El Gouna und Abdu 001

Hurghada 13

Dieses „Tagebuch“ führen wir ja hauptsächlich für uns, wohlwissend, dass es auch weitere interessierte Leser hat, was uns natürlich auch freut. So sind auch Vorkommnisse enthalten, die uns nicht im allerbesten Licht erscheinen lassen, andere Länder andere Sitten. Die Leser mögen Verständnis haben.

Montag, 3. August, pünktlich um 10 Uhr erscheint Islam und er entschuldigt sich als erstes für das Versäumnis vom Tag zuvor. Dann fahren wir mit ihm zur Einwanderungssbehörde um das Visum zu verlängern. Wir bleiben im Auto, das am Strassenrand bei laufendem Motor parkiert ist. Schon nach kurzer Zeit kommt Islam mit unseren Pässen und den Fotos wieder zurück. Wir haben die 2 am Rücken!!Die Ägypter schreiben normalerweise von rechts nach links, doch bei Europäern schreiben sie von links nach rechts. Das hätten wir wissen müssen. Also ist unser Visum gültig bis 8.9. und nicht 9.8. Die ganze Aufregung und den Ärger, dass bei der Verlängerung die 3 Monate nicht an den 1. Monat angeschlossen, sondern das Einreisedatum genommen wurde, waren vergebens. Aber auch der Agent hat dies übersehen. Denn das Schriftstück, das wir zum Befahren der ägyptischen Gewässer brauchen, muss um einen Monat verlängert werden.

Am Nachmittag gehen wir zu unserem Schneider und Polster Fachmann. Er hat Tags zuvor die genauen Abmessungen vorgenommen und wir müssen jetzt den Stoff für das Zelt und den Sonnenschutz aussuchen. Das Zelt, wie  auch den spezialbeschichteten Stoff (Blackout) wählen wir in beige. Wir  erteilen ihm den Auftrag und freuen uns bereits auf den Tag, an dem wir nicht mehr 40 Grad im Steuerhaus und Salon haben werden.

Am Abend kommen Ashraf und Marion in die Marina und wir fahren mit ihnen in ein Einkaufszentrum, das diesen Namen auch verdient. Wir kaufen einen Kühlschrank 50x50x50 cm, den wir am 220 Volt Netz anschliessen können. Zurück auf dem Schiff, heisst es sofort  auspacken und anschliessen. Alles prima, das Blatt scheint sich wie erhofft gewendet zu haben, wir dürfen von einem Glückstag sprechen.

001
Nicht der optimalste Platz, doch genau die richtigen Masse.

Dienstag morgen, 1. Blick zum Kühlschrank. Er kühlt! Jetzt können, soweit möglich bei 50lt Inhalt, die Vorräte wieder ergänzt werden. Von West / Nordwest bläst ein kräftiger Wind und es scheint, dass es Wolken hat. Allerdings sind dies nicht bloss Nebelwolken sondern auch viel Wüstenstaub. Da hier in Ägypten die Holzarbeit gelobt wird (praktisch alle Schiffe sind aus Holz) überlegen wir uns, ob wir den Teppich im Steuerhaus und in der Küche, mit den dazugehörigen Treppen durch einen Schiffsparkett ersetzen wollen. Beim „Walliserschiff“ sind  Holzbearbeiter am werken und wir sprechen über unser Anliegen. J, der Walliser kommt mit dem Chef der Gruppe und er sieht sich das an. Er kann es, sagt er, aber bis zum 25. August ist dies unmöglich, da es keine Maschinen gibt und alles von Hand zubereitet werden muss. Schade. Am Nachmittag gehen wir zum Einkauf. Kurt ergänzt den Biervorrat und kauft 3 Flaschen Wein. Verena geht bis zum Metro und wir treffen uns wieder auf dem Schiff. Nachdem alles verstaut ist geniessen wir unser Abendessen auf der Fly. Wir machen uns Gedanken zum 6. August, wann das neue Teilstück vom Suez-Kanal eingeweiht wird. Da feiert ganz Ägypten, viele Läden werden vermutlich geschlossen sein und anschliessend ist Freitag, da sind sie eh viele geschlossen. Wir müssen also morgen nochmals zum Einkauf, für die kommenden beiden Tage. Um 21 Uhr kommt unsere Nachbarin völlig aufgeregt, sie werde per Telefon terrorisiert. Kurt schaut sich das an. Sie hat wohl einige Anrufe von einer ägyptischen Nummer. Doch sieht dies nicht nach Terror, sondern eher nach falsch gewählter Nummer aus. Da dies bei Verena auch schon mal vorgekommen ist, lässt sie sich wieder etwas beruhigen.

Mittwoch 5. August. Es ist 09 Uhr und schon 40 Grad, wir fühlen uns  beim Frühstück schon schlapp. Also beschliessen wir, das nötigste auf dem Schiff zu erledigen und anschliessend mit dem Taxi ins Einkaufszentrum Senzo-Mall, wo wir den Kühlschrank gekauft haben, zu gehen. Dieses Einkaufszentrum, nahe des Flughafens vermittelt etwas europäisches Flair. Der junge Taxifahrer, ein cleverer Typ, reduziert nach Verhandlungen seinen Preis von 80 Pfund (10 Franken), auf 50 Pfund, Fr. 6.20. Immerhin ist es eine Fahrt von 15 km. Er fragt, ob er uns wieder zurück fahren soll. Wir vereinbaren mit ihm 17 Uhr. Auf sein insh’allah antworten wir, nein, sicher! Wir sind gespannt.

Das Einkaufszentrum ist angenehm klimatisiert. Es ist das 1. Mal, dass wir nicht das Gefühl bekommen, in einen Eisschrank zu gehen. Dieweil Verena sich um notwendige Kleidungsstücke kümmert, bemüht sich Kurt einen frischen Erdbeerjus möglichst langsam zu geniessen und beobachtet die Leute. um 15.30 Uhr treffen wir uns vor dem grossen Spinney, vergleichbar mit einem MMM. Wir leisten uns 2 Steaks, die kosten zusammen Fr. 2.90 und kaufen noch Früchte und Gemüse ein. Auch Brot hat es hier verschiedene Sorten. Die Preise für Lebensmittel sind hier günstiger als in der Schweiz. Luxusartikel hingegen haben auch ihren Preis. Pünktlich um 16.55 Uhr verlassen wir das Zentrum, um zum Taxi-Treffpunkt zu gehen. Als erstes werden wir von der Hitze fast erschlagen, es geht wohl gegen 50 Grad. Vom Taxistand (sie dürfen nicht aufs Areal des Einkaufszentrums fahren) löst sich ein Taxi und kommt zum Treffpunkt. Es ist 17 Uhr!!! Wir staunen und loben den Fahrer, denn solche Pünktlichkeit ist hier nicht Standart. Er gibt uns noch seine Tel.-Nr. falls wir wieder mal ein Taxi benötigen sollten.Zurück auf dem Schiff gehts in die Küche. Die Steaks sind je 120 Gramm schwer, aber wir kauen so lange wie man normalerweise bei einem 300 Gramm Steak kauen würde. Damit ist das Thema Fleisch wieder für einige Zeit ad acta gelegt. Nach dem Essen beschaffen wir uns noch im Marina-Laden Wasser. Wir brauchen praktisch jeden Tag 6 Liter Mineralwasser. Zum Glück gibt es grosse 6 Liter Behälter.

Donnerstag, heute wird das neue Teilstück vom Suez-Kanal mit viel Brimborium eingeweiht. Es ist drückend heiss und Verena beschliesst, den Tag im Schiffsinnern zu verbringen. Da wird Inventar aufgenommen, umgeräumt und auch etwas „ausgemistet“. Unser Nachbar Mustafa fährt mit Freunden aus und da Feiertag ist, ist die Marinastaff-Besetzung reduziert. Kurt hilft beim Ablegen und er verbringt den Tag auf der Fly mit planen und lesen. Bei der Rückkehr des Nachbarschiffs braucht es keine Hilfe, da der unermüdliche „Schiffsjunge“ Hassan anwesend ist. Mustafa hat anscheinend zuviel eingekauft und so bringt er uns 4 Riesencroissons, 2x normal und 2x mit Käse. Wir beschliessen, dies wird unser Nachtessen. Dazu gibt es einen Gurkensalat. Luzia ruft an, die Arme ist immer noch von einer „Hexe mit Schuss“ geplagt und sie schlägt vor, in der Marina noch etwas zu trinken. Wir treffen uns beim Thai Restaurant und sind schnell in tiefgründigen Diskussionen. Morgen steht bei Luzia hoffentlich die letzte Behandlung in El Gouna an und wir werden eingeladen, so wir möchten, nach El Gouna mit zu fahren. Wir nehmen gerne an und freuen uns.

Freitag, 7. August. Der August ist traditionell der heisseste Monat in Hurghada und er gibt sich Mühe, diesem Ruf nachzukommen. Dazu kommt, dass für heute kein Wind angesagt ist, erst morgen soll es wieder Starkwind geben. Man könnte die T-Shirts stündlich wechseln oder den ganzen Tag unter der Dusche stehen. Nach dem Frühstück beginnt der Waschtag. Irgendwie scheint dies dem Klimagerät in der Gästekabine nicht gut zu tun und sie vereist ziemlich schnell. Am Nachmittag werden wir „gefrustet“. Der „Schiffsjunge“ von nebenan ist am Putzen. Er setzt sich irgendwann hin und trinkt seine Mineralflasche aus, zerdrückt sie und wirft sie ins Wasser. Das sind genau so die Sachen, die uns ärgern. Wenn er vom Schiff geht, hat es 10 Meter weiter einen Abfallkübel. Die lernens nie. Im Schatten, aber der Sonnenschutz auf der Backbordseite oben und ein ganz, ganz sanfter Wind, so verbringen wir den Nachmittag auf der Fly, aber auch hier ist es mehr al 44 Grad. Um 17 Uhr stehen wir am Eingang der Marina bereit, da Luzia und Aladin uns ja nach El Gouna mitnehmen. Die Fahrt ist angenehm, da klimatisiert. Dieweil Luzia in der Therapie ist und Verena sich in El Gouna etwas umsieht, gehen Aladin und Kurt zum Strandrestaurant und geniessen bei einem kühlen Bier den Sonnenuntergang. Aladin kennt den Besitzer des Restaurants und der offeriert uns sogar das Bier. Sein Sohn hat in der Schweiz bei Sawiris in Andermatt gearbeitet.

El Gouna und Abdu 004
Hier ist Party-Stimmung angesagt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

El Gouna und Abdu 006
Abendstimmung über der Marina El Gouna.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

El Gouna und Abdu 008

 

 

 

 

 

 

 

Nach der Behandlung von Luzia und Verenas „schneuggen“ in den Boutiqen, fahren wir in die Innenstadt und essen sehr gediegen im Restaurant Upstairs. Ein befreundetes Ehepaar von Luzia und Aladin, es sind Belgier, stossen zu uns und wir verbringen einen angenehmen Abend.

El Gouna und Abdu 012
Gemütliches Zusammensein Im Restaurant Upstaires.

Spät Nachts bringen uns die Beiden zurück, nicht ohne dass uns Aladin einen handmade Glasfisch geschenkt hat, der natürlich in Kaisten einen Ehrenplatz erhalten wird. In der  Gästekabine wird als 1. das Klimagerät eingeschalten, denn mit 32 Grad wird sogar das Schlafen zur Qual.

Der Samstag beginnt mit Wind. Beinahe hätte es wieder einen Kübel über Bord geworfen. Es sind keine konstanten Winde, sondern sehr oft Böen und die können bis Stärke 8,5 gehen. Dafür ist es für das Frühstück angenehm. Gegen Mittag schläft der Wind ein und es wird heiss. Wir haben noch Kommissionen zu tätigen und wir warten, bis 17.30 Uhr. Da ist es zwar immer noch heiss, aber wir haben keine Sonne mehr. Der Monat bei Vodafon ist wieder um und wir laden nochmals Gespräche für Ägypten auf. Auf dem Heimweg kaufen wir in einer Bäckerei 2 kleine Olivenbrote mit Käse und Verena hat in einem Tauchershop eine Schwimmweste gesehen, die für Schnorcheln geeignet ist. Mit einer solchen Weste, es steht Schwimmhilfe drauf, fühlt sich Verena viel sicherer, wenn sie keinen Grund unter den Füssen hat. Wir kaufen sie und bezahlen dafür Fr. 15.–. Ein günstiger Kauf, es handelt sich um ein norwegisches Produkt.

Während Kurt noch zum Wassereinkauf in der Marina geht, bereitet Verena das Nachtessen vor. Heute steht auf dem Menüplan, Spiegeleier, Olivenbrot mit Käse, Gurken, Tomaten und Peperoni. Die Eier standen im neuen Kühlschrank direkt unter dem kleinen Eisfach, da war es wohl etwas zu kalt, jedenfalls waren die Schalen aufgesprungen und das Innere leicht gefroren. Eine neue Erfahrung. Den Abend verbringen wir auf der Fly, da ein sanfter auflandiger Wind aufgekommen ist.

Sonntag, 9. August. Heute Morgen verabschieden wir uns von Abdu. Er ist mit dem Schiff, auf dem er der Bootsjunge ist, zurück in den Heimathafen nach Suez gefahren. Er war einer der Menschen, die freundlich und hilfsbereit waren. Er hinterlässt uns seine Telefon Nummer und bittet uns, wenn wir wieder in Suez sind, ihn anzurufen, er möchte uns seine Familie vorstellen.

El Gouna und Abdu 016
Abdu bringt noch den Reiseproviant aufs Schiff.

Es ist mittlerweile so heiss, dass wir den Tag „verschlafen“ und bei Sonnenuntergang aktiv werden. Wir gehen zuerst zum Tauchshop um zu erkunden, ob sie auch Ganzgesichtsmasken haben. Leider gibt es die hier noch nicht. Dann geht es zu einem Bankomaten, denn der in der Marina ist seit 3 Tagen nicht mehr in Betrieb. Wir staunen, dass wir nur relativ wenig beziehen können. Wenn man z.B. das Limit auf Fr. 500.00 pro Tag hat, dann wird hier in Ägypten das Limit nicht von der Währung her genommen, sondern nur der Betrag 500. Dabei wären wir bei Fr. 500, für 4’000 Ägypt. Pfund bezugsberechtigt. Anschliessend besuchen wir unseren „Vorzelthersteller“ um nochmals die Wichtigkeit des Termins, 13.8. zu bekräftigen. Wir leisten ihm auch eine Anzahlung. Er hat uns bisher nicht enttäuscht und wir hoffen es bleibt so. Verena macht einen etwas ungeschickten Schritt und irgend etwas bohrt sich zwischen die Zehen und ein Stück bleibt drin. Sie bekommt diesen kleinen Spitz nur schlecht aus der Haut, worauf wir zur Marina zurück kehren, im Laden noch Wasser einkaufen und auf dem Schiff desinfiziert Verena ihren Fuss. Nach diesem Schreck gehen wir noch zu einem „Schlaftrunk“ zu Andrea. Wir waren seit einiger Zeit nicht mehr bei ihr, und sie meint, sie hätte sich schon Sorgen gemacht, da sie uns schon lange, auch auf dem Schiff nicht mehr gesehen habe,  morgen wäre sie zum Schiff gekommen um nach uns zu sehen. Auch 2 andere Mitarbeiter vom Cafe Berlin begrüssen uns mit Handschlag, man hat uns anscheinend wirklich vermisst.