Es wird ein langer Bericht!!!
Für das Ausklarieren brauchen wir einen Agenten, denn selbst abmelden geht nicht. Darum haben wir am Vortag diesen Agenten aufgesucht und ihm sämtliche Dokumente übergeben, denn wir wollen am 14.10. um 12 Uhr losfahren. Noch an diesem Vortag, das heisst am späteren Nachmittag, kommt dieser Agent und fragt uns, nach einem weiteren Dokument, doch wir haben keines. Er verlangt nach einem „Lighthous-Dokument“, mit der Erklärung, alle Schiffe über 40 Tonnen brauchen eine besondere Bewilligung, um die türkischen Gewässer zu befahren. So ein Schreiben haben wir nicht, obwohl wir in Istanbul beim Einklarieren auch einen Agenten hatten, der das hätte wissen müssen. Wie auch immer, solchen staatlichen Abzockereien kann man nicht ausweichen. Wir geben ihm grünes Licht, um ein solches zu besorgen.
Am 14. stehen wir früh auf, denn es gibt noch einiges zu erledigen. Nach 10.30 Uhr will Kurt zum Agenten ins Büro, doch der ist nicht da, beim zweiten Versuch hat er die Papiere noch nicht. Kurz vor 12 Uhr startet Kurt den nächsten Versuch, begegnet dem Agenten, mit der Grenzpolizei und dem Zoll. Zu Fuss kommen alle mit Kurt zum Schiff. Da angekommen nimmt der Grenzpolizist den Pass von Kurt zur Hand, sieht ihn, sowie Kurt genau an, nickt und gibt den Pass zurück, nimmt den von Verena und nach dem selben Prozedere bekommt auch sie den Pass zurück. Dann wird der Name des Schiffes kontrolliert und ob die Gastlandflagge gesetzt ist. Erst als sie sehen, dass Kurt das Stromkabel einzieht, ziehen die drei auch von dannen. Übrigens für das Ausklarieren, inklusiv dem zusätzlichen Dokument bezahlten wir € 167.00, Einklarieren in Istanbul war mit € 350.00 doch massiv teurer.
Wir beginnen mit den Ablegevorbereitungen und ein Deutscher kommt um dies zu beobachten. Wir erledigen dieses Manöver schulmässig gut und fahren schnell weg, denn über den Bergen entsteht ein Gewitter. Die See ist ruhig und wir kommen gut vorwärts. Ganz besonders erfreut sind wir, als fünf Delphine zu uns schwimmen und vor dem Bug surfen. Hätten wir lange Arme, könnten wir sie berühren. Nach 10 Minuten verlassen sie einzeln das Schiff. Das war ein schönes Erlebnis.
Zum ersten Mal stellen wir fest, dass es im Meer Strömungen gibt,die eine ziemliche Geschwindigkeit haben. Wenn wir mit 1’800 Touren fahren, das ist die ökonomische Drehzahl, dann beträgt unsere Geschwindigkeit ca. 7,2 Knoten. Das entspricht 13,3 kmh. Mit gleicher Tourenzahl sind wir in dieser Nacht mit teilweise 8,9 Knoten unterwegs. Wir hatten vorgesehen, in der Nacht, wenn Verena schläft, mit 10 kmh zu fahren, aber Verena wollte, dass wir die Geschwindigkeit durchziehen. Um 16.45 Uhr wird es kühl und wir verziehen uns ins Innere des Schiffs. Just ab diesem Moment haben wir auf unserer rechten Seite Gewitter und ab diesem Zeitpunkt beginnt das Meer unruhig zu werden. Dazu kommt die neue Situation, nur noch Wasser um uns und nirgends mehr Land in Sicht.

Dieses Gewitter begleitet uns leider die ganze Nacht und es wird gegen 05.00 Uhr ziemlich schlimm. Windstärke 9 mit entsprechend hohen Wellen. Wir haben diese Überfahrt gut vorbereitet und in keiner Art und Weise war irgend eine Schlechtwetterfront, oder Gewitter angesagt. Naja, wir haben es überlebt, ohne seekrank zu sein.
Um 08.00 Uhr, bei der Einfahrt in den Hafen von Paphos hören wir einen Pfiff, der kam von der Küstenwache. Mit Schreien gibt er uns an, dass wir auf der Gegenseite anlegen können. Dank Hilfe eines anwesenden Schiffsbesitzers können wir an einem andern Schiff festmachen. Strom gibt es leider keinen, aber wir sind froh, angekommen zu sein. Das Einklarieren ist eine einfache Sache. Grenzpolizei, Zoll und Gesundheitsbehörden müssen besucht werden. Speziell ist der Fragebogen der Gesundheitsbehörden. Man erwartet Fragen wie etwa, haben sie ansteckende Krankheiten…… aber es kommt die Frage, haben sie Tote an Bord und wenn ja, wie viele???????
Paphos ist eine Touristenstadt, aber nicht ergiebig und da wir eh müde sind, ist unser Interesse eher gering. Trotzdem machen wir einen kurzen Bummel den Strandanlagen entlang und besuchen die Burg, geniessen vor allem die Aussicht von oben.
Am Abend gehen wir auswärts essen, wir wollen die griechische Küche versuchen. Verena tut dies und Kurt isst italienisch. Gut genährt und müde gehen wir zurück aufs Schiff und freuen uns aufs Bett.