles in Ordnung bringt. Wir ahnen, dass dies vermutlich nichts nützen wird. Und so war es auch!! So langsam aber sicher liegen die Nerven blank. Wünsche wie es in vox populi heisst, „ihm eins in die Fr…… schlagen“ kommen auf. Die Machtlosigkeit gegenüber solchem Verhalten und dem Umgang mit „Wahrheit“ und „Versprechungen“, lässt Wut hochkommen. Neu ist für uns auch das Gefühl von „ausgeliefert“ sein.
Dienstag Morgen, es ist heiss und Kurt geht zur deutschen Bäckerei. Dort erfährt er, dass 2 ganz junge Delfine zu Tode gefahren wurden, während sie von Schlauchbooten mit Touristen gejagt wurden. Das Volk wird anscheinend dumm gehalten, so werden auch Korallenbänke zerstört und irgendwann bleiben die Touristen aus und erst dann werden sie sich vermutlich fragen weshalb. Gut, es gibt immer noch die Russen, aber die sind den Einwohnern hier unsympathisch. (vielleicht, weil sie ihnen ähnlich sind) Wie wir von deutschen Hotel-Feriengästen erfahren, benimmt sich die Oberschicht der Ägypter ihren Landsleuten gegenüber ebenso wie die reichen Russen. Respektlos und von oben herab!
Um 09.15 Uhr startet Kurt das 1. Telefon an Katanga. Er nimmt nicht ab, auch nicht bei den nächsten X-Versuchen. Unser Agent von Felix kommt vorbei und wir bestürmen auch ihn. Er verspricht, sich der Sache anzunehmen. Er erreicht aber auch nichts, da Katanga telefonisch nicht erreichbar ist. Er verspricht aber, am Ball zu bleiben. Um 17.15 Uhr bekommen wir dann plötzlich einen Anruf von Katanga, dass er morgen kommen werde. So geht das nicht. Kurt gibt ihm klar 10.00 Uhr vor. Um 23.53 Uhr, Kurt schläft schon, so nimmt Verena den Anruf entgegen. Es ist Katanga, der mitteilt, dass er „etwas“ nicht besorgen könne. Verena weckt Kurt nicht, macht Katanga aber klar, dass er am nächsten Morgen erscheinen müsse.
Mittwoch, 29.7. Beim Frühstück eröffnet Verena die „Hiobsbotschaft“ und Kurt schlägt in Sachen Geschwindigkeit jedes Auto. In 0,001 Sekunden ist er auf 100. Wir diskutieren hin und her und lassen Dampf ab. Dann, um 08.15 Uhr erscheint Katanga mit dem Batterieladegerät unter dem Arm. Er kann es nicht flicken, Punkt aus. Kurt wird laut, so dass der Security-Mann zum Schiff kommt und fragt ob wir Hilfe brauchen. Katanga wird ein anderes Gerät montieren und er sagt, um 10 Uhr sei er wieder hier. Kurt hat mit der Polizei gedroht. Bereits um 09.30 Uhr ist Katanga wieder da und er montiert das neue Ladegerät. Kurt kann nicht dabei stehen, seine Nerven sind nicht mehr die Besten. Er telefoniert mit dem Agenten, der zusagt, in einer Stunde hier zu sein. Wir möchten nicht ohne den Original- Batterielader weiter gehen.
Also müssen wir nochmals über die Bücher und uns Gedanken machen, wie weiter. Unser Visum läuft am 9. August ab. Von Freitag an wird für die nächsten 10 Tage stürmisches Wetter voraus gesagt. Das heisst, wir könnten frühestens am 12. August fahren. Wir tragen uns mit dem Gedanken, noch einen Monat hier zu bleiben, dann wäre sicher auch der Batterie Charger in Ordnung. Sharm-El-Sheikh würden wir dann nur als Übernachtungsstation auf dem Hin und Rückweg nach Eilat anfahren und vom 28. August bis ca. 20. Oktober in Eilat bleiben, von wo aus wir wieder einige Ausflüge unternehmen könnten. Danach in Etappen bis Suez, anschliessend durch den Kanal und nach Zypern fahren, insh’allah.
Das neue Gerät ist also montiert und wir sind uns bewusst, dass wir nun warten müssen, bis die Batterien wenigstens halbwegs geladen sind. Nach 3 Stunden stellt Kurt fest, dieses Gerät ist nicht in der Lage, die tief entladenen Batterien aufzuladen, also erneutes Telefon an Katanga und Ashraf. Beide kommen und Ashraf bringt ein Batterieladegerät, das an 220 Volt angeschlossen werden kann, so sollten die Batterien nun geladen werden. Wenn sie dann mal genügend „Saft“ haben, müsste das kleine Gerät ausreichend sein. Um 20 Uhr geht Kurt in den Motorraum und beginnt die Sicherungen der einzelnen Komponenten einzuschalten. Hurra, die Wasserpumpe läuft. Die Toiletten gehen auch, alle Instrumente laufen, nur der Kühlschrank tut keinen Wank, ebenso die Grauwasserpumpe. Katanga hat versprochen, am Donnerstag um 10 Uhr zu kommen, um sich zu vergewissern, dass alles in Ordnung ist. Wir sind einfach mal nur glücklich und schätzen den „Luxus“ den wir wieder bewusst geniessen und hoffen, den Rest auch noch in Ordnung bringen zu können. Allerdings beschliessen wir, den Batterielader in Eilat reparieren zu lassen, denn dort gibt es eine Niederlassung von Chargemaster.
Verenas Gesundheit ist etwas ramponiert und so isst sie nur ein Naturjoghurt. Kurt holt sich bei Andrea einen Sandwich und sie gibt ihm noch ein Allerweltsmedikament von Novartis (Catafast) mit, das soll Verena in einem Glas Wasser auflösen und trinken. (Es riecht wie Pastis)
Donnerstag, 30. Juli. Verena hat sehr gut geschlafen und das Medikament scheint ihr gut getan zu haben. (Wir werden es uns in der Apotheke besorgen) Das Ladegerät funktioniert noch und das Zusatzgerät kann abgehängt werden. Katanga kommt mit wehleidigem Gesicht, eine Stunde zu spät. Er hält sich den Bauch. Das Zusatzladegerät gehört Ashraf und wir wollen ihm dies persönlich zurück geben. Kurze Zeit später kommt unser Agent. Wir klären die Sache mit dem Visum und müssen erfahren, dass Sharm-El-Sheikh eine Spezialzone ist, und wir auch mit aktuellen, korrekten Papieren alles nochmals ausstellen lassen müssen. (Geldmacherei, resp. Staatliche Abzockerei) Er verspricht uns auch, gleichentags mit einem Fachmann zurück zu kommen. Mittlerweile ist es 18 Uhr und der Agent ist nicht zurück gekommen. Kurt geht in den Maschinenraum um selbst nochmals nach dem Fehler zu suchen. Er findet nichts und aus Frust über die Situation haut er die Faust auf den Elektrokasten der Grauwasserpumpe. Kaum zu glauben, sie beginnt zu laufen, auf Stufe Automat und Handschaltung. Nach kurzer Zeit stellt der Automat ab und mit der Handschaltung kann der Tank geleert werden. Einige Male aus und wieder einschalten, es funktioniert perfekt. Nun bleibt nur noch der Kühlschrank, das wird aber dauern, denn morgen ist Freitag.
Freitag, 31. Juli. Es ist Waschtag für Verena. Der Generator wird gestartet und gewaschen. Wir stellen wieder fest, dass Tische aufgestellt werden, also ist heute Markt in der Marina.

Wir beschliessen, dass wir heute die Medikamente besorgen, Verenas Telefon wieder für SMS und Gespräche aufladen (nur Inland) und dass wir irgend einen Sonnenschutz für das Vorschiff beschaffen wollen. Ein Stahlschiff heizt sich wirklich auf und erst jetzt kommt die heisse Zeit. Wir haben mittlerweile 43 bis 45 Grad am Schatten und in der Nacht geht es nicht mehr unter 30 Grad und diese Tiefsttemperatur ist nur von 05 bis 06 Uhr. Die Klima-Anlagen haben Mühe und bringen so gegen 22 Uhr die Temperatur auf 23 bis 25Grad runter, weiter geht nicht, ausgeschaltet dauert es ca. 30 Minuten und schon sind wieder 28 Grad erreicht. Gegenüber draussen ist der Unterschied aber immer noch 10 Grad. Unser Nachbar Mustafa kommt zum Schiff und bringt uns ein Stück Bananen-Kuchen von Martha gebacken und noch warm. Die Bananen seien vom eigenen Baum im Garten. Wir sind überrascht und erfreut und geniessen das feine Gebäck.
Danach erledigen wir unsere Einkäufe, vor allem Gemüse und Früchte. Zurück in der Marina gibt Kurt „unserem Walliser“ eine Schweizer Fahne, da ja morgen 1. August ist. Sein Schiff ist in Gibraltar eingelöst, er möchte aber gerne eine CH-Registrierung, dazu muss er nach Basel kommen. Am gleichen Abend ist die Flagge unter der Backbordsaling montiert. Sieht gut aus. Nach dem Essen auf der Fly flanieren wir durch den Markt, der aber nicht viel hergibt. Also kehren wir bei Andrea zum Schlummertrunk ein.
Samstag, 1. August, es gibt keine 1. Augustweggen, dafür ein feines Knäckebrot. Bei Kurt bestückt mit Baby-Bananenscheiben. Anschliessend reinigen wir das Innenschiff. Am Nachmittag gehen wir zu „unserem Kissenmacher“ und vereinbaren mit ihm, dass er uns am 2. August auf dem Schiff besuchen kommt, damit wir mit ihm die Sonnenschutzproblematik besprechen können. Wir haben schon ziemlich klare Vorstellungen und hoffen, er kann sie in die Tat umsetzen. Nach der Rückkehr kommt Ashraf und will mit uns die Kühlschrankreparatur besprechen. Da wir mit Romy und Ewald abgemacht haben, geht das heute nicht mehr und morgen haben wir um 10 Uhr einen Termin beim Zoll für die Visaverlängerung. Also will er am Nachmittag mit dem Fachmann kommen.
Um 19.30 Uhr werden wir am Eingang der Marina abgeholt und wir fahren zum Restraurant Zeitlos. Dieses deutsche Restaurant hat eine kleine Speisekarte, aber sie kochen gut. Nach dem Essen werden wir noch zu Romy und Ewald nach Hause eingeladen. Auch sie wohnen schön. Auf der einen Seite sehen sie über Hurghada und das Meer und auf der Rückseite ist die Wüste. Um Mitternacht fährt uns Ewald zurück zur Marina. Es war ein spezieller 1. August für uns.
Sonntag, 2. August, heute gehen wir mit Islam von Felix Agentur zur Einwanderungsbehörde um unser Visum zu verlängern. Wir haben auf 10 Uhr abgemacht. Pünktlich um 10 Uhr sind wir beim Warteplatz und nach 15 Minuten gehen wir wieder zurück zum Schiff um dort zu warten. Verenas Bauch ist immer noch nicht 100 % in Ordnung und so warten wir den ganzen Tag. Um 19 Uhr schreibt Kurt an Islam und zwar nicht sehr schön, ist es doch das 3. Mal, dass er uns versetzt hat. Als Ausrede kommt, dass er die ganze Nach in Safaga gearbeitet habe und seine Batterien leer seien, er habe erst einmal schlafen müssen. Vermutlich habe ich seine Rauchzeichen nicht gesehen oder seine Trommel nicht gehört!! Um 18 Uhr sollte auch der Kühlschrankfachmann kommen. Der kommt wenigstens um 21 Uhr. Nach einer Stunde gibt er auf. Er hat festgestellt, dass der Eingangsstrom wohl 24 Volt ist, aber er bleibt im „Transistor“ drin und wird nicht an den Motor abgegeben. Guter Rat ist teuer. In Ägypten gibt es keine Kühlschränke mit 24 Volt und er kann ihn nicht reparieren. Es ist nun das 2. Teil, das wir funktionsuntüchtig nach Eilat transportieren, in der Hoffnung, dass es dort repariert werden kann. Als Übergangslösung werden wir einen kleinen Kühlschrank kaufen, den wir am 220 Volt Landstrom anschliessen können. Ashraf hat sich anerboten, uns am Montag Abend auf 18 Uhr abzuholen um mit uns zur Metro zu fahren. Dort habe es jede Menge Kühlschränke. Irgendwie kein erfolgreicher Tag, was sich aber bestimmt wieder ändern!