Sonntag, 18. September. Als ich am Morgen aufstehe sehe ich die Meldung von Verena, dass sie nur noch durch die Passkontrolle müsse und dann in den Flieger einsteigen kann. Das heisst, sie wird spätestens um 13.45 Uhr hier sein. Wenn Fähren, gleich welcher Art ankommen, stehen immer Menschen mit kleinen Plakaten am Kai. Hotel sowieso, Pension etc. Ich habe mir auch so etwas gebastelt und werde zu diesen Leuten hinstehen. Wenn Verena mich nicht erkennen sollte, ans Schiff wird sie sich bestimmt erinnern. Ich bin gespannt. Dann gehe ich Richtung Hafen um zu sehen, ob Margaret und Bob mich irgendwie bemerken könnten, aber dann sehe ich ihr Dinghi am Strand. Also eile ich zurück zum Schiff und da stehen sie. Nach der Begrüssung gehen wir einen Kaffee trinken und reden über alte Zeiten. Sie entschliessen sich, auch in den Hafen zu wechseln und ich bin gerne dabei behilflich. Genau nach dem Festmachen muss ich los, die Fähre läuft ein. Ich geselle mich unter die Werbeträger und prompt kommen ein Mann und eine Frau und fragen, was das solle. Ich erkläre ihnen, dass ich einen sicheren Gast habe, nämlich meine Ehefrau und MADNESS unser Schiffsname sei. Nun sind sie wieder freundlich, sogar sehr freundlich. Ich sehe Verena kommen, aber sie schaut immer wieder zurück, ob sie mich verpasst habe. Doch dann erblickt sie mich, ist natürlich happy und konnte über den Spass lachen.
Zurück auf dem Schiff beginnt Verena mit Auspacken und legt sich danach etwas hin. Am Abend speisen wir mit Bob und Margaret, feiern unser Wiedersehen und sprechen über unsere Pläne. Wir denken, wir werden sie auch andernorts wieder sehen, wäre schön.
Montag, 19. September. Die Nacht war ruhig, und wir haben gut geschlafen. Waschtag und Einkaufen sind notwendig und wir müssen die Klima-Anlage wieder in Betrieb nehmen. Der Wind, zwar nur schwach, kommt aus Süden und es ist unglaublich feucht. Dank warmen Winden können wir auch das Nachtessen auf der Fly einnehmen. Ein „Basler-Ehepaar“ spricht uns kurz nach dem Nachtessen an und wir merken, sie möchten sich das Schiff ansehen. Also, Kurt zeigt es ihnen und Verena besorgt zwischenzeitlich den Abwasch. Als das Basler Ehepaar das Schiff verlässt, spricht Verena bereits mit einem Herrn aus Oesterreich, der mit einem Schweizer unterwegs ist. Wir kommen ins Gespräch und auch er möchte sich unser Schiff, aber mit seiner Ehefrau und dem Schiffseigner ansehen. Der Schweizer ist der emeritierte Professor Häusler, ORL Chefarzt vom Inselspital. Wir tauschen uns etwas aus und geniessen den warmen Abend.
Dienstag, 20. September. Alles ist feucht am Morgen und es ist beinahe tropisch. Seit 3 Tagen ist das Schiff der Küstenwache nicht mehr im Hafen und man hat das Gefühl, die Fährkapitäne nutzen das aus. Auf jeden Fall, sie fahren wieder schneller in den Hafen ein und der Schwell den sie erzeugen ist unangenehm. Nicola, den Hafenmeister informieren wir, dass wir Mittwochmorgen um 09 Uhr losfahren wollen. Um 15 Uhr haben wir ein grosses Schiff vor uns, wenn der nicht wegfährt, sind wir eingeklemmt. Wir haben aber Vertrauen in den Hafenmeister. Er hat uns auch die Telefonnummer vom Hafen Loutra auf Kythnos gegeben und gemeint, Kurt soll sagen dass er ein Freund von Nicola sei. Kurt hat sogleich dort angerufen. Wir werden einen Platz bekommen, müssen aber spätestens am Donnerstag um 13.00 Uhr dort sein, lieber 2 Stunden früher. Dies ist für uns problemlos machbar. Zum Abschied gehen wir mochmals mit Margaret und Bob etwas trinken. Die kommenden 2 Tage sollen gemäss Wettervorhersage gut für die Weiterfahrt sein. Anschliessend soll es wiederum eine Woche sehr stürmisch werden.