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Dieppe wir bleiben

Sonntag, 28″.07. Es ist kalt und so stehen wir nicht „zu früh“ auf. Nach dem Frühstück will Verena die Haare waschen und so warten wir auf unseren vorgesehenen Rundgang bis nach der Mittagspause. Zuerst besuchen wir die Gedenkstätte des 1. Weltkriegs, dann gehts weiter zur Kirche St. Remy. Kurt will die unbedingt besuchen, denn sein  Kollege Remigius, dem ja diese Kirche geweiht ist, trägt zwar  dessen Namen, doch das „Heilig“ trifft wohl nicht ganz zu.  Aber er ist auf jeden Fall ein Top-Typ.

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Anschliessend besuchen wir die Gedenkstätte für die Kanadier. Sie versuchten am 19.08.1942  einen militärischen Brückenkopf zu bilden, um Dieppe von den Deutschen zu befreien. Doch dabei wurden von den 6000 Mann mehr als die Hälfte gefangengenommen oder getötet. 1944 rollten sie das Feld von hinten auf, aber da hatten die Deutschen Dieppe einen Tag vorher verlassen.

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Am Ende unseres Spazierganges wollen wir noch einkehren. die Preise jedoch schocken uns. Für ein gezapftes 0,5 l Bier wollen die € 9.50. Also geniessen wir den Apero auf dem Schiff. Dabei klopft man an unser Schiff, ob es möglich wäre, weiter nach vorn (3m) zu verschieben, es komme ein Kat, der an diesem Steg festmachen möchte. Kein Problem, aber dazu werfen wir die Motoren nicht an, Handarbeit ist gefragt. Auch das Schiff hinter uns muss verschieben und so ergeben sich Gespräche zwischen uns. Es sind jüngere, nette Leute aus Belgien, Katrjin und Viek aus Brugge. Wenn man Offenheit zeigt, kommt man innerhalb einer Marina zu aufschlussreichen  Gesprächen und netten Kontakten. Nach der Verschiebung haben wir den Beiden, sie selbst fahren eine schnittige Yacht, noch kurz unser Schiff gezeigt. Danach geht Kurt in die Küche. Das Nachtessen war gut und die Temperaturen kommen langsam wieder auf Werte über 20 Grad. Der Hafen -Chef klopft an, wie es um die Reparatur steht. Gut, man kümmert sich um uns. Etwas später vernehmen wir Geräusche an der Madness. Ein Segelschiff macht ungefragt an unserer Backbordseite fest. Bei uns war alles dunkel und „man“ glaubte, wir seien nicht auf dem Schiff. Der Hafen ist total besetzt. Natürlich gestatten wir den netten Holländern, dass sie ihr Segelschiff bei uns festmachen können. Wir bitten sie aber, beim Verlassen ihres Segelbootes, unser Schiff über den Bug zu betreten, da wir achtern schlafen. Dann gibt es Diskussionen. Für den Katamaran, für den wir  uns nach vorne verschieben mussten, will um 06 Uhr den Hafen verlassen. Er will nach Cherbourg. Aber, an unserem „Päckchen“ kommt er nicht vorbei. Also, grosser Wechsel. die Holländer fahren raus, auch ein anderes Segelschiff muss noch raus und natürlich der Katamaran. Dann fahren die Holländer sowie das zweite Selgelboot wieder ein und der Katamaran macht bei uns fest. Der Skipper des Katamarans verspricht, sie werden morgen früh ganz ruhig zu sein bei der Wegfahrt.

 

Montag, 29.07. Das Versprechen wurde eingehalten. Bereits um 05 Uhr verlässt der Kat. den Hafen. Natürlich werden wir wach, denn Fusstritte auf unserem Schiff sind aussergewöhnlich, aber kurz darauf ist wieder Ruhe und wir schlafen weiter. Nach dem Morgenessen gehts zum Marina Büro. Wir müssen noch die Verlängerung bis Freitag melden und bezahlen. Einkauf ist auch noch angesagt für das Nachtessen und dann Ruhepause auf dem Schiff. Am Nachmittag beschliessen wir zum Minigolf zu gehen. Auf der riesigen, zwar braunen Rasenfläche vor dem Minigolf ist einiges los. Auf einem Abschnitt werden Drachen verschiedener Formen und Farben steigen gelassen. Daneben hat die Stadt Dieppe ein Spielparadies für Kinder erstellt. Unter fachkundiger Betreuung wird Fussball, Judo, Geschicklichkeitsparcours, Trampolin, Tischtennis und vieles mehr angeboten. Dies könnte ein Pendant zum Ferienpass in der Schweiz sein.

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Unser internes Minigolf Turnier mit vielen Schikanen endet, (wir erklären keinen Sieger/in) auf jeden Fall hat es uns Spass gemacht. 18 Loch!!!   Auf dem Rückweg trennen sich unsere Wege. Verena möchte nocht etwas „lädele“ und Kurt will ein Mail nach Boulogne sur mer senden um einen Platz ab dem 2.8. zu erhalten. Zum Nachtessen trifft Verena pünktlich auf dem Schiff ein. Danach geniessen wir den ruhigen Abend.

 

Dienstag, 30.07. Wir verbringen den Morgen auf dem Schiff. Kurt fragt an, wann die Reparaturarbeiten beginnen, die Antwort lautet  13.30 Uhr. Unsere Anwesenheit sei aber nicht notwendig. Die Anfrage nach Boulogne sur mer wird negativ beantwortet. Es gibt keine Reservationen. Aufgrund der Tiden hoffen wir, dass es bei unserer Ankunft noch Platz hat, denn die meisten Schiffe kommen von Belgien und Holland und die kommen mit Beginn der Ebbe. Um 14 Uhr verlassen wir das Schiff, (die angekündigte Rep. Equippe ist noch nicht eingetroffen) und begeben uns zum Touristen Büro. Am Donnerstag möchten wir etwas über die Herstellung von Pomme Caramel, eine Spezialität von Dieppe, erfahren. Die Anmeldung dazu muss über das Tourismusbüro geschehen. Danach marschieren wir zum Museum für  Meer, Fischerei und Nachhaltigkeit. Wir staunen ob den Ausstellungsutensilien. Was an  Anlagen wie Funk, Steuerung und Navigation gezeigt wird, sehen wir unser Schiff so in der Mitte zu dem, was heute Usus ist. Na ja, auf einem Schiff, das mittlerweile 43 Jahre alt ist, darf auch etwas Nostalgie vorhanden sein. Abschreckend ist hoffentlich die Abteilung, was man auf dem Meer findet. Unglaublich wieviel Abfall im Meer landet. Auch wird in einem Becken gezeigt wie sich Plastik zersetzt und in den Nahrungskreislauf (via Fische) gerät. Auch der Film über die moderne Fischerei gibt zu denken.

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Das ist schon ein besonderer Kerl.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zurück auf dem Schiff müssen wir leider feststellen, dass niemand da war um unseren Schaden zu beheben. Das ärgert uns echt, dazu kommt, dass wir auf die Anfrage per Email keine Antwort erhalten haben. Unser Nachtessen, Fischfilet, Petersilien-Kartoffeln und Auberginensalat hat uns trotzdem sehr gemundet.